Modische Strümpfe
Die aktuelle Kompressionstherapie hat sich gegenüber früher in den wesentlichen Bestandteilen gar nicht gross verändert, eine gute und solide Grundlage bilden immer noch
medizinische Kompressionsstrümpfe. Es werden Varizen, Lymphödeme, Venenthrombosen und deren Konsequenzen wie das postthrombotische Krankheitsbild therapiert. Aber auch für die Therapie des Ulcus cruris kommen massgeschneiderte Strümpfe zum Zuge. Auch für eine gesunheitsorientierte Prophylaxe eignen sich leichte Kompressionsstrümpfe hervorragend.
Wirkungsweise von verordneten Strümpfen
Kompressionsstrümpfe üben aus von außen Druck auf das Parenchym der umschlossenen Wade, um dessen geschädigtes Venen- oder Lymphsystem zu entlasten. Ein medizinischer Strumpf ist so produziert, dass die verursachte Kompression von proximal nach distal analog zum Gewebedruck in Richtung der Schwerkraft steigt. Die ausgeübte Kompression des Strumpfes ist individuell abhängig von Diagnose des Betroffenen und wird in die Kompressionsklassen eins bis vier eingeteilt. Die Kompressionsklasse I ist die leichteste Stufe.
Übersicht der verschiedenen Kompressionsstrümpfe:| Kompressionssklasse | Druck in mmHg | Beispiel |
Eins (I)
| 18-21mmHg | Venosan 4001 |
Zwei (II)
| 23-32mmHg | Varisan Fashion |
Drei (III)
| 34-46mmHg | L&R Actico Silk |
Vier (IV)
| über 49mmHg | Spezialanfertigungen
|

Kompressionsstrümpfe haben nicht das Vermögen aktiv zu entstauen, lediglich die Situation der Entstauung einer Gliedmasse konstant zu halten. Auch bekannt als stationäre, erhaltende Therapie. Kompressionsstrümpfe sind an und für sich nichts anderes als eine zweite Haut, welche als Gegenlager bei Aktivität dient.
Der Effekt der Kompressionsstrümpfe ist allerdings nur gewährleistet, wenn der Patient die Beine genügend Bewegen kann. Leute welche an das Bett gebunden sind, profitieren nur bedingt von Kompressionsstrümpfen. Bei Leuten mit pAVK (peripher arterielle Verschlusskrankheit) und Polyneuropathie sollte die Therapie mit Kompressionsstrümpfen nur unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Anwendung medizinischer Strümpfe zur Prophylaxe
Kompressionsstrümpfe in schwacher Ausführung, also Klasse I Strümpfe werden genauso als prophylaktisches Hilfsmittel gegen die beängstigende Reisethrombose eingesetzt. Auch Angehörige von dauernd aufrechten Beschäftigungen, wie z.B. im Gastronomiegewerbe, profitieren von den schwachen Strümpfen im Sinne einer Unterstützung. Einige Untersuchungen haben ergeben, dass konsequentes Anziehen von Kompressionsstrümpfen die Gefahr einer Thrombose auf langen Reisen, insbesondere Flügen um bis zu 90% verkleinern kann. Als wichtigste Ursachen der Reisethrombose gelten Bewegungslosigkeit und auch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr. Die einengende Haltung und die feuchtigkeitsarme Luft erhöhen das Risiko für ein Ereignis weiter. Speziell betroffen hiervon sind Passagiere, welche bereits vorbestehende Risikofaktoren aufweisen (z.B. erlittene TVT).
Anfertigung und Merkmale
Charakteristisch für einen Kompressionsstrumpf ist das Zweizugmaterial, das eine definierte Quer- und Längsdehung aufweist. Früher wurden oft natürliche Fasern für die Herstellung verwendet, das ist jetzt allerdings nur noch selten der Fall. Baumwolle wird höchstens in Kombination mit Synthetikfasern eingesetzt. Echtes Gummi gehört der Vergangenheit an. Die längere Haltbarkeit macht synthetische Fasern sehr beliebt. Normalerweise werden Kompressionsstrümpfe im Rundstrickverfahren gewoben, auf diese Weise entsteht keine unschöne Naht. Verfügt der zukünftige Träger des Strumpfs über ungewöhnliche Proportionen, so kann ein
Massstrumpf sinnvoll sein. Flachgestrickte Strümpfe bieten sich als gute Ausweichmöglichkeit an. Diese Strumpfmodelle werden aus einem ebenen Stück Stoff zusammen genäht und bilden ein Rohr, welches offensichtlich eine Nahtstelle aufweist. Das Auge leidet zwar unter diesem Verfahren, dafür können so die Konturen der Beine wesentlich besser und homogener umschlossen werden. Flachgestrickte Strümpfe werden für gewöhnlich bei massiven Krampfadern oder aber Wassereinlagerungen angewendet und haben die Kompressionsklasse zwei oder höher.
Auf dem Markt erhältliche Modelle
Kompressionsstrümpfe sind als Unterknie-, Oberknie- und Oberschenkelstrümpfe, aber auch als Strumpfhose für Männer und Frauen käuflich.
Zusätzlich ist zu wählen, ob Strümpfe mit freier Zehenspitze und / oder mit Halteband erwünscht sind. Zur Nacht sollen Kompressionsstrümpfe niedergelegt werden, denn ausschliesslich wenn der Körper in aufrechter Haltung und in Bewegung ist, ist eine Kompression von Strümpfen erforderlich und wirksam. Damit das Aus- und Anziehen von Kompressionsstrümpfen erleichtert wird gibt es unterschiedliche Hilfsmittel, sogenannte Strumpf-Butler.
Es gibt auch komprimierende Strümpfe für Hände und ganze obere Extremitäten, da sogar die oberen Gliedmassen von Krankheiten betroffen sein können, die eine Komprimierung benötigen.
Handhabung von Kompressionsstrümpfen im Alltag
Handelsübliche Socken lassen sich im Vergleich zu medizinischen Strümpfen mit wesentlich weniger Aufwand anziehen. Ein bekannter Tipp sind Gummihandschuhe. Durch das Gummi erhält man einen satten Halt und schützt die Strümpfe vor Rissen durch eckige Kanten. Etwas Creme kann das Austrocknen der Haut reduzieren. Als erstes die Beine duschen und gründlich trocknen. Das Anziehen der Kompressionsstrümpfe geht nach dem Aufstehen einfacher, da dann die Waden weniger verdickt sind. Von Zeit zu Zeit ist es erforderlich, dass Strümpfe über Verbände gezogen werden müssen. Hier kann ein ganz feiner Strumpf behilflich sein, welcher zuvor über die Bandagen gestreift wird. Fast alle Anbieter haben auch spezielle Anziehhilfen für Kompressionsstrümpfe im Sortiment. Mit diesen wird das An- und Ausziehen wesentlich erleichtert, so dass die Selbstständigkeit gefördert wird. Mehr Informationen gibt es im
Strümpfe Shop.