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Medizinische Fußpflege - Podologie - Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen

Autor: wolke01 | Erstellt am: 16.09.2010 | Gelesen: 674
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Eine eigenständige Krankheit oder ein Begleitsymtom?

Barbara Kelle - Staatl.gepr.Podologin
Barbara Kelle - Staatl.gepr.Podologin
Bei Hitze oder Anstrengung ist starkes Schwitzen nicht ungewöhnlich, sondern gesund und lebenswichtig. Was aber, wenn der Schweiß scheinbar ohne Anlass ausbricht und Fußgeruch zur Pein wird. Hier kann eine funktionelle Störung der Schweißdrüsen vorliegen. Betroffene Personen leiden stark darunter.

Schwitzen ist ein lebenswichtiger Vorgang, der unsere Körpertemperatur reguliert. Zwischen 0,8 und 10 Liter Schweiß je nach Klima und Belastung produzieren die rund zwei Millionen Schweißdrüsen am Tag. Besonders dicht vorhanden sind sie an den Fußsohlen und Handinnenflächen. Über die Hautporen gelangt der Schweiß an die Oberfläche. Dort verdunstet er und entzieht dem Körper überschüssige Wärme. In Verbindung mit anderen Regelungsmechanismen kann der Organismus auf diese Weise seine Temperatur stets konstant halten.

Multitalent Schweiß

Auch der Säureschutzmantel der Haut wird im Wesentlichen durch Schweiß aufgebaut. Er verwandelt die Hautoberfläche in ein leicht saures Milieu und schützt so vor Bakterien und Pilzen. Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Hinzu kommen Substanzen, die für die natürliche Hautbefeuchtung sorgen. So viele Vorteile der Schweiß mit sich bringt, so lästig kann er auch werden. Generell ist er farb- und geruchlos. Schwitzt der Körper jedoch zu viel, entstehen üble Gerüche.

Zu viel des Guten

Übermäßiges Schwitzen wird als Hyperhidrose bezeichnet. Dabei kann es sich um eine eigenständige Krankheit handeln (primäre Hyperhidrose). Die Folge sind heftige Schweißausbrüche vor allem an den Handinnenflächen, Fußsohlen oder in den Achselhöhlen. Die genauen Ursachen sind bisher nur schwach erforscht. Die zu starke Schweißbildung kann aber auch ein Begleitsymptom unterschiedlicher Erkrankungen wie Bluthochdruck, Nierenleiden, Übergewicht, Magenerkrankungen, Herz-Kreislauf- Beschwerden oder Erkrankungen des Nervensystems sein (sekundäre Hyperhidrose). In diesem Fall ist meist der ganze Körper von Schweißausbrüchen betroffen. Um solche Grunderkrankungen auszuschließen, sollte man bei starkem Schwitzen unbedingt einen Arzt aufsuchen. Mit einer Schweißmengenmessung kann der Mediziner dann auch feststellen, ob tatsächlich eine Hyperhidrose vorliegt. Dabei wird mit einem Filterpapier jener Schweiß aufgesaugt, der binnen einer Minute fließt. Eine Schweißproduktion ab 30 Milligramm pro Minute an einer Fußsohle gilt als Nachweis für übermäßiges Schwitzen.

Angst, Schmerz, Stress

Etwa ein bis zwei Prozent der Menschen in Deutschland leiden an einer primären Hyperhidrose. Bei ihnen reagiert der Körper bereits auf leichte Anstrengungen, seelische Belastungen oder auch ohne jeglichen Anlass mit übermäßigem Schwitzen. Bekannte Auslöser sind Angst, Schmerzen oder Stress. Da die Schweißproduktion über das vegetative Nervensystem gesteuert wird, vermutet man, dass die Nervenfasern dieses Systems überaktiv reagieren.

Geschlechtsunabhängig

Männer und Frauen sind in etwa gleich häufig betroffen, wobei es für beide Geschlechter auch spezifische Ursachsen gibt. Viele Frauen leiden während der Wechseljahre an heftigen Schweißattacken. Verantwortlich ist eine verminderte Produktion des weiblichen Hormons Östrogen. Bei Männern kann ein niedriger Testosteronspiegel Schweißausbrüche provozieren. Dass Männer häufiger und stärker schwitzen als Frauen, ist kein Wunder, da sie generell über mehr Schweißdrüsen verfügen. Grundsätzlich gilt: Fußgeruch kann verschiedene Ursachen haben. Vor der Therapie sind diese abzuklären.

Wie entsteht der Geruch?

Oft sind es die individuellen Lebensgewohnheiten, die starken Fußgeruch provozieren. Geschlossenes Schuhwerk, Synthetikstrümpfe, zu seltener Wechsel der Schuhe, massive Anstrengungen und Sport fördern die Geruchsbildung. Der zunächst geruchlose Schweiß wird auf der Hautoberfläche durch Bakterien zu Fettsäuren und Ammoniak umgewandelt. Diese Abbauprodukte sind die eigentlichen Geruchsträger. In luftdichten Schuhen und Strümpfen vermehren sich die Bakterien hervorragend. Die Folge bei Hyperhidrose: Je mehr Schweiß produziert und an der Hautoberfläche konserviert wird, desto größer ist das Bakterienaufkommen und damit die Menge an übel riechenden Substanzen.

Hautprobleme

Schweißfüße sind für die Patienten nicht nur unangenehm, sie können auch ernsthafte Hautprobleme verursachen. Als Folge übermäßiger Schweißsekretion ist die Fußhaut häufig aufgequollen, rissig und spröde. Oft zeigen sich an den Fußsohlen auch grübchenförmige Hornhautdefekte. Die Barrierefunktion der Haut ist gestört, und die Einrisse dienen als ideale Eintrittspforte für Bakterien und Pilzerreger.

Was kann man tun?

Dicht abschließende Schuhe und Socken verhindern, dass der Schweiß abdunsten kann. Deshalb sollten Betroffene beim Schuhkauf auf atmungsaktive Materialien achten und Schuhe regelmäßig lüften und desinfizieren. Bei Hyperhidrose helfen vor allem bewährte antitranspirante Inhaltsstoffe, zum Beispiel Aluminiumsalze, die übermäßige Schweißproduktion zu reduzieren. Antimikrobielle Wirkstoffe verhindern darüber hinaus, dass der Schweiß in übel riechende Substanzen umgewandelt wird. Zur unterstützenden Behandlung von Hautproblemen bei Hyperhidrose ist es außerdem besonders wichtig, den Füßen eine reichhaltige Pflege zuzuführen.

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Ich würde mich freuen...

Ihre Barbara Kelle
 
 
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