Microsoft setzt auf neue Bedienelemente
Da wo sonst auf Zahlen, Karten und Würfel gesetzt wird – in der Glücksspielmetropole Las Vegas – äußerte sich der Chef von Microsoft über die Pferde, auf die der Computer-Industrie-Gigant in Zukunft sein Geld setzen will. Steve Ballmer ist der Name des Mannes, der sich da über die nächsten Projekte des großen Unternehmens äußerste und sagte zuversichtlich: „Welches Gerät auch immer Sie jetzt oder in der Zukunft verwenden: Windows wird dort sein."
Diese Äußerung ist durchaus mutig, besonders wenn man auf den aktuellen Boom von iProdukten wie iPad und iPhones schaut, die ja bekanntlich nicht zu Microsoft gehören, sondern zur direkten Konkurrenzfirma Apple. Aber Microsoft will mitziehen und hat scheinbar schon den Hardwareaspekt identifiziert, auf den sie setzen wollen: neue Bedienelemente sollen her.
Für die hauseigene Videospielmaschine, die Xbox 360, hat man diesen Plan schon umgesetzt und das Projekt Kinect veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein System, dass die Spieler vor der Konsole statt mit Tasten und Sticks die Steuerung durch Bewegung und Sprache ermöglicht. So sitzt der Spieler von heute nicht mehr faul vor dem Fernseher, sondern fuchtelt und spricht um sich durch die Menüs zu bewegen. Angeblich ist das System erfolgreich in den Handel gestartet: Bellmer sprach von acht Millionen verkauften Exemplaren innerhalb von 60 Tagen. Allerdings sieht die Fachpresse das anders und spricht von einer zwar interessanten Technik, aber kaum nennenswerten Softwareunterstützung. Und auch die beeindruckenden Zahlen spiegeln lediglich die Absätze an die Händler wieder, statt etwas über die Verkäufe an den Endkunden zu sagen.
Ein anderes Zugpferd soll wohl auch der neue Surface-Computer darstellen, der in seiner Vorgängerversion schon 2007 von Bill Gates Hoffnungsvoll vorgestellt wurde. Dabei handelt es sich um einen zehn Zentimeter dicken Computerbildschirm, der auf eine Technik namens „Pixelsense" setzt. Diese funktioniert ähnlich einem Touchscreen, aber die Pixel des Bildschirms sind gleichzeitig kleinen Kameras ähnlich, womit sie auch fähig sind auf den Bildschirm gelesene Texte und Codes – einem Scanner gleich – zu erkennen. Wie erfolgreich dieses Projekt laufen wird, wird sich noch zeigen, denn das Vorgängermodell fand keinen besonders guten Absatz. Eine der wenigen Verkauften Exemplare finden sich in der Nikolaikirche in Berlin, einige bei dem Anbieter von Mobilfunk AT&T und ebenso in einem Casino in Las Vegas. Vielleicht schafft es das neue Modell ja etwas weiter.