Essen fängt nicht, wie wir vielleicht denken würden, beim Beißen und Zerkauen an. Essen fängt bereits im Kopf an. Vor dem Essen kommt der Hunger oder mindestens der Appetit. Und schon da fangen die Probleme an. Denn wir essen tatsächlich nicht nur wenn wir Hunger haben. Wir essen, weil gerade etwas Leckeres in Reichweite herumliegt und wir damit etwas Ablenkung finden. Wir essen, weil wir damit unseren Frust herunterschlucken wollen, oder wir essen automatisch, weil wir gerade etwas Spannendes im Fernseher verfolgen, und unser Gefühl für den Hunger und die Sättigung verloren haben.
Sehr häufig ist dieser Verlust noch ein Relikt aus Kindertagen. „
Iss Deinen Tellern leer", hieß es immer. Mit der Folge, dass wir später nicht mehr unserem Sättigungsgefühl vertrauten, sondern glaubten, eine bestimmte Menge, zu einer bestimmten Zeit, essen zu müssen. Das natürliche Hungergefühl ist darüber verloren gegangen. Da ist es auch kein Wunder, dass so viele Menschen heutzutage übergewichtig sind. Die meisten von ihnen versuchen ständig Gewicht zu verlieren.
Das Abnehmen soll durch die verrücktesten Diäten angetrieben werden. Schnell sind Diätpillen und Co in einer
Online Apotheke oder einer Versand Apotheke bestellt, aber die Wenigsten tun das grundsätzlich Wichtigste. Wenn man abnehmen will, muss man seine Ernährung umstellen. Kinder haben es auch nicht leicht. An jeder Ecke lauern die kleinen, schnell erreichbaren Leckereien. Doch kaum ist der Schokoriegel herunter geschlungen, ist der Appetit schon wieder da. Die nächste Runde kann beginnen, vielleicht mit einer Tüte Chips oder einer Portion Pommes. Kinder sind zu Hause eher sparsam mit dem Essen, gerade dann, wenn es tatsächlich einmal etwas halbwegs Gesundes gibt.
Junge Mädchen sind davon besonders betroffen und heute zum Teil hochgradig fehl ernährt. Dass das natürliche Hungergefühl dabei verloren geht, ist eigentlich das geringste Problem. Der Hunger regelt mehr, als einfach nur essen oder nicht essen zu wollen. Er sorgt auch dafür, dass wir instinktiv das Richtige essen. Ist der Hunger groß, greifen wir automatisch zu den kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Nudeln, Kartoffeln oder Brot.
Nach Süßem steht uns dann keineswegs der Sinn. Gemüse, Fleisch, Käse oder Wurst kommen ebenfalls zu ihrem Recht, je nachdem wie schnell der erste Hunger sich gelegt hat. Auf süße Sachen haben wir erst nach dem Essen Appetit, wenn wir eigentlich gar keinen richtigen Hunger mehr haben. Süßes ist ein Bonbon für unser Wohlbefinden und sorgt dafür, dass wir uns nach dem Essen nicht nur satt, sondern so richtig zufrieden fühlen.