Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Macht und Ohn-Macht als kybernetischer Alltags-Prozess. (Teil 1)

Autor: WolfgangSchwalm | Erstellt am: 07.07.2010 | Gelesen: 617
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Jedes mal wenn ich ohn-mächtig unterliege, d. h. fremdbestimmt bin, werde ich wütend. Geht Ihnen das auch so?

Mitsu tomoe: Sonne, Himmel, Erde, Mensch
Mitsu tomoe: Sonne, Himmel, Erde, Mensch
Das Thema Macht und Herrschaft beschäftigt uns unser ganzes Leben lang, in allen Lebensbereichen – zwangsläufig! Die erste Ohn-Machts-Phase erleben wir un-bewusst in unserer frühesten Kindheit (Prä- und Post-Natal: Abtreibung, Adoption). Die letzte im Altersheim, wenn wir Pech haben! Wir alle kennen das Gefühl der Ohn-Macht wenn der Zug gerade abgefahren ist, am Wochenende im Notfall ein Dienstleister unerreichbar ist oder die LebenspartnerIn sich zur Trennung entschloss – und geht. Hilflosigkeit! Hat Ihnen schon mal der Geldautomat in einer fremden Stadt am Samstag-Abend ´grinsend´ die Geldkarte eingezogen? Lieber einen Microsoft-Absturz daheim erleben.

Wir lernen als Säuglinge (soziale Wesen) sehr schnell, das die Macht-Mittel und –Methoden unterschiedlich verteilt sind. Ein Säugling kann so lange schreien, „ ...bis ich es am liebsten an die Wand schmeißen möchte!" (Zitat einer Mutter). Der erste Abnabelungs-Versuche als Macht-Spiele. Diese Spiele gewinnt allerdings immer der Säugling, wer kann schon so schön lächeln?

Im restlichen Lebens-Verlauf wechseln die Phasen von Macht und Ohn-Macht nach Dauer und Intensität, Form und Inhalt – über die Zeit. Unsere Wahr-Nehmung basiert bekanntlich auf Kontrast-Differenzierung und Mängel-Ausgleich die ständig unsere Entscheidungen erfordern. Diese bewirken ständig Konflikte (Aus-Wahl). Macht in einer Auseinandersetzung mit anderen führt schnell zur Gewalt: positiv (Retter) oder negativ (Gewalt-Täter).

Der Wille zum Herrschen basiert auf unserem Dominanz-Streben, das man bis zum Ende der Pubertät entwickelt, oder gar nicht.Grundsätzlich sollte man wenigstens die Macht über sich selbst, zur Selbst-Bestimmung, -Beherrschung und -Erhaltung, ausüben. Auffällig im Alltag ist häufig die Machtausübung durch an sich psychisch schwache Personen mittels Ämter-Formal-Macht. Verwechseln wir also nicht die Person mit der Position (Funktion). Schwache benötigen die Verstärkung durch die Gruppe oder formale Mittel. Sie suchen sich noch schlichtere Gemüter – die gelebt werden wollen. Starke Menschen leben Selbst-Bestimmt ihre Authentizität und Identität!

Im Laufe unsres Lebens erfahren wir immer wieder, das Männer bei Konflikten ihre Macht in physischer Gewalt (Folgen sichtbar) ausleben. Frauen leben sie dagegen unsichtbar aus, in psychischer Gewalt, z. B. gespielter Hilflosigkeit. Weshalb wir Männer auch das schwächere Geschlecht sind. Für Totschlag bekommt Man(n) mind. 10 Jahre. Für die massenweise psychische Persönlichkeits-Zerstörung von Kindern und Ehemännern gehen Ehe-Frauen und Mütter straffrei aus.

Früher benutzte man den Begriff Macht im Zusammenhang mit einem positiv oder negativ personalisierten Führer/Leader (+Jesus, -Nero, +Marc Aurel, -Napoleon, -Herr H., -Stalin, +Gandhi, +Dalai Lahma). Heute benutzt man die Begriffe Dominanz und Sub-Dominanz. Dominanz ist ein Begriff der auch in der Natur usw. für Beschreibungen genutzt wird. Z. B.: „Im Park dominieren im Mai die Tulpen und im Juli die Rosen." In den Zuschauerrängen dominierte Blau. Der Gegenbegriff lautet oft: unter-repräsentiert.

Es gibt sichtbare und un-sichtbare Mächt(e): Die ´gläsernen Decken und Wände´ in unserem Sozial-System bewirken z. B. das soziale Randgruppen, trotz Intelligenz, z. B. keinen Vorstandsposten erreichen (Praxis). Nach unseren Gesetzen (theoretisch) hat Jede(r) jede Chance (Formal-Macht).

Es gibt aber auch vitalistische und mechanistische Mächte: Ein Saal-Ordner (menschlicher Entscheider) sieht mir beim Nein ins Auge. Ein Fahrkartenautomat (programmiertes all or nothing (0 v 1)) nimmt meinen Geldschein nicht an. Ausgerechnet dann kommt ein Schaffner. Und jedes mal bin ich der Depp!

Macht, bezeichnet nach einem weit verbreiteten Verständnis Macht über als Fähigkeit von Individuen und Gruppen, auf das Verhalten und Denken sozialer Gruppen oder Personen - im eigenen Sinn und Interesse - einzuwirken. Es handelt sich um einen grundlegenden sozialen Aspekt, welcher in praktisch allen Formen des menschlichen Zusammenlebens eine Rolle spielt. So führt das Sozialverhalten von Individuen in Gruppen und von Gruppen untereinander zum Entstehen von Sozialstrukturen, in denen sich auch unterschiedliche Machtpositionen ausdifferenzieren. Außerdem wird unter Macht die ermöglichende Macht zu verstanden, als allgemeine Fähigkeit auf die Umwelt einzuwirken.Quelle: Max Weber, wikipedia.de

Wir kennen zwei Arten von Macht/Dominanz:

Im politischen Kontext unterscheidet MacMillan die Konzepte Macht

„Macht ist das Vermögen, tatsächliche Situationen umzustrukturieren. – Power is the capacity to restructure actual situations."

und Einfluss.

„Einfluss ist das Vermögen, die Wahrnehmung anderer zu kontrollieren und zu verändern. – Influence is the capacity to control and modify the perceptions of others."

Quelle: I. C. MacMillan, wikipedia.de

Deutsche sind (immer noch) eher süchtig nach einem Diktator, Führer bzw. Be-Herrscher (Mensch und Buchstabe). Inzwischen verlagerte sich diese Sucht auf die unauffälligere Symbolebene: Gesetze, Vorschriften, Formulare, Mauern, Zäune (Die Macht des Faktischen.), Partei-Programme, -ismen, Religionen und Sekten – die pure Angst vor der eigenen Verantwortung! Niemand ist zuständig und keiner verantwortlich. Jedem Mitbürger möchten wir am Liebsten die eigene Willens-Bildung aufzwingen – ohne eigene Verantwortungs-Konsequenz! Um seine Macht noch zu steigern verlegt man sich notfalls auf die Omni-Potenz (All-Macht) eines gedachten Gottes und ´dessen Ideen´ (Schöpfungs-Theorie) – die die eigenen sind. Planen und Vor-Schreiben der Ordnung bis zum Stillstand bzw. Tod, die maximale Determination. Bloß keine Stochastik (Chaos).

Th. W. Adorno (Studien zum autoritären Charakter) sagte: 70 % aller Deutschen seien autoritäts-verliebt.

Der Geßlerhut, ein deutsches Macht-Ide(e)al:

Wilhelm Tell ist das letzte fertiggestellte Drama Friedrich von Schillers. Er schloss es 1804 ab, am 17. März 1804 wurde es am Weimarer Hoftheater uraufgeführt. Das Drama, im Paratext von Schiller schlicht als „Schauspiel" apostrophiert, nimmt den Stoff des Schweizer Nationalmythos um Wilhelm Tell und den Rütlischwur auf. Quelle: wikipedia.de, Auszug

Power, the inner experience – Macht, eine innere Erfahrung – beschreibt am kürzesten den Grund zum Macht-Streben, den Willen andere zu lenken (Kybernetik). Ein tolles Gefühl das süchtig machen soll!

Das Macht-Streben entsteht bis zum Ende der Pubertät – oder nicht mehr.

Die psychologischen Grundlagen sind:

  1. Konditionierung, Anpassung
  2. Selbst-Vertrauen: Erfolgs-Erlebnisse
  3. Selbst-Behauptung: Macht-Streben
  4. Sozial-Verhalten: Kooperation oder Konfrontation

Macht-Streben aus Trotz gegen Eltern und Geschwister und wegen Kompensation eines Minder-Wertigkeits-Gefühls.

Welchen Nutzen später jemand aus seiner erworbenen oder verliehenen Macht zieht, hängt von seiner Persönlichkeits-Struktur ab (Motivation, Werte-Welt):

  • Egozentrisches Bedürfnis nach eigener Leistung und Qualität
  • Altherozentrisches Bedürfnis andere anzuleiten und zu fördern

Die Sozialpsychologen French und Raven haben in einer heute klassischen Studie 1959 ein Schema von fünf Kategorien entworfen, welche die verschiedenen Machtbasen bzw. Ressourcen einordnen, auf die sich der oder die Machtinhaber abstützen:

  • Il-Legitime Macht
  • Macht durch Belohnung
  • Macht durch Zwang
  • Macht durch Identifikation
  • Macht durch Wissen
  • Macht durch Information

Macht kann auf verschiedene Weise (Formen) ausgeübt werden:

  • Handlungs-Macht
  • Entscheidungs-Macht
  • Mobilisierungs-Macht
  • Verfügungs-Macht
  • Definitions-MachtQuelle: wikipedia.de, Auszug

Die physiologische Machtausübung ist auf 3 Kognitions-/Wahr-Nehmungs-Arten möglich:

  1. Real-Ebenen Macht (denken): Eltern, Verkehrs-Polizist, Soldat, Gesetzbücher, ...
  2. Symbol-Ebenen Macht (ir-real, fühlen): Kreuze, Gewissen (Über-ICH), Geßler-Hut, …
  3. Macht des Faktischen (handeln): Zu- und Umstände werden geschaffen.

a) Charisma: überzeugende Ausstrahlung von Führungs-Persönlichkeiten:

  1. gewachsene Autorität
  2. Dominanz-Streben
  3. Sendungs-Bewußt-Sein
  4. Charme

b) Charakter: Die seelisch-geistige Eigenart, typische Persönlichkeits-Merkmale.

Die Persönlichkeiten und Methoden der Machtausübung:

  • Formal-Macht, Institutionelle Macht: Charakter (Form vor Inhalt), verliehene ´Stempel-Macht´ für z. B. Beamte (verwalten, Anwesenheit), ...
  • In-Formal-Macht: Charisma (Inhalt vor Form, gestalten, Leistung), ...
  • Repressive Macht: Befehl und Gehorsam, Zuckerbrot und Peitsche, Tadel, ...
  • Kompensatorische Macht: Lob, intrinsische und extrensische Motivation, ...
  • konditionierte Macht: Sie ist die wirksamste und gefährlichste Form, weil der Beherrschte sich gerne unterordnet bis zur Persönlichkeits-Aufgabe..
Partei-, Religions- und Sekten-Mitglieder: Die Einzel-Unterwerfung bewirkt die Gruppen-Dynamische Macht über den Einzelnen (bi-modale Symmetrie, ´brain wash´) intern und nach außen! Man lässt sich gerne be-herrschen/unterwerfen/unterjochen – deshalb kann man als Gruppe andere be-herrschen! Der Einzelne wird instrumentalisiert.

Die Erbsünde (Christen) bewirkt Schuld-Gefühle und permanente Ängste als psychische Ohn-Machts Basis-Stimmung – mittels Gewissen (konditioniertes Über-ICH)!

Die Mächtigen unterscheiden sich von den Machtlosen durch (Macht-Quellen):

  • eine starke Persönlichkeit: Leadership, ...
  • Eigenschaften als Machtmittelzugang z. B. Opinionleader dank Wissen, ...
  • Besitz: Materiell und Ideell, Wissen, ...
  • Organisations-Zugehörigkeit

Die Macht, Entscheidungen innerhalb einer Organisation zu treffen – miteinander in Beziehung gesetzt:

  • Regel-Macht – die Macht, Entscheidung darüber zu treffen, nach welchen Spielregeln die Organisation handelt – und
  • operative Macht – die Macht Entscheidungen innerhalb der Organisation zu treffen
Quelle: wikipedia.de, Winstanley

Betrachten wir noch das Verhältnis von Herrscher vs. Be-Herrschte (master and slave):

  1. schwache Dominanz (Gamma-Männchen/-Weibchen): Unterlegenheits-Gefühle, Herrsch-Sucht, Profil-Neurotiker, ...
  2. starke Dominanz (Alpha-Männchen/-Weibchen): Selbst-Achtung, Motivieren, Delegieren, Entwickeln, Generalisieren, Timing, Intuition, Risiko-Bereitschaft, Eigen-Initiative, ...

Mindesten 80 % aller Menschen werden gelebt und lassen denken (in Parteien, Sekten, Religionen; ihr Sein bestimmt ihr Bewusst-Sein)

Max. 20 % gehören zur autonomen Macht-EliteQuelle: Michael Birkenbihl, Auszug

Der bekannteste Macht-Theoretiker:

Niccolò Machiavelli, (1469-1527) war ein italienischer Politiker, Diplomat, Philosoph,Geschichtsschreiber und Dichter. Sein Name wird heute mit rücksichtsloser Machtpolitik unter Ausnutzung aller Mittel verbunden. Der später geprägte Begriff Machiavellismus wird daher oft als abwertende Beschreibung eines politischen Verhaltens gebraucht, das raffiniert, aber ohne ethische Einflüsse von Moral und Sittlichkeit die eigene Macht und das eigene Wohl als Ziel sieht.Quelle: wikipedia.de, Auszug

Ich kann in einem Aufsatz natürlich nur die Grundzüge meines Lieblings-Themas ´Macht´ aufzeigen. Gerne vertiefe ich, auf Wunsch, in einem Seminar das Thema.

Wolfgang Schwalm, im Gedenken an Michael Birkenbihl (WSchwalm@gmx.de)

 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Politik - Gesellschaft & Soziales:
Prinz Modschtaba Khamenei, Sohn des falschen Pharaos
Pal Dragos: Frauenquote und bürgerliches Denken - Emanzipation vom Geschlecht
Die Hälfte der Deutschen fühlt sich mit Pflegeplatzsuche überfordert
Eine eigene Kirche in den USA gründen? Wie gehts das eigentlich?
Humana startet Mitmachaktion zugunsten des Deutschen Kinderhilfswerkes
Wird in Tunesien mit dem Messer missioniert?
Max Bryan: Deutschlands bekanntester Obdachloser führt Videotagebuch
Norwegen steckt in der Butterkrise

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “Macht und Ohn-Macht als kybernetischer Alltags-Prozess. (Teil 1)”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.