Dreidimensionale Inhalte tun sich immer noch ein wenig schwer im Netz. Als mit VRML vor über einem Jahrzehnt die ersten dreidimensionalen Welten auftauchten, war die Bandbreite der meisten User noch zu gering, für das, was mit dieser Beschreibungsprache möglich war. Auch der Hype um Second Life ist schon lange abklungen. Trotzdem ist 3D weiterhin ein Thema, das im Kommen ist. Es ist kein Fehler, wenn man sich als Netzschaffender ein wenig damit befasst und auf dem Laufenden bleibt. Nicht zuletzt auch deswegen, weil man mit 3D-Modellierprogrammen auch recht nette Bilder erzeugen kann, wenn man kein begnadeter Grafiker oder Maler ist: Man modelliert einfach die Einzelteile einer Szene oder lädt sich passende freie Objekte aus dem Netz. Im Programm arrangiert man diese dann zur gewünschten Szene, rendert sie und bekommt ein zweidimensionales Bild, das man als JPG oder PNG wie jedes andere Bild auch verwenden kann

Das Problem dabei ist, dass viele 3D-Tools nicht gerade wenig kosten. Es gibt jedoch auch kostenlose Alternativen. Eine davon ist Blender, eine 3D-Software, die als Open-Source-Projekt entwickelt wird und daher von jedermann umsonst heruntergeladen werden kann. Wie es dem Wesen von Open-Source-Projekten entspricht, kann man natürlich auch selbst bei der Entwicklung mitarbeiten, wenn man Lust dazu hat und programmieren kann.
Blender ist am Anfang etwas ungewöhnliche zu bedienen, denn die Benutzeroberfläche hält sich nicht an die Windows-Konditionen. Das liegt daran, dass Blender nicht nur dafür erhältlich ist, sonder zum Beispiel auch für Linux und den Mac. Außerdem sind unter Umständen die Werkzeuge etwas ungewohnt.
Es gibt im Netz jedoch jede Menge Tutorials für Blender, soagr eine ganze Menge in deutscher Sprache. So kommt man schnell dahinter, wie man mit den Werkzeugen umgehen muss und stellt schließlich soagr fest, dass das, was zunächst ungewohnt und unhandlich erschien, sehr gut durchdacht ist.
Wer also mit 3D-Welten experimentieren möchte, sollte sich die Website von Blender unbedingt ansehen. Dort kann man sich nicht nur das Programm herunterladen, sondern findet auch Links auf Projekte, die mit Blender realisiert wurden. Vor allem den köstlichen Film Big Buck Bunny sollte man sich ansehen und sich beeindrucken lassen, was mit diesem kostenlosen Tool machbar ist. Einige einfachere Arbeiten mit Blender kann man auf Fokkos Fantasy-Blog bewundern, die gleichzeitig dokumentieren, was bereits nach einer relativ kurzen Einarbeitungszeit mit Blender möglich ist.
Volker Wollny