professionell Fitness - Personaltraining
Leistungsdiagnostik – Lungenfunktionstest
Für Profis- und Freizeitsportler - Testverfahren immer praktikabler
Vor allem im Spitzensport sind leistungsdiagnostische Testverfahren längst Bestandteil einer optimalen Trainingssteuerung und -planung. Auch wenn diese Diagnostiken wie Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2max), der aeroben und anaeroben Schwellen sowie Atemflussgeschwindikeiten etc. vorwiegend im Bereich Ausdauersport der Profis (Triathleten, Marathonies, Rennradfahrer, etc.) ihre Anwendung finden, erbringen diese auch immer mehr für Hobby- und Freizeitsportler sowie in der Medizin für lungenerkrankte Patienten (Asthma bronchiale, Lungenfibrose, restriktive und obstruktive Erkrankungen) ihre Dienste. Anhand von statistischen Normwerten können erzielte Messwerte relativiert werden. Regelmäßige Messungen hingegen ermöglichen genaue Verlaufskontrollen von Krankheits- bzw. Leistungsentwicklung von Patienten Sportlern. Beispielsweise können im Rahmen dynamischer Tests (Laufband, Crosstrainer, Ergometer, Schwimmen in Bauchlagevorrichtung, etc.) ökonomisch veränderte Bewegungsabläufe anhand niedrigerer Sauerstoffaufnahme bei gleicher Leistung (Watt/Kmh) nachgewiesen und objektiviert werden. Auch können Stoffwechselsituationen sowie Substratverwertung (Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweisstoffwechsel) genau erfasst werden. Ernährungsphysiologisch lassen sich diese Messwerte in Form von individuell gestalteten Ernährungsplänen umsetzen und genau auf das periodisierte Training über das Jahr sowie für wettkampfspezifische Nahrungszufuhr nutzen.
Test mittlerweile auch in Fitnessstudios möglich
Das Testverfahren hängt von den jeweils zu ermittelnden Messwerten ab. Man kann sowohl in Ruhe als auch unter Belastung Messungen vornehmen und auswerten. Gemessen wird immer die in der Aus- bzw. Einatemluft enthaltene Sauerstoff- (O2)- und Kohlendioxidmenge (CO2) im Verhältinis zur Umgebungsluft. Die normale Umgebungsluft setzt sich aus 78% Stickstoff( ), 21% Sauerstoff (O2) sowie aus Edelgasen zusammen.
Für diesen Test benötigt man eine – Mund und Nase dicht abdeckende – Maske, welchen permanent Sauerstoff- und Kohlendioxidkonzentration der Ein- und Ausatemluft bei jedem Atemzug(breath-by-breath) misst.
Folgende Daten können im Rahmen der Spirometrie bzw. Spiroergometrie ermittelt werden:
MR (Metabolische Rate)
Die Metabolische Rate (Metabolismus = Stoffwechsel) gibt quasi die Menge der verbrauchten Energie in einem bestimmten Zeitraum (Tag) an. Ein Ruheumsatz wird beispielsweise unter bestimmten Bedingungen gemessen (12 Std. Nahrungskarenz, nackt, liegend, konstante Umgebungstemperatur, keine äußeren Einflüsse) und kann somit auf einen Tag hochgerechnet werden (indirekte Kalorimetrie).
RQ (Respiratorischer Quozient)
RQ = V (CO2) / V (O2)
Der Respiratorische Quotient gibt das Verhältnis des ausgeatmeten Kohlenstoffdioxids (CO2) zu dem aufgenommenen Sauerstoff (O2) an.
- Bei reiner Kohlenhydratverbrennung beträgt dieser 1,0 da die stöchiometrische Menge an Kohlenstoff und Sauerstoff im Kohlenhydrat gleich sind)
- Bei reiner Fettverbrennung beträgt er 0,7
- Bei reiner Proteinverbrennung 0,81
Der durchschnittliche Respiratorische Quotient in Europa liegt bei ca. 0,82 da die Substratverbrennung der o.g. Substrate (Kohlenhydrate, Fette, Eiweise) meist– auch wenn zu unterschiedlichen Anteilen – zugleich stattfindet.
Welches Substrat nun vermehrt zur Energiegewinnung verwertet wird hängt unter anderem stark von der aktuell körperlich geleisteten Arbeit ab.
Die Bestimmung des RQ während eines Ausbelastungstests gibt somit Aufschluss bzgl. Funktionsfähigkeit der einzelnen Substratstoffwechselprozesse in den einzelnen Herzfrequenzbereichen (Fettstoffwechsel etc.). RQ >1,1 ist Zeichen für eine deutliche Ausbelastung.
Diese Daten können z.B. zur Bestimmung der Nahrungszufuhr während eines Wettkampfes oder auch des Trainings genutzt werden. Auch können Trainingsherzfrequenzen für Fettstoffwechsel genau abgeleitet werden.
VO2max (max.Sauerstoffaufnahmekapazität)
- In Ruhe
- Unter Belastung
Ist Maß für die max. Sauerstoffaufnahme, Sauerstofftransport (Herz-Kreislauf) und Sauerstoffverwertung in der Zelle. Diese sog. max. Sauerstoffaufnahmekapazität hängt von mehreren Faktoren ab:
- Zahl, Größe und Enzymgehalt der Mitochondrien („Kraftwerke" der Zelle)
- Kapillarisierung in Muskulatur, Herz, Lunge, etc.
- Myoglobingehalt
- Zahl der roten Blutkörperchen
FEV (Fociertes Expirationsvolumen)
Gibt an, wieviel Luftvolumen nach max. Inspiration und bei max. Expiration pro Zeiteinheit (1 Sek.) expiriert werden kann. Reduzierte Messwerte können auf obstruktive Erkrankungen (Asthma Bronchiale) deuten und hiermit von medizinischem Nutzen sein sowie medikamentöse Versorgung einleiten.
FIV (Fociertes Inspirationsvolumen)
Gibt an, wieviel Luft nach max. Expiration und normaler Inspiration zusätzlich inspiriert werden kann. Erniedrigte Messwerte treten beispielsweise bei restriktiven Lungenerkrankungen (Lungenfibrose) auf.
Uvm.
Fazit
Die Spiroergometrie ist ein sehr angenehmes Testverfahren, dass mittlerweile auch für Freizeitsportler erschwinglich ist. Es liefert sehr genaue Messwerte, welche sich ideal für ein Trainingsplan nutzen lassen. Auch zur Bestimmung von Trainingsherzfrequenzen für Patienten mit verschiedenen Krankheitsbildern ist der Test optimal.
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