Vorab muss man ein
Lektorat einer Diplomarbeit,
Bachelorarbeit oder sonstiger
akademischer Abschlussarbeit vom sogenannten Ghostwriting abgrenzen. Dies ist enorm wichtig, denn ein Lektorat ist, wenn es den Regeln des klassischen Lektorats folgt, von allen Unis und Fachhochschulen erlaubt, ein Ghostwriting hingegen hat schon viele Jungakademiker um ihren Abschluss und somit um ihre Zukunftschancen gebracht.
Bei einem Lektorat erfolgen Verbesserungen hinsichtlich der Grammatik, der Rechtschreibung, des Stils und der Stringenz einer Arbeit, es werden jedoch keine fachlichen Umarbeitungen vorgenommen. Bei einem Ghostwriting werden Teile einer Abschlussarbeit oder gar die ganze Arbeit von einer Person verfasst, die vom Studenten dafür bezahlt wird. Da aufgrund des Ghostwritings dem Studenten nicht mehr die für einen akademischen Abschluss erforderliche wissenschaftliche Eigenleistung zugerechnet werden kann, ist diese zu Recht nicht erlaubt und wird, wenn dies herauskommt, im schlimmsten Fall mit einer Exmatrikulation oder, bei bereits abgeschlossenem Studium, mit einer Entziehung des akademischen Abschlusses geahndet.
Bei einem Lektorat hingegen wird der wissenschaftliche Gehalt einer Diplomarbeit, Master Thesis, Bachelor Thesis oder Magisterarbeit nicht oder nur marginal verändert. Es werden nur Verbesserungen vorgenommen, die den Inhalt der Arbeit selbst nicht antasten. Die Inanspruchnahme eines Lektorats ist demzufolge nichts für Studenten und Studentinnen, die ihre fehlenden Kenntnisse der Methoden wissenschaftlichen Arbeitens durch das Lektorat ausgleichen wollen. Ein Lektorat ist eine lohnende, weil meist die Note der Abschlussarbeit verbessernde Investition für diejenigen unter den Studenten und Studentinnen, die wissenschafltich arbeiten können, aber manche Unsicherheiten bezogen auf Grammatik, Satzbau oder Interpunktion vorweisen.
Ein regelrechter Zwitter zwischen dem klassischen Stilektorat einer wissenschaftlichen Arbeit und einem Ghostwriting ist ein Fachlektorat. Hier wird auch auf den Inhalt der Arbeit Einfluss genommen, aber es ist immens wichtig, dass dabei nicht der wissenschaftliche Gehalt der Arbeit wesentlich verändert wird. Denn sonst kann selbst ein sonst rechtlich einwandfreies Lektorat durch einen erfahrenen Lektor oder eine Lektorin ein riskantes Unterfangen werden. Allen Studenten und Studentinnen, die ein Lektorat in Anspruch nehmen wollen, ist deshalb angeraten, vor Inanspruchnahme desselben sich zuerkundigen, was nun genau am Text verändert wird. Nur so kann man sicher gehen, dass man nicht, auch nicht teilweise, unerlaubte Ghostwriting-Dienste in Anspruch nimmt. Die meisten seriösen Lektorate, die ihre Dienste auch im Internet offerieren, grenzen sich auch bewusst von solchen Dienstleistern, die neben einem Lektorat auch Ghostwriting anbieten, ab. Sie gelten als die schwarzen Schafe dieses Dienstleistungsbereichs, und dies vielleicht nicht ganz zu Unrecht, denn Sie verkaufen mit ihren Leistungen auch die Aussicht auf einen teuer erkauften Studienrausschmiss.
Oliver Krumes / Lektor.de