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Lektorat und Formatierung einer Bachelorarbeit, Diplomarbeit erlaubt?

Autor: lektorat | Erstellt am: 28.03.2011 | Gelesen: 1069
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Dürfen Studenten oder Doktoranden Ihre Abschlussarbeit bzw. Doktorarbeit lektorieren oder korrigieren lassen? Ist das schon Ghostwriting?

Lektorat und Formatierung einer Bachelorarbeit, Diplomarbeit erlaubt?
Lektorat und Formatierung einer Bachelorarbeit, Diplomarbeit erlaubt?
Die Presselandschaft hat im Rahmen des ehemaligen Verteidigungsministers ausgiebig über das Thema Ghostwriting von Doktorarbeiten berichtet. Es ging um die Frage, wann eine wissenschaftliche Publikation nicht mehr ausreichend Eigenleistung enthält. In diesem Rahmen stellen sich Studenten und Doktoranden auch die Frage, ob ein Lektorat einer Abschlussarbeit oder Doktorarbeit erlaubt ist. In diesem Artikel erfahren Sie mehr dazu.

Vermutlich gibt es keinen Bundesbürger, der nicht von der Diskussion zum Thema Ghostwriting von Doktorarbeiten "überzogen" wurde. Ausgiebig wurde über falsches Zitieren, fehlender Eigenleistung, Betrug und Ghostwriting berichtet. Sogar eine Wiki-Plattform hat sich wochenlang zu diesem Thema ins Gespräch gebracht. Studenten und Doktoranden sind verunsichert, wieviel Hilfe nun erlaubt ist, was nicht mehr koscher ist und ab wann eine Abschlussarbeit (Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Masterarbeit oder Hausarbeit ...) oder eine Dissertation nicht mehr ausreichend Eigenleistung enthält.

Als freier Dozent wurde ich auch von meinen Studenten (Bachelorstudiengänge) und anderen Doktoranden, die ich coache, dazu befragt.
Als Quintessenz zu diesem Thema kann ich nur folgendes schlussfolgern und empfehlen:

  1. Hilfe von Kommilitonen und Assistenten sind zu Beginn und während der Erstellungszeit einer Abschlussarbeit erlaubt und erwünscht.
  2. Coaching von Agenturen ist in meinen Augen absolut erlaubt, solange die Eigenleistung (wissenschaftliche Schaffungskraft und Arbeit) nicht durch Agenturleistung ersetzt wird.
  3. Lektorat und Korrekturlesen, wie z.B. von www.lektorat-bachelorarbeit.de, www.lektorat-korrektur.de oder www.lektorat.ag sind in meinen Augen erlaubt, da diese Dienstleistung nicht den wissenschaftlichen Rahmen der Eigenleistung verändert oder ergänzt. Das ist auch die Meinung meiner Kollegen und vieler anderer Professoren. Viele sehen es auch positiv einen wissenschaftlichen Text lektorieren zu lassen, weil er dann einfach besser erfassbar wird. Jeder Student oder Assistent hat auch die Erfahrung gemacht, dass nahezu jede wissenschaftliche Publikation eines Professors zumindest von seiner Sekretärin oder einem externen Dienstleister lektoriert wird. Auch werden ganze Illustrationen oder Abbildungen von Dritten erstellt. Wenn jeder Dozent bzw. Professor erlaubt, dass Freunde, Familienangehörige oder Kommilitonen Abschlussarbeiten Korrekturlesen bzw. lektorieren, weshalb dann nicht auch eine Agentur. Es ändert nichts in der Sache, sondern nur in der Qualität der Korrektur.
  4. Hilfe bei der Formatierung und dem Layout. Auch dies ein Thema, dass bei einigen Studenten für Verwirrung sorgt. Ähnlich wie beim Lektorat sehe ich und alle mir bekannten anderen Dozenten kein Problem, dass Studenten sich hier Hilfe bei Freunden, Kommilitonen oder Agenturen (z.B. bei www.formatierung.net ) holen. Solange die wissenschaftliche Eigenleistung nicht tangiert wird, ist alles erlaubt. Wäre es nicht so, dürften Studenten auch keine Bücher zu diesem Thema kaufen und die Ratschläge und Vorlagendateien im Internet nutzen.
  5. Hilfe bei der Datenanalyse. Viele Studenten und Doktoranden werden von dem eigenen Lehrstuhl oft in Stich gelassen, wenn es um die Auswertung/ Datenauswertung empirischer Arbeiten bzw. Studien geht. Wenn selbst der eigene Lehrstuhl, der Betreuer oder Assistenten des Betreuers nicht helfen können oder wollen, wird sich ein Student entweder über Literatur oder Agenturen (wie z.B. www.statistik-nachhilfe.de oder www.mathematik-nachhilfe.net) Hilfe und Unterstützung beschaffen müssen. Auch hier gilt natürlich der gleiche Argumentationsstrang wie beim Lektorat und der Formatierung. Alles erlaubt, solange nicht die Eigenleistung durch die externe Hilfe signifikant reduziert wird.

Studenten und Doktoranden haben sich schon immer Hilfe über Dritte nehmen müssen. Das war in der Vergangenheit so und wird auch in Zukunft so bleiben. Bei all der Diskussion zu dieser Thematik sollte auch die Rolle der Hochschule genauer beleuchtet werden. Wenn Studenten nicht ausreichend auf diesen finalen Teil ihrer wissenschaftlichen Ausbildung vorbereitet werden, werden einige auch den nicht erlaubten Kunstgriffen, wie einem reinen Ghostwriting ihrer eigenen Abschlussarbeit oder Doktorarbeit nicht widerstehen können.

Georgia Trimceski
 
 
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