Laut dem in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" veröffentlichten Ergebnis einer Umfrage von TNS Infratest zahlen viele Verbraucher eindeutig zu hohe Zinsen bei der Aufnahme eines Kredites.So kommt die Studie zu dem überraschenden Ergebnis, dass 78,6 Prozent aller Kreditnehmer das erstbeste Kreditangebot akzeptieren und sich keine weiteren Angebote anderer Banken einholen. Wer so handelt, verschenkt bares Geld. Obwohl es mittlerweile ein leichtes ist, etwa übers Internet einen Kreditvergleich für die gewünschte Kombination aus Laufzeit und Kreditsumme durchzuführen, kennt bzw. nutzt ein Großteil der Verbraucher diese Angebote offensichtlich nicht.
Dabei treffen die zu hohen Zinsen vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen, denn erfahrungsgemäß haben diese den größten Kreditbedarf. Gleichzeitig reißen hohe Zinsen dort auch die größten Lücken in die Haushaltskasse bzw. das zum Leben zur Verfügung stehende Budget.
Die Studie kommt noch zu einem weiteren, überraschenden Ergebnis. So geht aus ihr hervor, dass ein möglichst niedriger Zinssatz zwar für über 90 Prozent aller Befragten das wichtigste Auswahlkriterium sei. Dennoch fallen rund 20 Prozent der Kreditnehmer auf die aus der Werbung bekannten Lockangebote der Banken herein – obwohl langsam bekannt sein müsste, dass diese meist nur für sehr wenige und zudem oft ungewöhnliche Kombinationen aus Laufzeit und Kreditsumme gelten und auch nur an Verbraucher mit erstklassiger Bonität vergeben werden.
Ebenso ergibt sich aus der Studie, dass der Großteil der Verbraucher die aus dem aufgenommenen Kredit resultierende Zinsbelastung gar nicht kennt bzw. einzuschätzen vermag. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass immer wieder lange Laufzeiten gewählt werden, um die Monatsrate niedrig zu halten, dabei aber übersehen wird, dass diese Wahl die Zinslast überproportional ansteigen lässt.
Daniel Franke