Der Lungenentzündung
Volkskrankheit Lungenentzündung
Im Herbst und Winter ist es für den Großteil der Bevölkerung normal, dass die Nase läuft und man sich bei immer kälter werdenden Temperaturen über verstopfte Atemwege beschwert. Auch Husten oder Halsschmerzen nimmt man in Kauf mit dem Wissen, dass eine Erkältung eigentlich nur wenige Tage anhält und man diese gute mit Hausmitteln bekämpfen kann. Durch regelmäßiges Inhalieren von heißem Wasserdampf, viel trinken von Kräutertees oder Milch mit Honig sowie einer Belastungspause des angegriffenen Körpers ist diese im Normalfall schneller weg, als man denkt. Doch was passiert, wenn die harmlos erscheinende Erkältung eben nicht harmlos ist, und das bereits geschwächte Immunsystem sich nicht mehr gegen andere noch gefährlichere Viren wehren kann?
Es gibt viele „typische" Folgeerkrankungen wie Lippenherpes, Bronchitis oder Mandelentzündung. Eine von den gefährlichsten und am meisten gefürchteten ist die Lungenentzündung in der Fachsprache auch Pneumonie genannt. Sie kann durch verschiedene Wege übertragen werden, wie zum Beispiel über Bakterien, Viren sowie Pilzen. Um die häufigsten Erreger für diese unangenehme Krankheit zu nennen, muss man Staphylokokken, Pneumokokken oder die so bezeichneten Grippeviren. In Deutschland sind diese weit verbreitet. Jedes Jahr infizieren sich über 800.000 Menschen mit den Viren einer Lungenentzündung – das sind 10 Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung. Bei einem Drittel von den Erkrankten ist die Erkrankung so schwerwiegend, dass ein Krankenhausaufenthalt unvermeidbar ist. Zum Vergleich, es werden mehr Patienten mit Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt als Personen mit einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall. Man kann deswegen die Lungenentzündung zu einer der deutschen Volkskrankheiten dazuzählen. Eines der Probleme ist aber, dass viele Betroffene nicht erkennen, dass sie an Pneumonie erkrankt sind und somit nicht richtig behandelt werden können – und dadurch wird der Gesundheitszustand häufig noch schlechter.
Lungenentzündung – ja oder nein? Die wichtigsten Symptome
Ein eindeutiges Anzeichen einer Lungenentzündung ist ihr schwerer Verlauf – es geht einem in einem rasanten Tempo immer schlechter, Krankheitszeichen wie hohes Fieber bis zu 40 Grad und Schüttelfrost treten rasch und heftig auf. Die Atmung kann ebenfalls beeinträchtigt sein. Der Husten ist besonders unangenehm und tritt am Anfang meist wie ein Reizhusten auf, erst später wird er produktiver, in dem er die Atemwege vom angereicherten Schleim befreit. Dieser Auswurf nimmt dabei meistens eine rötlich-braune Farbe an. Durch die Atemprobleme macht sich Sauerstoffmangel im geschwächtem Körper bemerkbar, den dieser durch eine stark erhöhte Atmung ausgleichen muss. Deswegen ist es nicht verwunderlich, wenn auch der Pulsschlag ein rascheres Tempo anschlägt. Ein Zeichen davon, dass der Körper trotzdem zu wenig Sauerstoff aufnehmen kann, erkennt man durch bläulich verfärbte Nagelhaut. Betroffene fühlen sich die gesamte Dauer der Erkrankung meist müde und sehr schlapp. Durch die Viren der Krankheit bilden sich Lungenbläschen in der Lunge, die Alveolen, und das Lungengewebe wird beschädigt.
Ich habe eine Lungenentzündung – was tun?
Falls man betroffen ist, muss man aber prinzipiell keine Angst haben, denn eine normal verlaufende
Lungenentzündung kann mit einer entsprechenden Therapie erfolgreich behandelt werden. Nach zwei bis drei Wochen Behandlung ist diese im Normalfall überstanden.
Falls aber Komplikationen auftreten, kann ein Krankenhausaufenthalt die Folge sein – dies ist der Fall bei einer Entzündung des Lungenfells, einer Sepsis oder ein Lungenabszess. Gehen Sie aber unabhängig von der Schwere der Erkrankung auf jeden Fall zu einem Arzt und lassen Sie sich untersuchen. Lungenentzündungen sind oft am Beginn nicht von einer banalen Erkältung zu unterscheiden, deswegen wird der Arzt in der Regel ein Röntgenbild anfertigen, mit der er dann genau diagnostizieren kann, an welcher Erkrankung man leidet.