Beispiel Massivhaus - Putzvariante
Fertighaus oder Massivhaus – diese Frage stellen sich viele zukünftige Bauherren. Bei beiden Varianten gibt es entsprechende Vor und Nachteile.
Fertighäuser:
Fertighäuser werden in der Fabrik industriell vorgefertigt und anschließend auf bereits vorhandenen Sohlplatten aufgestellt. In der Regel benötigt man für die Aufstellung eines Fertighauses als geschlossenen Baukörper nicht mehr als drei Tage. Für die weiteren Gewerke vergehen bis zur schlüsselfertigen Erstellung ca. 3 Monate.
Die zügige Schließung des Baukörpers hat außerdem den Vorteil, dass in der Bauphase nur wenig Wasser in den Baukörper gelangt.
Die Vorteile eines Fertighauses:
Ein Fertighaus kommt mit einer weniger dicken Außenwandkonstruktion aus. Bei den gleichen Außenmaßen verschafft die weniger dicke Wandkonstruktion den Bewohnern einen größeren Wohnraum. Durch den geringeren Wandaufbau lassen sich bei einem Fertighaus trotzdem gute Dämmwerte erreichen. Für die Erstellung von Energieeffizienzhäusern bietet sich das Fertighaus in hervorragender Weise an.
Beim Fertighaus ist durch die industrielle Fertigung meistens günstiger als ein Massivhaus, da in größeren Stückzahlen produziert werden kann.
Die Nachteile eines Fertighauses:
Durch Banken werden Fertighäuser oft geringer bewertet als Massivhäuser. Dies führt zu einer niedrigeren Beleihungsgrenze. Einen finanziellen Nachteil müssen Verkäufer eines Fertighauses oft bei einem Verkauf hinnehmen, da der Wertverlust bei einem Fertighaus höher ist als beim Massivhaus.
Der Wandaufbau führt weiter zu einer erhöhten Feuergefahr und zu höheren Lärmbelastungen als beim Massivhaus. Im Wandaufbau eines Fertighauses werden oftmals Folien eingesetzt. Diese Folien können dazu führen, dass das Haus nicht „ atmen " kann. Der Einbau einer kontrollierten Be und Entlüftungsanlage sollte in diesem Fall erfolgen um Schimmelbildung zu vermeiden.
Massivhaus:
Ein Massivhaus wird traditionell aus Porenbeton, Kalksandstein oder sonstigen Ziegeln gebaut. Es wird oft der Begriff „ Stein auf Stein " gebraucht. Teilweise werden Massivhäuser auch industriell durch Maschinen hergestellt. Die einzelnen Wände werden dann wie beim Fertighaus zur Baustelle transportiert und dort aufgestellt. Der handwerkliche Aufbau durch Maurer und Betonarbeiter ist allerdings die Regel.
Die Vorteile:
Massivhäuser bieten einen besseren Schallschutz als die Holzrahmenbauweise. Die Wertbeständigkeit und die Lebensdauer werden durch Banken höher bewertet. Bei einem Verkauf wird oftmals ein höherer Preis erzielt. Auch Massivhäuser werden aus natürlichen Materialien hergestellt. Ein weiterer Vorteil bei der Erstellung des Massivhauses ist die individuelle Architektur. Auch ein nötiger Umbau ist unkomplizierter als bei einem Fertighaus.
Die Nachteile:
Massivhäuser werden in der Regel in 6 Monaten schlüsselfertig erstellt. Auf den ersten Blick ist dies natürlich eine längere Bauzeit als bei einem Fertighaus.
Man sollte hier allerdings bedenken, dass das industriell gefertigte Haus auch eine Bauzeit in der Fabrik benötigt. Diese Zeit darf bei einem Vergleich aber nicht unberücksichtigt bleiben.
Durch die handwerkliche Erstellung durch Fachkräfte muss man bei einem Massivhaus einen höheren Baupreis einkalkulieren.
Nach der Erstellung des Massivhauses muss das Haus zunächst „ trocken geheizt „ werden. Bauherren sollten in den ersten zwei Jahren erhöhte Energierechnungen berücksichtigen. Der Baukörper sollte außerdem oft gelüftet werden.
Der Artikel hebt keinen Anspruch auch Vollständigkeit. Teilweise werden von Firmen andere Meinungen vertreten. Natürlich versucht jede Baufirma ihr Produkt – ob es ein Massivhaus oder ein Fertighaus ist – bei dem Kunden anzupreisen. Der Bauherr sollte hier weitere Meinungen einholen und sich letztlich für seinen Favoriten und die richtige Baufirma entscheiden.
Mario Sieve