Welchen Weg gehen?
Wer erinnert sich an seinen letzten Schultag, den Abschlussball oder die Zeugnisausgabe? Wahrscheinlich jeder, dann mit dem erworbenen Schulabschluss beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Mit einem Schulabschluss öffnen sich völlig neue Türen, aber in welche man als junger Mann eintreten soll, ist nicht jedem sofort klar. Nur die wenigsten wissen schon vorher welchen Weg sie einschlagen wollen. Ist ja auch nicht verwunderlich bei den Möglichkeiten heutzutage bei ca. 400 Ausbildungsberufen und knapp 2900 Studiengängen fällt die Wahl sicherlich nicht ganz leicht.
Nun aber möchte ich ein Thema ansprechen, was gerade für junge Männer in Deutschland interessant ist. Die gute, alte Wehrpflicht. Jeder Mann im Alter zwischen 18 und 23 ist wehrpflichtig. Ob er sich nun für den Zivildienst entscheidet, oder doch lieber den Dienst an der Waffe vorzieht ist eine reine Gewissensfrage. Beide Dienstarten haben vor und Nachteile und wie lange es die Wehrpflicht in Deutschland noch geben wird, ist fraglich. Derzeit sieht es danach aus, dass es in naher Zukunft nur noch eine Freiwilligenarmee geben wird.
Ich hingegen wusste nach der Musterung sofort, dass ich für den Dienst an der Waffe nicht geeignet bin und habe mich deshalb für den Zivildienst entschieden. Nach mehreren Recherchen im Internet stellte ich fest, dass es auch andere Möglichkeiten gibt seinen Zivildienst abzuleisten als im Altenheim um die Ecke. Also informierte ich mich mehr und mehr über freie Zivildienststellen in Hamburg um dort zumindest für 9 Monate dort meinen Zivildienst abzuleisten. Nach mehreren Telefonaten und versendeten Bewerbungen wurde ich zu mehreren Vorstellungsgesprächen eingeladen und entschied mich letzten Endes für ein Altenheim im Norden Hamburgs wo ich als Hausmeistergehilfe anfangen konnte. Nun arbeite ich seit August diesen Jahres hier und habe meine Entscheidung in Hamburg meinen Zivildienst abzuleisten nicht bereut. Gerade die vielen netten Kollegen haben mir hier den Einstig sehr erleichtert.
Ich kann nur jedem raten, der noch den Dienst ableisten muss, dies in einer anderen Stadt zu tun. So lange man noch jung ist und nicht durch Arbeit und Familie an einen bestimmten Ort gebunden ist sollte man diesen Schritt wagen. Man riskiert natürlich auch was, denn es ist gerade im jungen Alter schwierig sich von Familie und Freunden für einen längeren Zeitraum nicht zu sehen. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und es gibt ja heute genügend Möglichkeiten per Handy oder Facebook in Kontakt zu bleiben. Also einfach mal was riskieren, den Horizont erweitern, neue Menschen kennen lernen Lebenserfahrungen sammeln. Wo kann man dies besser als in einer fremden Stadt? Wahrscheinlich nirgends.
Jan Poerschke