Artemisinin kann mithilfe von Blitzlicht hergestellt werden.
Die Produktion von Artemisinin ist äußerst kostenaufwendig und bedarf viel Zeit, denn bislang wurde das effektive Mittel gegen Malaria nur aus einer Pflanze mit der Bezeichnung „Einjähriger Beifuß (Artemisia annua)", durch eine aufwendige Isolation der Zwischenprodukte gewonnen. Bei den 4 Prozessen, die für eine Synthese erforderlich sind, können bislang nur 10 % der Artemisinin-Säure gewonnen werden. Die restlichen 90 % gehen durch die Vorgänge jedoch verloren.
Sauerstoff und Licht ist für Menschen lebensnotwendig. Diese beiden elementaren Vorrausetzungen haben sich in den letzten Jahren bei vielen Erfindungen bewährt. Wer sich jetzt noch wundert, dass sie wieder zu einer bahnbrechenden Erfindung verholfen haben, sollte kurz zum Himmel schauen und tief durchatmen. Wie eine Kamera, verwendet der mit Leuchtdioden ausgestattete Strömungsreaktor Blitzlicht, jedoch entstehen durch die Photochemie keine Bilder, sondern 800 Gramm Artemisinin pro Tag. Eine optimierte Version des Prototyps schafft es sogar auf 750 kg pro Jahr. Bestehend aus den bereits genannten Leuchtdioden, einer Sauerstoffflasche, 2 Pumpen und einem Teflonschlauch, benötigt der Apparat nur einen Kostenaufwand von 5.000 €.
Auf die Industriehersteller des Wirkstoffes kommen neue Herausforderungen zu, denn die Produktion der neuen Entwicklung erfordert ein Umdenken der bislang angewandten Methoden.
Was ist Malaria?
Das Wort Malaria kommt ursprünglich aus dem italienischen und bedeutet „schlechte Luft". Die Tropenkrankheit, die durch die Malariamücke (Anopheles-Mücke) übertragen wird, betrifft besonders Entwicklungsländer, die nicht ausreichend finanzielle Mittel haben, um sich gegen Malariainfektionen zu schützen. Jedes Jahr erkranken rund 243 Millionen Menschen auf der ganzen Welt an Malaria. Dabei stellt Afrika allein einen Anteil von 90 %. Im Jahre 2010 starben rund 655.000 Menschen an den Folgen der Infektion. Alternative Medikamente gegen Malaria sind momentan:
Kann die Erfindung verwirklicht werden?
Um eine Produktion der 800 Strömungsreaktoren, die nach Angaben der Wissenschaftler ausreichen würden, um den jährlichen Bedarf von 243 Millionen Menschen weltweit zu decken, müssen noch einige Studien bezüglich der Wirksamkeit durchgeführt werden. Die verbesserte Variante des Reaktors benötigt sogar nur die Hälfte der Apparaturen, um alle Menschen mit Malaria zu versorgen. Von der medizinischen und wirtschaftlichen Seite bedarf die Erfindung noch einiger Nachforschungen.