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Löst übertriebene Hygiene Allergien aus?

Autor: karlowski | Erstellt am: 06.11.2008 | Gelesen: 2333
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Nur in der frühen Kindheitshase wird das Immunsystem durch Endotoxin positiv trainiert und geprägt, es hat somit in dieser Phase eventuell sogar eine protektive Funktion.

Allergisches Asthma ist eine der weltweit häufigsten Erkrankungen im Kindesalter, die besonders in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Grund genug, den wissenschaftlichen Kenntnisstand der Allergieentstehung sowie anderer gesundheitliche Folgen, die wir durch Veränderungen unserer Lebensumwelt auslösen, genauer unter die Lupe zu nehmen.

So trafen sich über 1.100 Wissenschaftler aus aller Welt in Garmisch-Partenkirchen 2001 zur „Internationalen Tagungswoche zu umweltbedingten und genetischen Einflüssen auf die menschliche Gesundheit", der ersten Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Bei dem vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) organisierten Mammuttreffen mehrerer internationaler Fachgesellschaften wurden in über 1000 Vorträgen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Themen wie BSE bei Mensch und Tier, Elektromagnetische Felder, Multiple Chemische Sensititvität oder Allergien behandelt.

Einige der angereisten Wissenschaftler hatten dabei Erstaunliches im Gepäck. So findet ausgerechnet bei einem deutschen Lieblingsthema, „nicht nur sauber, sondern rein", ein Paradigmenwechsel statt, oder, wie Professor Erich Wichmann, Direktor des GSF-Instituts für Epidemiologie, sagt: „Heftiges Waschen ist übertrieben". Denn neuerdings deutet vieles darauf hin, dass die verbesserten hygienischen Wohnverhältnisse in Deutschland oder den USA zwar grundsätzlich zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage in der Bevölkerung beigetragen haben, sich in Form einer quasi „sterilen" Wohnumgebung aber auch durchaus negativ auf die Gesundheit auswirken können. Dies scheint besonders auf die Entwicklung bestimmter allergischer Erkrankungen bei Kindern zuzutreffen. So zeigt eine an der Universitätsklinik München durchgeführte Studie mit über 1000 Kindern aus der Schweiz, Österreich und Süddeutschland, dass Kinder mit Asthma oder Heuschnupfen deutlich weniger stark mikrobiellen Belastungen mit Endotoxin, einem allergieauslösenden und ubiquitär verbreiteten aus Eiweißen und Fettverbindungen bestehenden Bestandteil der äußeren Zellwand zahlreicher Bakterien, ausgesetzt waren als gesunde Kinder. Dies korrespondiert mit zwei weiteren Studien aus Deutschland, die zu dem Ergebnis kamen, dass Kinder, die in höherem Maße mit Endotoxin Kontakt hatten, ein geringeres Erkrankungsrisiko für Allergien haben.

Auch eine Studie aus den USA kam zu einem vergleichbaren Resultat. Dabei wurde die Antikörperbildung bei 226 Schulkindern gemessen und mit der Anzahl Allergene, die Hausstaubmilben und Katzen in deren Wohnhäusern produzierten, verglichen. Die Untersuchung zeige, so der Leiter Thomas Platts-Mills, dass Kinder, die mit Katzen aufwachsen, ein geringeres Risiko haben, an Tierallergien zu erkranken, als Kinder, die in einer katzenfreien Umgebung leben. Ein Effekt, der bei den Hausstaubmilben allerdings nicht zu beobachten war.

So warnt Erich Wichmann denn auch: „Nicht jeder Dreck ist gesund", und möchte derzeit keine weitere praktische Empfehlung abgegeben, als die, dass übertriebene Reinlichkeit bei Kindern aus gesundheitlichen Gründen nicht erforderlich sei. Dies scheint ganz besonders bei Kleinkindern der Fall zu sein. Denn setzt der Erstkontakt mit Allergieauslösern bereits während der ersten sechs Lebensmonate ein, so kann dies eine deutliche Erniedrigung des Allergierisikos zur Folge haben. „Das Zeitfenster ist entscheidend. Nur in der frühen Kindheitshase wird das Immunsystem durch Endotoxin positiv trainiert und geprägt, es hat somit in dieser Phase eventuell sogar eine protektive Funktion. Eine Exposition bei einer bestehenden Allergie oder im Schulalter hat dagegen negative Folgen", fasst Wichmann zusammen.

Ulrich Karlowski
www.naturenews.de
 
 
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