Kreativität im Coaching-Prozess
Wie kann Kreatvität in den Coachingprozess mit einfliessen? Welche Methoden helfen hier weiter?Als Coach komme ich immer wieder in Situationen, in denen ich Menschen begleite, ein neues Leben oder neue Verhaltensmuster zu erschaffen. Oftmals ist ihnen nicht klar, wie dieses Neue aussehen könnte. Im Gespräch nähert sich der Klient seinen Ideen langsam an, in dem er z.B. zunächst mal bewusst macht, was er nicht mehr will. Der darauf folgende Schritt ist die Frage nach Situationen, in denen er bereits anders reagiert hat. Diese werden dann häufig in einen anderen Kontext übertragen und der Coachee schließt mit sich selbst eine Vereinbarung ab, die besagt, dass er / sie bestimmte Dinge in einem bestimmten Zeitraum umsetzen möchte.
Dieser Prozess verläuft jedoch vorwiegend auf der kognitiven Ebene. Zwar gibt es Gefühle von Unbehagen und Angst, die mitschwingen, die tiefen emotionalen Ebenen werden jedoch meist seltener berührt. Möglicherweise aus Sorge, den Coachee in Prozesse zu bringen, die eher in einer Psychotherapie bearbeitet werden, neigt der Coach häufig dazu ein kontrollierbares Setting zu inszenieren, welches zwar den Prozess hinsichtlich des Erfolges kognitiv voranbringt, die tiefen Wandlungen werden jedoch erheblich seltener vollzogen. Um hier einen noch intensiveren Zugang zum Klienten zu bekommen, bietet es sich an, die kreativen Kräfte des Coachees zu nutzen. Ich arbeite meist in den Settings mit Imaginationen, fiktiven Personen und mit dem „ inneren Kind", welches im Prozess zu Worte kommt und auch große Anteile in der Persönlichkeitsentwicklung voranbringen kann. Da der Coachee über den Kontakt zum inneren Kind einen verbesserten Zugang zu seinen Gefühlen erhält, ist es so möglich, das innewohnende meist brachliegende kreative Potential zu nutzen.
Der Coachee erteilt sich selbst im Prozess die Genehmigung wieder zu spielen und Dinge experimentell auszuprobieren, um herauszufinden, wie sich das Verhalten auf sein Wohlbefinden auswirkt. In nachfolgenden Gesprächen werden die Ergebnisse dieser Experimente ausgetauscht und so ein Reflexionsrahmen geschaffen, der bewertungsfrei die Betrachtung neuer Verhaltensweisen ermöglicht. Zusätzlich dazu biete ich die Möglichkeit, dass sich der Coachee über den Einsatz von Farben selbst reflektiert und neue Entwürfe seines Selbst entwickelt, die sinnbringend sind. Über die Visualisierung von emotionalen Zuständen werden innere Veränderungen in Gang gesetzt, die nachhaltig Begeisterung schaffen und die Freude am Veränderungsprozess verstärken.
Die Nutzung der Kreativität zur Erschließung neuer Erlebnis- und Erfahrungsfelder des Selbst weckt die Begeisterung für das „eigene Leben" des Coachee und führt zu nachhaltiger Motivation im Coachingprozess. Da der Mensch ein schöpferisches Wesen ist, welches lediglich Anlässe benötigt, um das was seine Seele aufgenommen hat, nach außen hin wieder auszudrücken, gibt der Coach Menschen wunderbare Entfaltungschancen, wenn er dieses Wissen und diese „ Instrumente" im Coachingprozess einsetzt. Diese Form der Potentialentfaltung, die ganz nebenbei passiert, in dem kreative Techniken angewandt werden, macht den Klienten in gewisser Weise unabhängig von weiteren Coachingstunden, weil er die Methoden der „ Selbstschöpfung" an die Hand bekommt und diese nur noch konsequent umzusetzen braucht, um zum Erfolg in seiner Persönlichkeitsentwicklung zu gelangen. Genau das ist Ziel eines Coachings, wie ich es verstehe.