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M. Papapol: Faschistoide Tendenzen in der SPD - Verdinglichung des Sozialen

Autor: Wachstumstrend | Erstellt am: 30.05.2011 | Gelesen: 365
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Faschistoide Tendenzen in der SPD – Verdinglichung des Sozialen – Leibsoziologie

Thilo Sarrazin darf SPD Mitglied bleiben! Rassistische Thesen und die SPD? Auch sein Rechtsbeistand in dem Ausschlussverfahren, der ehemalige Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi, gab im Spiegel Bemerkenswertes von sich. Nach seiner Auffassung sollte eine Gesellschaft, die immer mehr über Genetik redet, zugestehen, dass Intelligenz und Begabung auch durch die Vererbung beeinflusst werden können. (Vgl. Der Spiegel, Nr. 18, 2011) Zur Erinnerung: Sarrazin hat behauptet, dass die menschliche Begabung „zum einen Teil sozial bedingt ist, zu einem anderen Teil jedoch erblich". (Institut für Staatspolitik: Der Fall Sarrazin, S. 32)

Was geschieht hier und in der SPD eigentlich? Naturwissenschaftliche Kategorien werden in die Betrachtung der sozialen Verhältnisse hineingemischt. Die Schlussfolgerung aus den Behauptungen von Sarrazin & Co. lautet demnach: Araber und Türken können sich teils aus genetischen Gründen in Deutschland nicht integrieren und die dazu notwendigen intelligenten Leistungen erbringen!!!

Begabung und Fähigkeitsentwicklung einzelner Menschen aber auch Menschengruppen hängen jedoch von den sozialen Bedingungen jenes Milieus ab, in dem sie aufwachsen (Elternhaus, Schule, kultureller Hinter-grund usw.). Die Integration als soziale Fähigkeit mit der Genetik erklären zu wollen, ist ein anthropologisches Missverständnis. Solche genetischen Interpretationen bewegen sich im Bereich  des Sozialdarwinismus. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu hat in seinen leibsoziologischen Untersuchungen nachgewiesen, wie die Schichtzugehörigkeit der Menschen deren Habitus formen und mitbestimmen kann.

Wenn  jedoch prominente Mitglieder der SPD ihr Verständnis des Sozialen mit der Genetik vermischen, machen sie sich der Verdinglichung des Sozialen schuldig. Mit einem solchen Verdinglichungsprozess wird die eigentliche Absicht der SPD unterlaufen, nämlich eine soziale Partei zu sein. Kein Wunder, dass diese soziale Verdinglichung die Partei spaltet.

Das neue elektronische Vorwort 2011 zum Buch: „Der digitale Kapitalismus" von Martin Papapol ist erschienen.
Sie können es in Bezug auf dieses und weitere Themen unter www.papapol.de kostenfrei einsehen.
 
 
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