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Missbrauch (Kindermisshandlung) - ein heikles Thema

Autor: Elke Hufnagl | Erstellt am: 05.08.2008 | Gelesen: 2734
Kategorie: Babys - Kinder & Erziehung | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Das wichtige Thema Kindesmissbrauch beschäftigt Eltern und Lehrer seit vielen Jahren

Thema Kindesmissbrauch
Thema Kindesmissbrauch
Das wichtige Thema Kindesmissbrauch beschäftigt Eltern und Lehrer seit vielen Jahren und immer wieder auf das Neue. Aus dem Grund wurde ein Informationsabend, in Zusammenarbeit mit vier Grundschulen sowie der Real- und Hauptschule Rennerod organisiert. Paula Maria Maaß, Leiterin des Arbeitskreises Kriminalitätsverhütung Rennerod (AKVR), begrüßte rund 130 Frauen und Männer in der Aula der Realschule Rennerod zu einem Vortrag von Kriminaloberkommissarin Gabriele Theis von der Polizeilichen Kriminalprävention in Koblenz. Theis, die sechs Jahre lang Fälle von Kindesmissbrauch bearbeitet, erläuterte gleich zu Beginn des Infoabends, dass man den Tätern und Täterinnen ihre Neigungen nicht ansehen würde. Nicht der schwarz gekleidete, fremde Mensch sei es, vor dem sich Kinder fürchten müssen; der Täter sei häufig im Bekanntenkreis und sogar in der eigenen Familie zu finden. „Oftmals üben die Täter auch Berufe aus, in denen sie Kontakt mit Kindern haben. Viele sind beliebt, leben in geordneten Verhältnissen und genießen sogar ein hohes Ansehen bei den Menschen in ihrem Umfeld", erklärte Theis.

Täter, wie auch Opfer sind nicht geschlechtsspezifisch. Unter den Tätern finden sich Frauen, so wie auch Jungen zu Opfern werden. Nicht immer geschieht Missbrauch im Verborgenen. Manchmal unterstützen sogar die Menschen im Umfeld der Opfer die Täter, da sie aus vielerlei Gründen wegsehen, schweigen und die sexuellen Übergriffe auf die Kinder geschehen lassen. Sie wissen um die Taten. Aber: Es kann nicht sein, was nicht sein darf – nicht in meiner Familie…. Manche Mutter schweigt z. B. aus Angst davor, den Ernährer der Familie zu verlieren. Wegschauen ist bequemer! Selbst in der heutigen, aufgeklärten Zeit wird nicht gerne konkret über das Thema Sexualität geredet. Da müssten Körperteile oder Handlungen beim Namen genannt werden und das gilt häufig immer noch als unanständig – man schämt sich.

KindermisshandlungWenn die Eltern damit Schwierigkeiten haben, wie sollen sich die betroffenen Kinder ihnen anvertrauen? Sie lernen in solchen Fällen nur, dass man „darüber" nicht spricht. Sind keine Spuren, keine blauen Flecke usw. vorhanden, wird den Opfern manchmal nicht geglaubt. Sexueller Missbrauch wird erst seit Anfang der 80er Jahre publik gemacht. Im Laufe dieser Zeit haben sich unterschiedliche Begriffe wie sexueller Missbrauch, sexuelle Misshandlung, sexuelle Ausbeutung, sexuelle Gewalt oder sexuelle Kindermisshandlung etabliert. Unter sexuellem Missbrauch versteht man sexuelle Handlungen eines Erwachsenen oder eines Jugendlichen mit Kindern, wobei die Kinder diese Handlungen nicht wollen und nicht imstande sind, diese Situation zu kontrollieren. Oftmals sind sie sogar noch viel zu jung, um überhaupt begreifen zu können was da geschieht. Selbst Säuglinge wurden schon missbraucht. Missbrauchshandlungen können sowohl mit, als auch ohne körperliche Berührungen stattfinden. Dazu gehören z.B. die Masturbation im Beisein eines Kindes, das Berühren und Manipulieren der Genitalien des Kindes, Oral- oder Analverkehr, das Präsentieren von pornographischen Zeitschriften, Videos, Bildern etc. gegenüber Kindern.

Dabei nutzen die älteren Personen ihre Autorität oder die Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen aus, um ihre eigenen sexuellen Wünsche durchzusetzen. Dazu gehört auch das Demonstrieren von Macht. Dies kann geschehen durch emotionalen Druck, die Ausnutzung kindlicher Loyalität, durch physische und psychische Gewaltsausübung, Betäubung mit Rauschmitteln, Bestechung mit Geschenken, Versprechungen oder Erpressungen. Viele Missbraucher verpflichten die Kinder zur Geheimhaltung. Damit werden missbrauchte Kinder isoliert und zur Sprachlosigkeit, Wehrlosigkeit und Hilflosigkeit verurteilt. Es kommt auch vor, dass den Kindern ein Eigenverschulden eingeredet wird: „Du wolltest es doch so. Du bist schon körperlich gut entwickelt, also bist du soweit. Du ziehst dich doch entsprechend an." Den Tätern ist keine Ausrede zu schwierig oder zu dumm. Die meisten von ihnen haben weder ein Unrechtsbewusstsein, noch Schuldgefühle. Die Übergriffe sind teilweise von langer Hand geplant und die Taten stellen keine einmaligen "Ausrutscher" da.

Kindesmissbrauch Die Kommissarin machte deutlich: "Die Verantwortung liegt immer bei dem Erwachsenen. "Manche Opfer brauchen Jahre, um sich gegen die Täter zu wehren. "Vergewaltigung ist bis zu 20 Jahre danach anzeigbar", sagte Theis." Sexuellem Missbrauch vorzubeugen, finden Eltern meist schwierig, denn sie möchten nicht, dass ihre Kinder menschenscheu und überängstlich werden. Sie möchten vertrauensvolle Beziehungen nicht zerstören. Vorbeugung in diesem Bereich will Kinder daher nicht durch Übervorsichtigkeit schwächen, im Gegenteil: Erfolg versprechende Prävention – auch zum Schutz vor Fremdtätern – zielt auf eine Stärkung der Kinder. Die Erwachsenen tragen die Verantwortung dafür, die Kinder nicht den eigenen Bedürfnissen und dem Willen unterzuordnen, sondern sie in ihrer jeweiligen Eigenheit, ihrem Eigen-Willen, ihrer Selbstbestimmung ernst zu nehmen.

Kinder, die früh in ihrer Vollwertigkeit als „kleine Menschen" respektiert werden, sind starke Kinder, die sich wehren und keine wehrlosen Opfer werden. Kinder sollten lernen selbstbewusst „nein" zu sagen. Es ist nicht sinnvoll, Kinder zu bewachen, aber Eltern wie Kinder sollten voneinander wissen, wo sich der andere gerade befindet. Klare Absprachen, wann man wieder zurückkehrt, müssen beiderseitig eingehalten werden, riet Gabriele Theis. Bei Fragen zur sexuellen Gewalt hilft die polizeiliche Beratungsstelle unter Tel. 0261/103 28 69 und 0261/103 28 70.

Elke Hufnagl
 
 
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