Messung des Augeninnendrucks
Auch wer schon
Augenpflege durch die richtige Ernährung und das Vermeiden von Belastungen wie Zigarettenrauch, falschem Arbeiten am Computerbildschirm, nicht ausreichend Schlaf, trockener Heizungsluft und Zugluft betreibt, kann trotz alle dem nicht auf regelmäßige Untersuchungen durch den Augenarzt verzichten. Augenärzte empfehlen eine jährliche Untersuchung, mindestens aber eine Untersuchung alle drei Jahre. So eine Untersuchung umfasst eine
Messung des Augeninnendrucks (
Tonometrie) und einen Sehtest. Eine Messung des Augeninnendrucks dient der Früherkennung des Grünen Stars, auch Glaukom genannt.
Der Augeninnendruck oder intraokulare Druck oder medizinisch Tensio ist der physikalische Druck auf die Augeninnenwand. Durch ihn bleibt die Hornhautoberfläche konstant glatt gewölbt, der Abstand zwischen Hornhaut, Linse und Netzhaut gleich, die Ausrichtung der Fotorezeptoren auf der Netzhaut gleichmäßig und die Kugelform des Augapfels erhalten. Der
Augeninnendruck wird vom Kammerwasser reguliert, das vom Epithel des Ziliarkörpers gebildet wird. Es gelangt zwischen Iris und Augenlinse durch die Pupille in die Vorderkammer des Auges, von wo es über das Trabekelwerk des Kammerwinkels durch den Schlemmschen Kanal in das episklerale Venensystem wieder abfließt. Der Augeninnendruck ergibt sich somit aus dem Verhältnis von Zufluss und Abfluss des Kammerwassers.
Wenn der Augeninnendruck erhöht ist, weil ein Missverhältnis zwischen dem Zufluss und dem Abfluss des Kammerwassers besteht, schädigt das den Sehnerv. Das kann zu Sehstörungen wie Gesichtsfeldausfällen bis hin zur totalen Erblindung führen. Im Frühstadium verursacht der
Grüne Star keine Schmerzen. Deshalb ist eine regelmäßige Messung des Augeninnendrucks zur Früherkennung unerlässlich.
Der normale
Augeninnendruck liegt zwischen 10 und 21 mmHg. Für die Messung gibt es unterschiedliche Verfahren, die alle unter den Begriff Tonometrie fallen. Heutzutage wird der Augeninnendruck meist entweder mit einem Applanationstonometer nach Goldmann bestimmt, wobei die Kraft gemessen wird, die für eine definierte mechanische Abplattung der betäubten Hornhaut nötig ist, oder er wird mit einer berührungslosen Messung mittels Non-Contact-Tonometrie bestimmt, wobei die Abplattung der Hornhaut durch einen Luftstoß gemessen wird. Ein weiteres, älteres Verfahren ist die Impressionstonometrie, wobei mit einem Schiötz-Tonometer geprüft wird, wie tief ein Metallstift durch ein genau definiertes Gewicht die Hornhaut eindellt. Da der intraokulare Druck im Tagesverlauf schwanken kann, können mehrere, über den Tag verteilte Messungen nötig sein, mit denen ein so genanntes Tagesdruckprofil erstellt wird.
Neben der
Messung des Augeninnendrucks macht der Augenarzt einen Sehtest, bei dem die Sehschärfe der Augen geprüft wird. Es wird sowohl Nahsicht (zum Beispiel zum Lesen) als auch Fernsicht(zum Beispiel zum Autofahren) geprüft. Dabei liest der Patient Zeichen von einer Tafel ab. Wenn der Patient besonders die kleineren Zeichen nicht mehr richtig erkennen kann, entscheidet der Augenarzt, ob die Augenpflege in diesem Fall das Tragen einer Brille umfasst.
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