Treppen anstatt den Lift
Wie Recht hatte doch der ehemalige Bergsteiger Reinhold Messner als er seiner wehklagenden Freundin schon vor über 20 Jahren den Einbau eines bequemen Aufzugs in seinem neu erworbenen Schloss in Südtirol verweigerte.
Heute ist man schlauer. Bewegung tut not. Soviel ist sicher. Und doch siegt die Bequemlichkeit meist. Nicht jedem ist es gegeben, sich fünf Mal die Woche mindestens eine halbe Stunde körperlich zu verausgaben, auch wenn dieses nachweisbar lebensverlängernd wirkt.
Dabei wäre alles so einfach. Schon die kleinen Dinge des Alltags wirken manchmal Wunder. Anstatt mit dem Auto einzukaufen oder zur Arbeit zu fahren, könnten kürzere Strecken ebenso mit dem Fahrrad bewältigt werden oder sogar zu Fuß. Aber das ist längst bekannt. Wissenschaftlich wurde dieser positive Effekt der Alltagsbewegungen auf die Gesundheit bereits im Jahre 2008 nachgewiesen. Laut einer Schweizer Studie steigert schon das konsequente Verzichten auf den Lift nach 12 Wochen die Fitness.
In dem Versuch wurden 77 Menschen mit einem bewegungsarmen Alltagsleben dazu aufgefordert, 12 Wochen die Treppen statt des Aufzugs zu nehmen. Die Zahl der täglich bewältigten Stockwerke lag bei den 69 Teilnehmern, die bis zum Studienende durchhielten anfänglich bei 5, später bei 23. Die Sauerstoffaufnahme erhöhte sich um durchschnittliche 8.6 Prozent, was für die Ausdauer eine wichtige Rolle spielt. Außerdem habe sich der Hüftumfang bei den Probanden um 1,8 Prozent reduziert.
Die Experten fordern daher zu Recht, mehr Bewegung in den Alltag hineinzubringen, So erhält auch der weniger Sportbegeisterte eine begrenzte Fitness und wir könnten nebenbei auch noch ein wenig an Energie und Geld einsparen.
Wären da nicht die lästigen Stufen…
Arne Frentzel