Amnesty International
Das Informationsportal mehriran.de berichtet schon seit April 2009 über Hintergründe von Kultur, Politik und Gesellschaft im Iran. Seit gut zwei Jahren organisiert mehriran.de auch immer wieder Konferenzen in Europa, die sich mit der Vielfalt im Iran beschäftigen und friedliche Wege für eine Zukunft der Selbstbestimmung und Freiheit für die Bürger Irans zur Sprache bringt.
In einer Online Aktion, die parallel von Straßenaktionen in ganz Europa begleitet wird, stellt mehriran.de vom 1.-31. Juli 2011 politische Gefangene im Iran und europäische Aktivisten vor. Die Straßenaktionen sind von der Internationalen Organisation zum Schutz der Menschenrechte im Iran inspiriert und werden teilweise von Gruppen wie Amnesty International, Solidaritätsgruppen mit den Trauernden Müttern vom Laleh Park in Teheran, United 4 Iran oder Code e.V. mitgetragen oder auch alleine durchgeführt. Bei den Straßenaktionen werden hunderte Passanten und Passantinnen auf die Situation im Iran angesprochen und um ein Foto von ihrem Gesicht gebeten. Diese Aktion startete am 1. Juli in Hannover, am 2. Juli in Hamburg und am 3. Juli in Berlin. So werden nach und nach viele Städte in ganz Europa Zeuge und Teilnehmer an der Aktion werden. Alle Poster, die aus den gesammelten Fotos erstellt werden, erscheinen auf dem Blog faceforhriran, auf mehriran.de, auf facebook und können auch aus dem Iran auf persischsprachigen Webseiten gesehen werden.
Gesichter des Widerstands im Iran. Täglich wechselnd über die Dauer von 31 Tagen des Monats Juli wird jeweils ein Portrait inhaftierter oppositioneller Männer und Frauen mit einer kurzen Beschreibung zu sehen sein. Daneben erklären sich ein Mann oder eine Frau aus Deutschland durch ein kurzes Portrait solidarisch. Immer gibt es ein Gedicht oder Musik mit Bezug zu Iran.
Mit dieser Aktion werden Brücken zwischen Gefangenen im Iran und Menschen, die in Deutschland auf diese Gefangene und die Situation im Iran aufmerksam machen, gebaut. Die 31 Inhaftierten stehen stellvertretend für alle politischen Gefangenen im Iran. Die 31 Aktivisten vertreten symbolisch die vielen Aktivisten weltweit, die uneigennützig die Stimme der Verfolgten im Iran in der Öffentlichkeit der westlichen Länder zu Gehör bringen. Die Aktion dient nicht der Herausstellung von einzelnen Personen und ihren Leistungen. Es sind Beispiele der Solidarität, Beispiele eines wachsenden Anliegens auf der ganzen Welt sich gegenseitig zu unterstützen im Sinne von Selbstbestimmung, positiver Entwicklung und Menschenrechten. Es ist ein Appell an alle Engagierten weiter wachsam zu sein. Durch die Musik und die Gedichte ist die Aktion eine Hommage an Freiheit, Selbstbestimmung und Solidarität weltweit.
Einst sagte ein politischer Gefangener, der im Iran als Jugendlicher verhaftet wurde, weil er sich für Philosophie interessierte: "Das Schlimmste im Gefängnis war der Eindruck des Vergessen-werdens. Das Schönste war die Entdeckung, dass wildfremde Menschen sich für uns interessierten."
Helmut N. Gabel