ein glücklicher Geldsack
GLÜCK ist ein Zauberwort, das die Menschen schon seit Urzeiten, häufig unbewusst, leitet. Der Homo Sapiens unternimmt auf der Suche nach diesem Schatz nicht immer geistreiche Dinge. Den Einen führt es in fremde Länder, andere auf die Couch der Nachbarin. Fakt ist nur, dass wir nach dem Glück streben und das ein Leben lang. Doch was ist eigentlich Glück?"Das Glück gibt es, ich habe davon gehört". So schrieb Gesualdo Bufalino. Doch es ging an ihm vorüber. Nicht wenige glauben sich auch heute in diesen Worten wiederzufinden. Auf die Frage, was Glück sei, wird man sicher einen Haufen unterschiedlicher Antworten bekommen.
Der israelische Milliardär Jacob Burak erklärt in seinem Bestseller "Do Chimpanzees Dream of Retirement" den Trugschluss, den viele erliegen. Es sind die kleinen Dinge, die kleinen Freuden jeden Tag, die glücklich machen: ein unerwartetes Telefonat, das Treffen mit einem Freund, ein Lächeln, eine gute Tat… Er will uns sagen, dass Geld nicht der Schlüssel zum Glück ist. Wichtig sind Freunde, die Familie, ein Sonnentag, Kinder...
Nichts Neues, was Burak seinen Lesern auftischt. Seltsam ist aber, dass ausgerechnet immer diejenigen, die wie Dagobert Duck im Geld schwimmen, sich zum Guru des Banalen erklären und Geld als Glücksbringer ausschließen.
Schade ist, dass diejenigen, die für ihr tägliches Brot hart arbeiten müssen, abends den Kopf nicht mehr frei haben, um ihre Thesen zum Glück zu formulieren. Doch man kann davon ausgehen, dass je weniger Geld eine Person hat, desto zentraler das Geld nicht nur in den Planungen wird, sondern auch das individuelle gefühlte Glück beeinflusst.
Von daher ist verständlich, wenn in Burak's Gedanken Geld keine Rolle mehr spielt, hat er doch davon mehr als genug. Ob er auch noch so denken würde, wenn er von heute auf morgen sein Geld verlöre?
A.Frentzel