Aus: Il Gambero Nero - Rezepte aus dem Gefängnis
Verschiedene Ereignisse katapultierten in diesem Jahr das Thema Ernährung auf die ersten Seiten der Presse: Nahrungsmittelknappheit und steigende Preise für Lebensmittel, Hunger und Fettleibigkeit, Gentechnik und die bedrohte biologische Vielfalt. Auch Künstlerinnen und Künstler aller Sparten tragen zu dieser Debatte bei und eröffnen mit ihren Werken neue Perspektiven auf die komplexe Thematik. Die Ausstellung „Subkulinaria" präsentiert vom 8. bis 10. und vom 15. bis 17. August 2008 im Inneren der Deutzer Brücke in Köln die Werke zwölf bildender Künstler aus sieben Ländern. In ihren Werken setzen sie sich mit Ernährung auseinander, indem sie Subkultur und Kulinarisches miteinander vereinen. „Subkulinaria" ist ein Projekt des internationalen Netzwerkes Cultura21. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Unter dem Titel Il Gambero Nero - Die schwarze Garnele veröffentlichte der italienischer Fotograf
Davide Dutto ein illustriertes Kochbuch mit Rezepten aus dem Gefängnis. Eine Auswahl seiner eindrucksvollen schwarz-weißen Dokumentarfotografien zeigen die überaus kreative Küche der Inhaftierten und ihre gemeinsamen Mahlzeiten, zu denen auch die unterschiedlichen Kulturen an einen Tisch kommen. Costa del Plastico heißt die Installation des Kölner Kunstfotografen
Claus Dieter Geissler, bestehend aus einem Super 8-Film, der die Plastikwüste der Treibhäuser an der Küste Andalusiens offenbart – und damit die wachsende Entfremdung der Landwirtschaft von der Natur. Die Schweizer Künstlerin
Rosa Lachenmeier bringt mit ihrer Serie Container, bestehend aus übermalten Fotografien, den Rhein als Verkehrsweg auch für Nahrungsmittel ins Bewusstsein. Alle Sinne dagegen spricht die Klangplastik von
Johannes S. Sistermanns an, der das ostasiatische Konzept des Faden mit dem Geruch von gekochtem Reis erlebbar macht.
Für die Ausstellung wurde ein besonderer Ort gewählt: die Innenräume der Deutzer Brücke, die das Anliegen des Kunstprojektes in idealer Weise versinnbildlichen. Als Verbindung zwischen den beiden getrennten Rheinseiten verkörpert der unwirtliche Raum das ambivalente Verhältnis zwischen Kunst und Politik, zwischen Kultur und Natur, zwischen industrialisierter und ökologischer Landwirtschaft oder auch das zwischen den Kulturen. Genau in diesem Spannungsfeld positionieren sich die in der Ausstellung gezeigten Werke.
Veranstalter der Ausstellung ist das Institut Cultura21 e.V. mit Sitz in Köln, Träger eines internationalen Netzwerkes von 200 Künstlern, Wissenschaftlern, Journalisten und Kreativen. Durch seine interkulturelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit will Cultura21 einen kulturellen Wandel in der Gesellschaft fördern, der sich an Werte wie soziale Gerechtigkeit, Frieden und Umweltschutz orientiert – mit einem Wort an Nachhaltigkeit. Soziale und ökologische Aspekte werden auch bei der Umsetzung von Kulturprojekten wie „Subkulinaria" berücksichtigt.
Weitere Informationen:
www.subkulinaria.de