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Kooperationswirtschaft - ein neuer Wirtschaftssektor nimmt Gestalt an

Autor: Dukoo | Erstellt am: 18.09.2009 | Gelesen: 1509
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Kooperation ist ein neuer Trend der Wirtschaft. Mit dem Deutschen GenoKoop Bund werden erstmals Verbönde der Bereiche Genossenschaften, Vereine, Netzwerke und Unternehmen zusammengeführt

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren Verbände-Landschaft im Genossenschaftswesen erheblich verändert, zahlreiche neue Genossenschafts- und Prüfungsverbände entstanden insbesondere seit 1990.

Dieser Entwicklung trägt die Gründung neuen Spitzenverbandes DEUTSCHER GENOKOOP BUND Rechnung.

Mitglieder des Deutschen GenoKoop Bundes sind Verbände, die ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit dauerhaft erhalten, und dabei gleichzeitig Ihr Angebot - bezogen auf Qualität, Umfang und Service - auf die zunehmenden Anforderungen ihrer Mitgliedsunternehmen einstellen wollen.

Wir wollen – so Gerd K. Schaumann vom Vorstand des Deutschen GenoKoop Bundes – die Vielfalt im Genossenschaftswesen sichern helfen, also auch die bestehende Anzahl von Genossenschafts- und Prüfungsverbänden mindestens erhalten. Der Weg zu immer größeren Verbandseinheiten, wird nicht als Lösung gesehen, weil z.B. die Nähe zum Unternehmen unverzichtbar erscheint, und Größe stets auch mehr Anonymität bedeuten kann. GenoKoop Bund wird stattdessen den Weg der Kooperation und Partnerschaft zu ihren Mitgliedsverbänden wählen, weil mittels Kooperation und Partnerschaft mindestens die gleichen Leistungseffekte zu erzielen sind, wie durch Verschmelzung oder andere Formen, die zu tendenziellen Souveränitätsverlusten bei den Einzelverbänden führen können.

Die Mitgliedsverbände – so der Vorstand – können gezielt – Teile ihrer Aufgaben an den Deutschen GenoKoop Bund delegieren und jederzeit wieder zurücknehmen. Dies gilt besonders für die Bereiche Qualifizierung von Personal in den Mitglieds-Verbänden, wie auch in den Mitgliedsunternehmen dieser Verbände

Erklärtes Ziel des Bundes ist es, dem gesamten deutschen Genossenschaftswesen neue – besonders an Europa orientierte - Impulse zu geben. Eine Bestandsaufnahme zur Entwicklung Deutschlands im Vergleich zu Ländern der EU fällt für den Deutschen GenoKoop Bund alles andere als befriedigend aus: Deutschland ist im Bereich des Genossenschaftswesens eher in der Position eines „Entwicklungslandes", als eines Schrittmachers. Auch nach der Gesetzesnovelle 2006 haben wir es in Deutschland nicht geschafft, wesentlich mehr Menschen für die Rechtsform einer Genossenschaft zu begeistern.

Im Programm des Deutschen GenoKoop Bundes (BUDG) wird dazu selbstkritisch angemerkt: Es kann keinem an funktionsfähigen Kooperations-Strukturen Interessierten gleichgültig sein, wenn Berater, Kammern und besonders Existenzgründer Genossenschaft als Rechtsform „abwählen", weil sie Gründung und Betrieb einer Genossenschaft als „zu bürokratisch" einschätzen. Dabei kommt es weniger darauf an, ob dies wirklich so ist, sondern wie dies im Lande wahrgenommen und dann entschieden wird ...

Befragungen haben ergeben, dass in diesem Zusammenhang besonders das Genossenschaftliche Prüfungswesen thematisiert wird. Der Deutsche GenoKoop Bund sieht es deshalb auch als eine vordringliche Aufgabe an, auf gesetzliche Änderungen zu drängen. Dabei – so der Vorstand – geht es nicht zuvörderst um „Pflichtmitgliedschaft und Pflichtprüfung" - ja oder nein - , sondern um Art und Funktion der Leistungen. Bei einer Kleinst-Genossenschaft – und die meisten Neugründungen beginnen in der Lebenswirklichkeit nun einmal so – wirkt die herkömmliche Form der Pflichtprüfung eher wie ein Fremdkörper. Solche Unternehmen haben meist andere Probleme (Marketing, Innovation, etc.), zu deren Lösung jedoch das Qualifikationsprofil des Prüfungspersonal derzeit eher wenig beitragen kann. Deshalb schlägt der Deutsche GenoKoop Bund auch vor, die Schwerpunkte eindeutiger vom Thema Prüfung auf die Themen Beratung und Betreuung zu verlagern. Der nachvollziehbare Nutzen im Interesse des Unternehmens muss klarer im Vordergrund stehen. Dann können solche Verbände besser den erwarteten Nutzen ihrer Mitglieder erfüllen

In diesem Zusammenhang wird der Deutsche GenoKoop Bund dem Gesetzgeber empfehlen, die Mitgliedschaft in einem Prüfungsverband – über die Rechtsform Genossenschaft hinausgehend - auch Unternehmen in anderen Rechtsformen zu eröffnen. Dies kann und sollte jedoch ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen. Der wesentliche Grund einer solchen Öffnung ist, Genossenschaften sind die mit weitem Abstand in Deutschland die insolvenzsicherste Rechtsform. Das könnte ein Verdienst der Prüfungsverbände sein. Die Rechtsform GmbH verkörpert genau das Gegenteil, sie ist die mit Abstand die Rechtsform mit der höchsten Insolvenzrate. Würde diesen Unternehmen eine Mitgliedschaft in einem Prüfungsverband eröffnet, könnten sie sich z.B. dort relativ preisgünstig zertifizieren lassen. Ein Testat, das z.B. etwas über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens aussagt, könnte für jedes Unternehmen einen guten Wettbewerbsvorteil bieten.

Der Name GenoKoop deutet einen weiteren Wandel und etwas Neues an: Es geht um mehr als nur Genossenschaften, es geht um den gesamten aufstrebenden Bereich „Kooperationswirtschaft", und darin haben auch z.B. die Vereine eine herausgehobene Bedeutung.

Der von Prof. Rolf Kreibich (Zukunftsrat) ausgemachte Trend zu immer mehr Kooperation (Zeitalter der Kooperation) soll nachhaltig unterstützt werden. Das kooperativ wirkende und stetig sich vergrößernde Beratung- und Kompetenznetzwerk des GenoKoop Bundes trägt dem Rechnung. Die mit uns verbundenen Wissenschaftler und Berater – so der Vorstand – sind beauftragt eine Stellungnahme zu erarbeiten, mit der Deutsche GenoKoop Bund die neue Bundesregierung ermuntern will, den Bereich Kooperationswirtschaft als vorrangig förderfähig einzustufen und entsprechende Förderprogramme zu gestalten. Mehr Kooperation, gleich ob in Unternehmen, in sozialen oder sportlichen Bereichen, fördert das, was wir im jetzt in unserem Lande besonders benötigen: Mehr engagierte, verantwortungsbewusste Bürger!

Gerd K. Schaumann
 
 
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