Schuldenfalle Handy
In der täglichen Beratungspraxis der ortsansässigen Verbraucherzentralen zeigt sich verstärkt, dass die Nutzung von Mobiltelefon (Handy) und Internet heute selbstverständlicher denn je ist. Fast alle Jugendlichen im Alter von zehn bis achtzehn Jahren besitzen ein eigenes Handy. Der technische Fortschritt hat jedoch auch negative Auswirkungen, denn mobil telefonieren kann unter Umständen sehr teuer werden. Dies gilt insbesondere, wenn sich Kinder und Jugendliche von den zahlreich vorhandenen Zusatzangeboten locken lassen. Hier kann das Handy schnell zur Kostenfalle werden. Darüber, welche Kostenfallen existieren und wie man diesen Gefahren aus dem Weg gehen kann, sollten sich Jugendliche aber auch deren Eltern umfassend informieren.
Als erstes sei hier die sogenannte SMS-Werbung zu nennen. Auf dem Handy erscheinen Lock-SMS, u. a. mit Lockangeboten und mit dem Hinweis, den unbekannten Absender anzurufen. Ein unvorsichtiger Umgang mit derartigen SMS kann hier schnell sehr teuer werden.
Eine weitere Methode, die prinzipiell ebenso funktioniert, ist das Verschicken von SMS mit besonderen Angeboten zu aktuellen Klingeltöne. Wer hier zurückruft wird abkassiert, da ein Umlenken auf eine kostenpflichtige Nummer mit umfangreichen Werbeansagen erfolgt.
Bei den Premium-SMS-Diensten werden spezielle Leistungen und Dienste über die Mobilfunkrechnung abgerechnet. Neben allgemeinen Informationen beinhaltet dies meist Logos und Klingeltöne, sowie Chatrooms und Flirtlines. Einen Hinweis auf einen Premium-SMS-Dienst geben zum Einen die 5-stellige Nummer und das Fehlen einer Vorwahl. Wer Flirt- oder Kontakt-SMS erhält, der sollte besonders vorsichtig sein. Mit üblen Tricks werden die Handybesitzer durch gezielte Umleitung auf teure Sonder- oder Auslandsnummern weitergeleitet.
Auch wer chatet, dem wird oftmals vorgegaukelt, der Gesprächspartner sei an einem persönlichen Kontakt interessiert. In Wirklichkeit geht es jedoch nur darum, den Handybesitzer lange online zu halten, um so abkassieren zu können.
Besonders beliebt ist bei den Jugendlichen das Herunterladen von Handylogos, Handyspiele und Klingeltöne. In vielen Jugendmagazinen und im Fernsehen wird dafür geworben. Durch das einfache Versenden einer diesbezüglichen SMS kann das gewünschte Angebot bestellt werden. Beim Herunterladen schließt man nicht selten unbeabsichtigt gleich einen Abonnement-Vertrag ab. Des Weiteren ist das Herunterladen in der Regel mit erheblichen Kosten verbunden.
Eine ganz neue Kostenfalle kann das sogenannte Handypayment oder Webbilling bedeuten. Viele Verbraucherzentralen warnen bereits vor der neuen Bezahlweise via Internet. Handypayment, genannt Webbilling setzt auf das Bezahlangebot mittels Kombination aus
Handy und Internet.
Auf einer kostenpflichtigen Website wird vom Kunden einen Mobilfunknummer angegeben. Dieser erhält dann im Anschluss daran per SMS einen Bezahlcode zugeschickt. Nach Eingabe auf der jeweiligen Website erfolgt die Zugangsmöglichkeit in den kostenpflichtigen Bereich. Die anfallenden Kosten werden mit der Mobilfunkrechnung abgebucht.
Klaus Meyer