Kanadier
Bootstouren mit dem Kanu, wobei Kanu ein Oberbegriff für die Bootstypen Kanadier, Kajaks, Faltboote, Seekajaks, einige Schlauchboottypen usw. ist, erfreuen sich zunehmend großer Beliebtheit. Diese Wassertouristen versuchen, abseits der Hauptwasserstraßen ihren Wassersport zu betreiben.
Mit dem Faltboot auf dem Autodach erreicht der Wasserwanderer Gebiete, die für den Wassertourismus der Yachtcharterer nicht erreichbar sind. Dadurch lassen sich Gefahrensituationen vermeiden. Häufig sind die Wasserwanderer mit ihren großen Booten zu schnell unterwegs oder passieren die Paddler zu dicht, so dass diese durch den Wellenschlag in Schwierigkeiten kommen. Der unerfahrene Wassertourist schätzt den Wellenschlag eines Motorbootes und dessen Auswirkungen auf kleinere Boote falsch ein. Wasserwandern bedeutet also auch Umsicht und Verantwortung gegenüber anderen Wassersportlern.
Kleine Kanäle oder Seitenarme oder Flusslandschaften mit einem niedrigen Wasserstand sind daher Refugien für den Wassertourismus im Bereich der Kanuten und Paddler. Für diese Form des Wasserwanderns gibt es spezielle Wasserkarten, Flußführer und Informationen zu Verleihstationen oder günstigen Einsetzplätzen. Trifft der Wassertourist auf Schleusen, wird das Boot meist aus dem Wasser genommen und die Schleuse wird auf dafür vorgesehenen Pfaden „umtragen". Es gibt aber auch Schleusen, die von Kanuten durchfahren werden können.
Urwüchsige Gewässer zu befahren, ist ein nachhaltiges Erlebnis. Vielfältige Eindrücke vermitteln ein Gespür für die Schönheit der Natur. Kanuten sind der Umwelt während ihrer Wassertouren sehr nahe. Sie entwickeln daher auch Gefühl für die Schutzbedürftigkeit der Natur. Sie gehören zu den verantwortungsbewussten Wassertouristen, die sich gegen die Zerstörung von Flusslandschaften einsetzen. Vor Beginn einer Bootstour sind die für das Gebiet vorhandenen Befahrungsregeln einzuholen. Da ein zu niedriger Wasserstand im Fluss häufig ein Befahren nicht zulässt, sollte man sich daher diese Informationen vor Beginn der Bootstour einholen. Hierzu gibt es jährlich aktualisierte Befahrungsregeln des DKV-Sportprogramms.
Der Kanusport ist aber nicht nur ein Teil des
Wassertourismus, sondern auch ein Leistungssport. Für die verschiedenen Bootstypen gibt es entsprechende Wettkampfdisziplinen. Die absolute Herausforderung ist der Wildwassersport. Gefordert sind Reaktionsvermögen, Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit. auch wenn diese Eigenschaften beim Wassertouristen ebenfalls vorhanden sein sollten, sind die Herausforderungen an den Kanu-Wasserwanderer nicht so extrem.
Manfred Reiser