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Mietrecht mal anders. Mediation machts möglich

Autor: Anwalt-Jelinek | Erstellt am: 13.04.2011 | Gelesen: 333
Kategorie: Recht - Gesetz & Steuern | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Unstimmigkeiten zwischen Vermieter und Mieter gibt es immer mal wieder - die Nebenkostenabrechnung ist falsch - es gibt Schimmel in der Wohnung - die Nachbarn sind zu laut.

Rechtsanwalt & Mediator Max Jelinek
Rechtsanwalt & Mediator Max Jelinek

Mietrecht mal anders

Chancen und Vorteile der Mediation

Ein junges Paar, stolze Neumieter einer kleinen Traumwohnung in einem 4 Parteien-Haus am Rande von Wasserburg, 3 Zimmer, Küche, Bad, Terrasse, für günstige 480 €uro Da war noch Geld übrig für neue Möbel, die so kuschelig in die Ecken der Wohnung passten. Soweit so schön. Alles war gerade geliefert und am richtigen Platz da wurde das Haus verkauft. Eigenbedarf wurde angemeldet umfassende Renovierungsarbeiten angekündigt und die Mieter massiv unter Druck gesetzt. Da helfen die gesetzlich verankerten Regeln „Kauf bricht nicht Miete" partiell und geben einem Hoffnung aber die Freude am gemütlichen Wohnen ist erst mal dahin. Auf Rechtsstreit hat man keine Lust, man will Nerven und Geldbeutel schonen.

Der Käufer zeigt sich scheinbar spendabel „Na komm wir haben 3 Monate Kündigungsfrist, da schenk ich Euch die Miete und weil Ihr es seid und ich keinen Ärger haben will – hau ich noch nen 1.000er drauf , also 2.500,-€ alles OK?!"

Das junge Pärchen sucht zunächst Rat bei einem befreundeten Rechtsanwalt, der Ihnen die verschiedenen rechtliche Möglichkeiten aufzeigt, als die Frau zu weinen beginnt, „Nein sie wolle das alles nicht, sie sei doch schwanger und sie möchte mit Ihrem Kind in Ruhe und Frieden leben und nicht in ein Gerichtsverfahren verwickelt sein mit allen Unwägbarkeiten".

Der Anwaltskollege war überfordert und empfahl man solle sich das halt überlegen und im Zweifel die 2.500,-€ als vernünftiges Angebot akzeptieren.

Als die junge Frau bei der Rechtsschutzversicherung anrief um sich eine Deckungszusage einzuholen, empfahl man ihr eine Meditation.

Und so gelangte ich an diesen Fall.

Das junge Pärchen und der neue Hauseigentümer fanden sich zu einem Vorgespräch ein, in dem das Mediationsverfahren als strukturiertes Konfliktlösungsverfahren mit den 5 einzelnen Phasen erläutert wurde, das sogenannte Arbeitsbündnis wurde geschlossen. Das Interesse an der Mediation war geweckt und man war gespannt was es heißt „ergebnisoffen" die Interessen und Bedürfnisse herauszuarbeiten.

Es stellte sich heraus, dass der Hauseigentümer auch in ca. 6 Monaten Vater werden sollte und er deswegen auch so schnell mit den Umbauten im Haus beginnen wollte. Aber dadurch hatte er auch sehr großes Verständnis für das junge Pärchen.

Nach 4 Sitzungen wurde folgende Vereinbarung getroffen. Der Hauseigentümer bemühte sich unter Einsatz seines Bekanntenkreises und befreundeter Immobilienmakler um eine Ersatzwohnung und übernahm die „Rundum Sorglos" Umzugsunannehmlichkeiten. Im Gegenzug konnte der Hauseigentümer 6 Wochen früher mit den Umbauarbeiten beginnen.

Die Angst und Sorge des Pärchens ggf. mit Baby umziehen, oder im ungewissen Rechtsstreit mit dem Eigentümer prozessieren zu müssen war gebannt.

Ob es dem Eigentümer nun günstiger gekommen ist, kann ich nicht beurteilen aber ich weiß, dass ein Rechtsstreit über mehrere Instanzen wesentlich mehr Geld, Zeit und Nerven gekostet hätte.

Unser Rechtstipp: Manchmal nicht auf sein Recht pochen, sondern überlegen, was die eigenen Ängste und Nöte sind, die wahren dahinterliegenden Interessen und Bedürfnisse und dann, sich bei einer lösungsorientierten Verhandlungsart von einem Mediator/Vermittler begleiten lassen. Fragen Sie Ihre Rechtschutzversicherung um Übernahme der Kosten, nach meiner Erfahrung unterstützen fast alle namhaften Rechtsschutzversicherer finanzieren die Meditation durch einen ausgebildeten Mediator.

Sie haben Fragen zur Mediaton – Fragen Sie, gerne per Telefon, Fax oder @-mail

Max Jelinek
Rechtsanwalt & Mediator

08075 9140608
Fax 08075 9140611
office@imkki.de

 
 
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comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von Conny am 22.04.2011
Hallo Herr Jelinek,
Ihren Artikel finde ich gut. Sie haben hier einen Fall herausgesucht, bei dem beide Seiten nur Verlierer gewesen wären, wäre der Prozess geführt worden. Der frühere Kollege hatte vielleicht nur einen Routinefall erledigen wollen. Oder die Parteien hatten noch keine Ahnung von einer Mediation, waren dazu noch nicht reif. Als sie dann zu Ihnen kamen, hatten Sie das Spiel schon halb gewonnen. Ich will beileibe Ihren Erfolg nicht schmäler, will nur aufzeigen, welche Möglichkeiten in einer gut geführten Mediation stecken. Aber der Erfolg einer Mediation ist begründet schon in der Kinderstube: Toleranz, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft usw. Wer das nicht mitbekommen hat, ist zu bedauern, wird wohl später auch dazu nicht in der Lage sein. Ihnen weiterhin viel Erfolg.
Conny







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