Mind Mapping
Mind Mapping ist für viele Menschen eine kleine Spielerei. Doch mittels Mind-Mapping lassen sich auch geistige Potentiale aktivieren, über die sich viele Menschen nicht bewusst sind. Visuelles und radiales Denken kann auch bei der Bewältigung von Problemen helfen.Die meisten Menschen haben sich in der Schule einmal mit
Mind Maps beschäftigt. Wahrscheinlich wurden sie vom Lehrer angehalten, solche Mind Maps zu bestimmten Themen zu erstellen, um diese Technik kennen zu lernen – und weil es eben im Lehrplan stand. Nur vergleichsweise wenige Schüler, um nicht zu sagen kaum einer, verwenden diese Technik später von sich aus. Das ist schade, denn man kann sie sehr erfolgreich für unterschiedlichste Dinge nutzen.
Typische Anwendungsgebiete für
Mind Mapping, also das Anfertigen von Mind Maps, sind etwa das Lernen für Prüfungen, die Ausarbeitung von Vorträgen, das Strukturieren komplizierter Zusammenhänge. Aber man kann sie auch, insbesondere im Zusammenhang mit Brainstorming, zur Ideenfindung benutzen. Ein Autor könnte damit einen ersten Überblick über eine neue Geschichte entwerfen, ein Geschäftsmann eine neue Internetseite oder den Aufbau eines neuen Unternehmens mit verschiedenen Abteilungen.
Aber auch für das
Protokollieren von Meetings ist das
Mind Mapping geeignet. Für das formale Protokoll wird man zwar in vielen Fällen auf einen Text nicht verzichten können – schon aus rechtlichen Gründen, wenn etwa verbindliche Beschlüsse durch Abstimmung gefasst werden –, aber man kann die inhaltlichen Ergebnisse des Meetings häufig durch eine beigefügte Mind Map wesentlich verdeutlichen. Wenn nun eine Technik, die in der Schule gelehrt wird und die sowohl in der Schule selbst als auch im Beruf so vielseitig und effizient einsetzbar ist, in der Praxis so wenig genutzt wird, so muss man sich fragen, woran das liegt. Tatsächlich begegnen wir diesem Phänomen ja bei anderen Lerntechniken auch, etwa dem Lernen von Vokabeln mit Karteikarten. Auch dieses begegnete jedem Schüler irgendwann, nur die wenigsten aber nutzen es wirklich. Offensichtlich darf sich moderner Unterricht nicht darauf beschränken, diese Techniken zu vermitteln. Es müssen vielmehr Wege gefunden werden, die Schüler auch zur Anwendung zu bewegen – hier liegt eine große Aufgabe für die Pädagogik der Zukunft.
Andreas Mettler