MINI Countryman im autonet.at-Intensivtest
Dieses Auto wird gemocht, das merkt man gleich, wenn man mit ihm die Straße frequentiert. An Kreuzungen tasten sich die Nebenherfahrenden im Schritttempo am Mini Countryman vorbei, Fußgänger, Radfahrer, Kutscher, sie alle drehen ihre Köpfe, schauen, staunen, tuscheln, zeigen, deuten. Den Gesichtern ist dabei durch die Bank Wohlwollen abzulesen. Besonders Interesse ist dabei klarerweise Mini-Fahrern eigen. Es hat den Eindruck, als fühlten sie sich plötzlich ganz besonders eingeengt, mehr als sonst. Fast scheint es, als stellten sie sich die dringende Frage, warum sie künftig weiterhin ihren Platz- und Komfortanspruch auf dem Lifestyle-Altar opfern sollten. Mit dem Countryman geht nämlich beides: ausgesprochen Hipp unterwegs sein, ohne dabei gleich in Angstschweiß auszubrechen, muss einmal mehr als der Wochenendeinkauf eines Singlehaushalts verstaut werden. Mit dem Countryman goes Mini nämlich Family, wie die Angelsachsen unter uns zu sagen pflegen. Und das erstaunlich kompromisslos. Mutter, Vater, Kind finden im Landmann feines Auslangen. Und gesellt sich dann vielleicht noch ein zweiter G´schrapp dazu, muss das Auto auch nicht gleich annonciert werden.
Autoritärer Mini
Aber: Platz schaffen, das ist ja prinzipiell keine Hexerei. Verbreitert, verlängert, erhöht ist ein Auto rasch. In diesem Fall sind es 10, 40 und 15 Zentimeter, um die der Countryman im Vergleich zum dreitürigen Hatch gewachsen ist. Das muss das Bildformat schon von 4:3 auf 16:9 umgestellt werden. Vor allem in der Frontansicht wird man da schon mit einem ordentlichen Bröckerl von einem Mini konfrontiert, das allemal dazu geeignet ist, notorische Linksfahrer auf der Autobahn mit Nachdruck zur Seite zu bellen. In der Seitenansicht ist des Countryman Bestreben ersichtlich, so etwas wie einen SUV darstellen zu wollen, allerdings ohne dieses Thema überzustrapazieren. Rustikal kommt man im Countryman nie daher. Von hinten ist ihm eine gewisse adipöse Attitüde nicht abzusprechen, was aber seit J Lo – vulgo Jennifer Lopez - absolut gesellschaftsfähig ist.
Dieses Auto wird gemocht, das merkt man gleich, wenn man mit ihm die
Straße frequentiert.
An Kreuzungen tasten sich die Nebenherfahrenden im
Schritttempo am Mini Countryman vorbei,
Fußgänger, Radfahrer, Kutscher, sie alle drehen ihre Köpfe, schauen, staunen, tuscheln, zeigen, deuten.
Den Gesichtern ist dabei durch die Bank Wohlwollen abzulesen.
Vor allem in der Frontansicht wird man da schon mit einem ordentlichen
Bröckerl von einem Mini konfrontiert,
das allemal dazu geeignet ist,
notorische Linksfahrer auf der Autobahn mit Nachdruck zur Seite zu
bellen.Platzmangel? Fehlanzeige!
Ja, und derart aufgeblasen sieht man sich plötzlich mit einem Fond konfrontiert, der jeglichen Kompaktkollegen um nicht nachsteht. Selbst wenn Fahrer und Beifahrer rücksichtslos die Sitze bis zum Anschlag nach hinten fahren, gerät der Heckpassagiere nicht in die Bredouille. Ab Werk wird der Countryman mit zwei Einzelsitzen ausgeliefert. Das Ausstatten mit einer durchgängigen Dreierbank kostet lediglich etwas an Originalität. Dann endet nämlich die coole Schiene, an der Brillenetuis, Handyhalterungen, Cupholder, etc . . . . befestigt werden können, bereits zwischen den Frontsitzen. Und hinterrücks? Dort tritt tatsächlich etwas zu tage, was den Ausdruck Kofferraum nicht mit Füßen tritt. Mit 350 Litern gibt's im Countryman doppelt soviel Stauraum wie im normalen Mini. Noch mal 100 kommen unter dem Ladeboden dazu. Werden die Sitze umgelegt, was leider nicht vom Kofferraum aus zu bewerkstelligen ist, sind´s dann 1.170 Liter. Das kann ein BMW X1 auch nicht besser.
Und das ist des Countryman absolutes Asset: Plötzlich sieht man sich mit
einem Fond konfrontiert,
der jeglichen Kompaktkollegen um nicht
nachsteht. Selbst wenn Fahrer und Beifahrer rücksichtslos
die Sitze bis
zum Anschlag nach hinten fahren, gerät der Heckpassagiere nicht in die
Bredouille.
Mit 350 Litern gibt’s im Countryman doppelt soviel Stauraum wie im
normalen Mini.
Noch mal 100 kommen unter dem Ladeboden dazu. Werden die
Sitze umgelegt, was leider nicht vom Kofferraum
aus zu bewerkstelligen
ist, sind´s dann 1.170 Liter. Das kann ein BMW X1 auch nicht besser.Innere Mini-Werte
Das Cockpit gibt den Blick auf gewohnte Mini-Architektur frei. Zentraler Drehzahlmesser mit den notwendigsten Infobereitstellungen hinterm Lenkrad und in der Mittelkonsole ein Wagenrad von einem Tacho, der eher den Fondpassagieren zur Tempokontrolle dient. Der Blick des Fahrers fällt so gut wie nie darauf. Die Schalterchen und Knöpfchen unter dem Tacho wollen mit spitzen Fingern bedient werden. Eingerahmt werden die Funktionselemente von einem Armaturenbrett aus hartem Kunststoff, der ein wenig im Widersinn zu einem doch recht stattlichen Preis steht.
Ab Werk wird der Countryman mit zwei Einzelsitzen ausgeliefert. Das
Ausstatten mit einer durchgängigen
Dreierbank kostet lediglich etwas an
Originalität. Dann endet nämlich die coole Schiene, an der Brillenetuis,
Handyhalterungen, Cupholder, etc . . . . befestigt werden können,
bereits zwischen den Frontsitzen.
Das Cockpit gibt den Blick auf gewohnte Mini-Architektur frei. Zentraler
Drehzahlmesser
mit den notwendigsten Infobereitstellungen hinterm
Lenkrad und in der Mittelkonsole ein
Wagenrad von einem Tacho, der eher
den Fondpassagieren zur Tempokontrolle dient.Gewichtig
Erklären lässt sich die Materialwahl vielleicht mit dem Besterben, das Gewicht des Countryman einigermaßen im Zaum zu halten. 1.380 Kilo sind es dann letztendlich, mit denen sich der von uns getestete Cooper D All4 in die Waagschale wirft. Das sind dann doch fast 300 Kilo mehr als wir es von Mini bisher gewohnt waren. Dass sich dieses Hüftgold plus Allradantrieb auf den fahrerischen Charakter auswirkt, ist wohl anzunehmen. Der neue, nun nicht mehr in Kooperation mit PSA, sondern im Alleingang produzierte 1,6-Liter Turbodiesel mit 112 PS stand uns schon im normalen Mini zu Testzwecken zur Verfügung. Während der Commonrailer dort leichtes Spiel hat und für quicken Antritt sorgt, plagt er sich im Countryman merklich. Besonders deutlich wird das, vergleicht man die nackten Zahlen: Einer Beschleunigung von 10,9 s im Countryman stehen 9,7 im Hatch-Mini gegenüber.
In der Seitenansicht ist des Countryman Bestreben ersichtlich, so etwas
wie einen SUV darstellen zu wollen,
allerdings ohne dieses Thema
überzustrapazieren. Rustikal kommt man im Countryman nie daher.
Von
hinten ist ihm eine gewisse adipöse Attitüde nicht abzusprechen,
was
aber seit J Lo – vulgo Jennifer Lopez - absolut gesellschaftsfähig ist. Moderater Verbrauch
Das mag im hyperaktiven Stadtverkehr etwas traurig machen. Überall dort, wo konstantes Dahincruisen angesagt ist, fällt das nicht ins Gewicht. Der lange Radstand und der Allradantrieb zeitigen eine ausgeglichene Straßenlage – solange die ASFINAG ihre straßenerhalterischen Aufgaben gemacht hat. Wird's etwas rauer, quittiert das der straff abgestimmte Countryman mit recht ruppiger Fahrwerksreplik. Noch ein Wörtchen zum Verbrauch: Unser Bestwert lag bei 6,8 Litern. Das ist zwar alles andere als ehrenrührig, von den von Mini angegebenen 4,9 Litern im Schnitt dann aber doch ein Alzerl entfernt.
Fazit und Preis
Danken wollen wir Mini, für einen sehr erfrischenden, das Straßenbild ungemein bereichernden Beitrag zur individuellen Mobilisierung. Anders als in vielen SUV-Kollegen, ist man im Countryman nicht bösen Blicken ausgeliefert. Ganz im Gegenteil. Und noch etwas taugt uns: Der Countryman kann ohne weiteres auch als Fronttriebler geordert werden. Hat das bei SUV anderer Markenprägung immer einen Geruch von „Ich würde gerne, aber kann nicht" ist das beim Countryman gänzlich unverfänglich, da er dem Charakter nach eher einem familientauglichen Mini, denn einem Offroader entspricht. Ein weiter Vorteil liegt dann auch in der Leistbarkeit: Der Grundpreis des uns zur Verfügung gestellten All4-Countryman von 26.990 Euro würde sich auf 24.890 Euro reduzieren.
von Christian Zacharnik, autonet.at