Rainer Sauer/Autor/Philosoph
Das wesentlichste Element und auch das bedeutendste Hilfsmittel zur Erlangung von Bewußtheit ist für mich die
positive Beschäftigung mit unseren Gefühlen, ihr Erleben und Annehmen. Anders gesagt, das sich Hingeben und Anvertrauen an innere Prozesse, die zumeist mit einer Reifung der Gefühlswelt einhergehen und das Bereit und Empfänglicher-Werden für intuitive Kräfte. Allgemein betrachtet hat der Versuch,
kommunikativen Kontakt mit unserem Höheren Wesen aufzunehmen, eine maßgebende Stellung in unserem Reifeprozeß und spielt eine zentrale Rolle im Prozeß unserer Entwicklung, bei der wir uns zunehmend einer ganzheitlicheren Wahrnehmung annähern und bei der wir nicht zuletzt unsere eigene Ganzheit insbesondere erfahren. Dies bedeutet jedoch nicht, daß ich die uns zu Verfügung stehenden Werkzeuge wie z. B. unsere Verstandes Fähigkeit oder auch unser sogenanntes
Ego, unsere Ich Identität als nicht wertvoll einstufe. Ganz im Gegenteil empfinde und erlebe ich beide als unverzichtbare Bausteine für unser
Bewußtseins-Gebäude, was ihre bloße Anwesenheit für mich ja schon als solches beinhaltet. Denn in meinem Verständnis vom
universellem Geburtsrecht steht die allgemeingültige Klausel:
alles bestehende hat unantastbare Lebens Berechtigung. Und das verstehe ich allumfassend im Sinne von: Existiere ich, so habe ich Sinn! Und in beiden Fällen, sowohl bei unserem Verstand als auch bei unserem Ich durfte ich diese tiefere Bedeutung auch schauen und ihren sinnvollen Platz in der Hierarchie der aufbauenden und unterstützenden Kräfte und Funktionen erkennen.
Bei unserem Verstand ist es wichtig, als erstes zu betonen, daß dies eine Hilfs Kraft ist, und ihr ohne sie dabei abzuwerten, doch ihren angestammten Platz zuzuweisen. Es ist nämlich oftmals so, daß wir diese hierarchische Ordnung und Richtig Stellung versäumten und wir den Verstand nicht selten allzu schnell als oberstes Haupt unseres Arbeits Teams in Sachen Bewußtsein wiederfinden. Und dieser sich dann sehr schnell als herrschend, allein bestimmend, als kontra produktiv entpuppt und sich dann irgendwann als diktatorischer Tyrann zu erkennen gibt, was auch durchaus seine logische Begründung findet, da er ja ursprünglich gar nicht dafür konzipiert wurde, also ausgerüstet ist, diesen höheren Dienst auszuführen. Wenn unsere Bewußtheit, mit der wir uns ja eigentlich identifizieren, unserem Verstand eine Stellung zuweist, die ihn grundsätzlich überfordert, brauchen wir uns nicht zu wundern, daß dies ein schmerzliches Ende nimmt. Haben wir ihn erst einmal in diese Macht Position hineingewählt, ist es selbstverständlich, daß seine eigentliche Fähigkeit des Dienens zur Tyrannei pervertiert, und wenn wir daran etwas ändern wollen, müssen wir ihn eben auch wieder des Amtes ent-heben. Sind wir also bereit, unseren Verstand wieder in seine angedachte Rolle zurückzubeordern, kann er uns für das Bewußtwerden äußerst nützlich sein. Dieser Dienst liegt im weitesten Sinne darin begründet, daß wir mittels unseres Verstandes das Potential der eingegangenen Informationen auf eine logische und analytische Weise begutachten und dieses Resultat unseres zu Diensten stehenden persönlichen Gutachters bei Notwendigkeit oder einfach, wenn wir dies für wichtig halten, zu Rate ziehen können. Unser Verstand ist also nur eine von vielen beratenden Stimmen, welche unserem bewußten Beobachter zur Seite stehen, also unserer Bewußtheit zur Aufklärung dient. Er spricht eben nicht etwa die ultimative Wahrheit, welcher wir Folge zu leisten haben.
In dieser Hinsicht kann unser Verstand also sehr produktiv sein, und in gleicher Weise möchte ich ihn auch im Bezug auf die leid-bringenden, sich immer wiederholenden Verhaltens Muster um seine unverzichtbare Mitarbeit bitten. Hierbei ist es nämlich wichtig, daß wir mit einer gewissen neutralen und kühlen Distanziertheit des Verstandes, also mit angemessenem Abstand unser Leben betrachten. Und das ohne allzu sehr gefühlsmäßig daran beteiligt zu sein, es eben nur als theoretisch unbeteiligter Beobachter, als Zuschauer an unserem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Und hierbei den Fokus unseres Verstandes vor allem darauf zu konzentrieren, daß wir bestehende Muster, sich ähnelnde Strukturen oder vielleicht auch immer gleiche Anordnungen, welche eine gewisse Systematik erkennen lassen, entdecken. Also zu versuchen, mit einer ruhigen und gelassenen Form von Scanning einen möglichen systematischen Aufbau in unserer Lebensgeschichte aufzufinden. Eben das zu erkennen, was uns als Wiederholungs Muster, als immer wieder kehrende Schemata, als An Gewohnheit auf unserem Lebensweg immer wieder begegnet. Dies sind vielleicht Verhaltens Muster, Denkweisen oder aber auch Grundsatz Entscheidungen, welche von uns immer in dieselbe Richtung hin getätigt, gedacht und entschieden werden und somit eigentlich schon längst als unsere scheinbar ureigene Realität empfunden sind. Genauso kann es das Erkennen beinhalten, daß uns vielleicht ein potentieller gewohnheitsmäßiger Hang zu eigen ist, uns zu dem immer gleichen Partner Typus hingezogen zu fühlen. Oder auch, daß wir in Bezug auf unsere Arbeitswelt ein sich wiederholendes Schema erkennen, welches vielleicht unsere Entfaltungsfähigkeit dadurch einschränkt, weil wir uns stets Arbeitsplätze suchen, in denen Entfaltung faktisch gesehen gar nicht im Bereich des Möglichen liegt.
Das ganze von uns entdeckte Informations Material ist generell wichtig und hilft uns dabei, uns klarer, also bewußter zu werden über unser automatisches, oft nur von Verhaltens Mustern geprägtes und demnach auch äußerlich bestimmtes Dasein. In erster Linie ist es also vor allem wichtig, daß wir dies erkennen und anerkennen, also dieses Phänomen als zu unserem Leben zugehörig erfassen, und dies möglichst ohne es dabei allzu sehr zu negativieren. Eben einfach nur zum unbeteiligten Beobachter zu werden, der mit Interesse die immer wiederkehrenden Bewegungen des Lebens studiert und sich darüber bewußt ist, daß Wiederholungen, Strukturen ja auch ihren Sinn als Erfahrungswerte haben und wir ohne sie keine Auswertung, kein anwachsendes Verständnis als solches hätten. Wir beobachten als erstes nur die Wiederholungs Muster, erkennen und anerkennen sie als solche und dann erst, aus dieser Anerkennung der Realität heraus, können wir die Information als solches verarbeiten und uns zunutze machen. Was soviel bedeutet, als daß wir dann beginnen, die Muster und Strukturen auf ihre Auswirkung hin zu untersuchen, also beginnen, ihre Konstruktivität zu hinterfragen. Wir werden hierbei so einiges an nützlichem Material für uns sammeln können und dabei quasi als Nebeneffekt ganz spezifisch die Fähigkeit erwerben, die produktiven von den un produktiven Wiederholungs-Mustern unterscheiden zu lernen. Und somit gewinnen wir dann auch die Sensibilität, bestimmte Wiederholungen, bestimmte wiederkehrende Denk und Verhaltens Strukturen definitiv als leidbringende Muster für uns einstufen zu können. Und wir öffnen uns dann gleichzeitig dem Transformations Vorgang, der sich vor allem innerlich auf unserer Gefühlsebene abspielt. Und welcher uns als Resultat erlaubt, uns einsichtig gegen das alte, bekannte immer wieder dasselbe Ergebnis erzeugende Muster zu entscheiden, um es demnach als potentiell zum Ziel hinführend endgültig loszulassen. Die wirkliche innere gefühlsmäßige Einsicht über die Destruktivität des Musters läßt uns schließlich auf das Festhalten am begrenzenden Wiederholungs Muster verzichten. Das Erkennen von Verhaltens Mustern und auch von anderen Gewohnheits Schemata ist also ein wesentlicher Teil unserer Arbeit, welche wir Selbst Befreiung nennen und ist somit auf dem Weg zur Wiederherstellung unserer Freiheit unverzichtbar.