nicht die Fragen machen uns sorgen, sondern die Antworten allein
Der Eine ist eins in seinen Taten, eins in seinen Worten und eins in seinem Willen! Er ist eins in seinen Eigenschaften, er ist das Eine, das sich durch keine Einheit definieren lässt, denn er ist der Ursprung und das Wesen aller Einheiten. Seine Einheit ist eins mit und in seinem Wesen, ohne SEIN zu sein. Er steht über der Einheit, ja auch über der Zeit und dem Raum. Er schuf sie und mich, ohne selbst erschaffen zu werden. Er schuf mich und kennt mich und meine wahre Existenz und ihren Sinn. Er weiß alles über mich, ohne mich zu erleben, denn ich bin nicht nur ein Teil seines Wissens sondern auch und vor allem seines Vorwissens. Er kennt meine Fragen, ohne dass ich sie fragen, er kennt die Antworten, die keine Fragen haben. Er ist das Geheimnis meines Seins.
Dem Einen verdanke ich alles, denn er lässt, als die einzige absolute Wahrheit, mein Leiden und Qual verschwindend gewichtlos, denn keine Zeit, egal für welche lange Dauer sie hat, ist lang verglichen mit der Ewigkeit. Seine Weisheit ist mein Trost und seine Existenz ist meine Sicherheit. Vor ihm brauche nicht, mich zu verstellen, oder was vorzutäuschen, denn er ist mein Erschaffer und akzeptiert mich als solcher so, wie ich bin. Seine Existenz ist mein Schicksal, das mir das Leben definiert und mich das Leben als solches definieren lässt; als Anerkennung des Lebens an sich und in sich mit dem bewussten Willen, nicht aufzugeben, sondern geduldig auszuhalten und sinnvoll Widerstand zu leisten. Seine absolute Wahrheit lässt mich die Lügen und die Scheinheiligkeit erkennen können. Sein irdisches Utopia ist das Drama. Der Eine ist das Eine Licht, das durch den Nebel meiner Depression und Wolken meiner Ängste unbeirrt seinen Weg zu meinem wahren Ich drängt und mein Herz mit Hoffnung und Fassung belebt.
Durch den Einen fühle ich mich geborgen und sicher, denn er ist immer bei mir, egal wo ich bin. Er sagt mir, dass meine Einsamkeit, meine Ängste und meine Leiden zur Lügenwelt gehören. Er bestätigt mir, dass diese Welt von keiner wahren Bedeutung ist, er bestätigt mir, dass die wahre Welt und das wahre Leben dort, im Jenseits. Er bestätigt mir, dass er mich bestätigt. Anhand dieser Erkenntnisse lässt mich der Eine meine Welt, meine Zeit und meine Grenzsituationen akzeptieren. Nur durch den Einen hat mein Unfug doch einen Sinn. Nur durch den Einen wird meine Niederlage zu einem Sieg. Der Eine ist der einzige Weg, mich und meine Welt zu akzeptieren, zu leben ohne nihilistische aufgegebene Hoffnungen aber auch ohne negative Faulheit. „es ist ein heldenhaftes Gefühl und nicht das Gefühl eines Helden. Das Gefühl eines Menschen, der seine Aufgaben erfüllt und sein Schicksal akzeptiert hat"(Alija Izetbegovic)
Ich bete den Einen an. Ich gehorche dem Einen, und dadurch befreie ich mich von allem, was ihm unterlegen ist, von all den Elementen meiner Welt und nur dadurch erreiche ich meine Freiheit, die sich durch die einzige absolute Freiheit definiert. Er gibt mir alles, was mir gestohlen wurde, er wischt mir meine Tränen und vergütet mir meine Verluste. Er kennt jede Schmerzstelle meines Körpers und meiner Seele und er weiß, sie zu heilen. Seine liebe lässt mich lieben können. Die Liebe des Einen und durch den Einen formt mich und prägt mein Wesen und lässt mein Sein sein.
Der Eine ist mir ganz nah und ganz fern. Ganz nah, wenn ich in ihm mich suche und ganz fern, wenn ich in ihm das vollkommene Wirkliche erfassen will. Der Eine ist ewig, aber seine Ewigkeit ist eine erfüllte Besonderheit, denn sie unterliegt, als außerzeitliche absolute Ewigkeit, keiner Veränderung. Seine Ewigkeit lässt sich in keinen Angaben oder Funktionen ausdrücken, doch durch sie lässt sich meine Ewigkeit als funktionelle Vergänglichkeit definieren. Der Eine braucht mich nicht und doch schließt mich in seiner Vorsorge durch sein Vorwissen ein. Der Schöpfer vor dem Schöpfen und nach dem Schöpfen lässt sich nicht ändern und lässt nichts außer ihm unveränderlich. Er ist der Ferne in der Unbedingtheit seiner Existenz und der Nahe in der Bedingtheit meiner Existenz. Seine absolute Unbedingtheit definiert meine bedingte Unabsolutheit, aus ihm stammt alles und ihm ähnelt nichts.
Meine Seelenkommunikation zum Einen ist das einzige mögliche Mittel zur Kommunikation meiner Seelen zu den anderen Seelen, denn auf den Weg zum Absoluten sind alles Unzulängliche Zwischenstufen. Aus dem Einen schöpfe ich die Kraft und den Willen, denn der Eine ist der fehlende Rest meiner Kraft und die Lücke meines Willens. Der Eine will mich nicht hinters Licht führen, denn ich –als funktionelle Einschränkung- brauche ihn –vollkommenes unerschöpfliches Absolutes- und nicht umgekehrt.
Sein Jenseits lässt mich meine Lage mit Fassung akzeptieren. Es lässt mich ihm völlig vertraut hingeben… er ist die einzige Sonne meines Himmels… das einzige Licht meiner Dunkelheit… er ist… mein einziger Gott.
Nedall Zalloum
Aus dem Buch: Blicke aus ParallelweltenNedall Zalloum (NeDo)ISBN 978 –3- 9812428-1-2Online und bei jeder Bücherei bestellbar[1] Diese 5 Grenzsituationen, wurden zum ersten Mal von Karl Jaspers als solche bezeichnet und sie sind für ihn als Hinweis für die Existenz, dass es Anders gibt, ein Jenseits. Vergleiche Karl, Jaspers; was ist der Mensch.