Woran lässt sich die Migräne erkennen? Welche Symptome können auftreten?
Wer kommt schon auf den Gedanken, dass eine
Migräne die Ursache von Übelkeit und heftigen Schmerzen in Kopf und Bauch ist? Die Symptome lassen die meisten Eltern auf eine Erkältung oder einen grippalen Infekt schließen. Oft wird die Migräne erst als solche erkannt, wenn sie zum wiederholten Male innerhalb kurzer Zeit auftritt. Geholfen werden kann dem Kind jedoch erst, wenn die Ursache feststeht und Eltern und Ärzte angemessen reagieren können.
Kinder zeigen andere Symptome
Schon Kinder ab dem dritten Lebensjahr können unter Migräne-Attacken leiden. Gerade bei den Kleinsten führen die Schmerzen oft dazu, dass sie nicht klar können, wo ihnen etwas wehtut. Sind die Schmerzen endlich geortet, lassen sie sich häufig trotzdem nicht zu einer Migräne zuordnen, da die Symptome bei Kindern anders ausgeprägt sind als bei Erwachsenen. Typisch für eine Migräne bei Erwachsenen sind so zum Beispiel Schmerzen, die im Kopf auftreten und auf einer Hälfte des Kopfes besonders schlimm sind. Bei Kindern ist die Migräne oftmals nicht auf eine Seite des Kopfes beschränkt. Stattdessen sind häufig die Stirn und beide Schläfen des Kindes betroffen. Auch die Dauer eines Anfalls ist bei Kindern oft deutlich kürzer als bei Erwachsenen. Zwischen einer und sechs Stunden plagen sich die meisten Kinder mit einer Migräne-Attacke, ohne davor oder danach langfristige Vorboten bzw. Nachwehen zu zeigen.
Bekannt ist bei Kindern aber auch die abdominale Migräne. Bei dieser Variante klagt das Kind über Übelkeit und erbricht sich kurze Zeit darauf. Kopfschmerzen treten dabei nicht auf.
Auch die Migräne-Vorstufe geht vollkommen ohne Kopfschmerz einher. Das Kind leidet dabei unter Schwindelattacken mit Übelkeit und Erbrechen. Diese Symptome können sich langfristig zu einer Migräne mit oder Aura entwickeln.
Eher selten tritt bei Kindern eine Migräne mit Aura auf. Die klassischen Aura-Symptome wie Lichtblitze, Flimmersehen, Sprachstörungen und Halluzinationen werden von den besorgten Eltern nur selten erwähnt.
Wie können Eltern helfen?
Als Sofortmaßnahme gilt auch bei Kindern, was für Erwachsene geraten wird. Es hilft dem Kind, wenn es sich in einem abgedunkelten, ruhigen Raum hinlegen kann. Schlaf hilft, die Migräne-Attacke schneller zu überwinden. Auf die Gute-Nacht-Geschichte sollte allerdings verzichtet werden, da der zusätzliche Sinneseindruck das Kind stresst. Ist das Kind unruhig, hilft die Anwesenheit der Eltern ihm oftmals, schneller in den Schlaf zu finden. Schmerzlindernd wirken außerdem kalte Kompressen auf der Stirn. Auch Pfefferminzöl kann auf Schläfe, Scheitel oder Nacken eingerieben werden, um den Schmerz zu lindern. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Öl nicht in Augen oder entzündete Hautpartien gelangt.
Bevor Medikamente verabreicht werden, sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Die Dosierung von Schmerzmitteln wie Ibuprofan und Paracetamol ist bei kleinen Kindern oft schwierig und sollte in Abstimmung mit einem Arzt geschehen. Von der Einnahme von Aspirin raten Medizinern bei Kindern mit Migräne ab.
Vorbeugen ist besser als heilen
Neben erblichen Faktoren sind die häufigsten Auslöser von Migräne Stress und Leistungsdruck. Dieser sollte von Eltern nicht unterschätzt werden. Auch der Besuch der Grundschule kann für ein Kind schon Stress bedeuten. Vor allem psychische Faktoren wie Streit mit Freunden oder ungerechte Lehrer können zu einer Häufung von Migräne-Anfällen führen.
Um Migräne vorzubeugen, sollten schon Kinder lernen, sich einen Ausgleich für Stress zu schaffen. Genügend Schlaf, regelmäßige Ess- und Schlafenszeiten und eine gesunde Ernährung helfen dem Kind, ein stabiles Lebensgerüst zu entwickeln, das ein Risiko für Migräne mindert. Auch ausreichend Bewegung und ein nur geringer Konsum von TV, PC und Spielkonsolen machen Kinder fit gegen den Schmerz.
Eltern können ihrem Kind am besten helfen, indem sie sich eingehend über das Thema
Migräne, Cluster-Kopfschmerz und Spannungskopfschmerz informieren und ihrem Kind mit Verständnis und Geduld zur Seite stehen.
Peter Bach