Lago di Garda
Das Gebiet rund um den
Gardasee wurde erstmals in der Bronzezeit besiedelt. 200 v. Chr. wird der See durch die Römer erobert und Teil der römischen Provinz Gallia Cisalpina. Vor allem am südlichen Seeufer werden zahlreiche Villen und Thermalbäder errichtet und der Gardasee erhält den Namen „
Lacus Benacus". Mit dem Fall des Römischen Reiches übernehmen zunächst die Langobarden die Vorherrschaft, später der Frankenkönig Karl der Große.
Verona wird zu einer bedeutenden Stadt als die Scaliger über den See herrschen. Viele Burgen entlang der Küste, die noch heute zahlreiche Besucher anziehen, stammen aus dieser Zeit.
Heute teilen sich die angrenzenden Regionen Lombardei, Venetien und Trentino den
Gardasee. Er zählt zu den schönsten Naturregionen Europas mit einem milden Klima, üppig mediterraner Vegetation und malerischen Dörfern vor imposanter Berglandschaft und sanftem Hügelland. Mit 52 km Länge, einer Tiefe von bis zu 346 Metern und einer Ausdehnung von rund 370 km² ist er der größte See Italiens.
Der nördliche Teil des Gardasees unterscheidet sich sehr vom südlichen. Der Norden des Sees ist zwischen steil aufragenden Berghängen eingekeilt und es weht ein konstanter Wind. Das östliche Seeufer wird vom 2079 m hohen Bergrücken des Monte Baldo überragt. Der südliche Bereich des Gardasees besticht durch seine sanften Hügel mit Weinreben und Olivenhainen sowie das breite Seeufer mit den leicht zugänglichen Badestränden. Hier gibt es herrschaftliche Villen, umgeben von Zypressen, Bougainvillea, Oleander und Palmen.
Rund um den Gardasee erstrecken sich zahlreiche Weinanbaugebiete. Die bekanntesten liegen im Hinterland des Örtchens Bardolino. Hier wird der bekannte gleichnamige Rotwein, der Bardolino, produziert, der hauptsächlich aus der Rebsorte Corvina und aus Anteilen von Rondinella, Molinara und Negrara besteht. Sein Anbaugebiet reicht von Torri del Benaco im Norden und Vallegio sul Mincio im Süden bis an die Etsch.
Östlich der Etsch beginnt das ebenso bekannte Valpolicella-Gebiet. Der Valpolicella wird aus den gleichen Traubensorten wie der Bardolino gekeltert, hat etwas mehr Farbe und Körper, aber ansonsten die gleichen charakteristischen Merkmale. Das Valpolicella-Gebiet liefert den Amarone, einen sehr gehaltvollen, schweren und trockenen Wein, der aus denselben Rebsorten wie der Valpolicella erzeugt wird. Die Trauben werden gereinigt, in gut durchlüfteten Räumen zum Trocknen auf Holzroste gelegt und erst nach 7 Wochen gekeltert. Durch weitere Gärung wird der noch im Most vorhandene Zucker fast komplett in Alkohol umgewandelt und es entsteht der Amarone.
Vom Südufer stammen gleich mehrere Weine, wie z. B. der Lugana, ein frischer leichter Weißwein, der 1967 als einer der ersten Weine Italiens als D.O.C. Wein anerkannt wurde. Er wird aus mindestens 90% Trebbiano-Trauben hergestellt, die aus den Hügeln zwischen Desenzano und Peschiera stammen.
Am südwestlichen Seeufer bringen die fruchtbaren Moränenhügel des Valtenesis erstklassige Garda Classico-Weine hervor: Der vollmundige
Rosso besteht aus Groppello-, Sangiovese-, Barbera- und Marzemino-Trauben und ist ein fruchtiger Qualitätswein. Der traditionsreiche
Chiaretto ist ein weicher, leichter Roséwein, der seine fruchtige Note durch den kurzen Kontakt des Mostes mit der Schale erhält.
Eine Spezialität der nördlichen Gardaseeregion ist der
Nosiola, der aus der gleichnamigen Rebsorte aus dem Sacratal hergestellt wird und ein trockener, würziger und leicht säuerlicher Weißwein ist.
Vielleicht entdecken Sie hier einen Wein, den Sie bei Ihrem letzten Gardasee-Aufenthalt getrunken haben. Alla salute!