Unabhängig und interessenneutral
Ein Beobachterstatus setzt voraus, dass man sich regelmäßig direkt vor Ort befindet und somit in der Lager ist, sich mittels eigener Beobachtungen direkt ein Bild vom Geschehen zu machen. Relationen zwischen einzelnen Standortfaktoren können oft mehr aussagen als ihre nackten Absolutwerte, es kommt auf das Denken in dynamisch vernetzten Wirkungsbeziehungen an.
Zahlen ja, im Vordergrund stehen aber „weiche" Faktoren: Die Beobachtung von Standorten wird nicht ohne Zahlen auskommen. Also ohne alles das, was man messen und quantifizieren kann. Umso mehr man sich auf die Stufe der Standortanalyse und des Standortvergleichs hin bewegt, desto mehr sollten auch nachvollziehbare Fakten, d.h. transparent und aktuell aufbereitetes Zahlenmaterial darin einfließen. Der reine Beobachterstatus ist jedoch ein anderer. Hier werden qualitative Aspekte eines Standortes zunächst einmal nur geordnet. Es wird versucht, Standortfaktoren nicht nur als absolute Zahlengrößen, sondern vor allem in ihrer Relation zueinander und somit in ihren dynamischen Wirkungsbeziehungen zu sehen. Auch scheinbar Nebensächliches wird aufmerksam beobachtet. Um eine möglichst realitätsnahe und vor allem systematisch und transparent nachvollziehbare Einordnung von solchen Facetten in ein in sich schlüssiges Gesamtsystem vornehmen können, wurden hierfür geeignet erscheinende Vorgehensweisen und Verfahren entwickelt (Vgl. umfangreiche Studien-Übersicht: beckinfo.de. Das wichtigste Kapital, das ein Standortbeobachter einbringen kann, ist seine absolute Unabhängigkeit. Er vergleicht auch keine Standorte und erstellt keine Rankings. Er gibt keine Bewertungen oder Handlungsempfehlungen ab. Interessenunabhängig heißt nicht meinungslos.
Eigene Kompetenzen einbringen: Zunächst werden die zu einem Standort gemachten Beobachtungen in einem Informations- und Daten-Pool gesammelt. Ist hierbei eine bestimmte Grundmenge erreicht, sollte das Ganze mit einer durchgängig bruchfreien Systematik unterfüttert und geordnet werden. Was ein Standortbeobachter jetzt zusätzlich einbringen kann, sind eigene Qualifikationen und Berufserfahrungen. Beispielsweise indem das notwendige Denken in Szenarien durch entsprechende Instrumente unterstützt werden kann. Wie Benchmarking, SWOT-Analyse, Risiko- und Wahrscheinlichkeitsrechnung oder ähnliches. Ein Standortbeobachter sollte ein Generalist sein, der vor allem das Denken in Zusammenhängen gewohnt ist (Vgl. hierzu Autorenprofil, ebenfalls unter: beckinfo.de). Da ein Standortbeobachter als Unabhängiger keine eigenen Interessen verfolgt, gibt es auch keine Beschränkung der von ihm beobachteten Themen. Damit kristallisieren sich mit der Zeit aber gewisse Beobachtungsschwerpunkte und -themen heraus, wie beispielsweise:
Wohnungssituation (Bestand, Bedarf) | Vereinbarkeit Wohn- und Gewerbegebiete | Anpassungsfähigkeit der Siedlungsentwicklung |
Kultur-, Freizeiteinrichtungen und -angebote | Gesundheitsinfrastruktur Pflegeinfrastruktur | Betreuungseinrichtungen Wellnessangebote |
Bildungslandschaft (Schule, Aus-/Weiterbildung) Demographische Risiken | Wirtschaftsförderung Existenzgründungen Kompetenznetzwerke | Vereinbarkeit Beruf, Familie Integration Migrationshintergrund |
Weiterführende Informationen u.a. im Rahmen von Standort-Publikationen, beispielsweise Becker, Jörg: Strategischer Potential-Check des Standortes – Ausloten von Standortperspektiven, 2009; ISBN 978 3 8370 4978 7.
Dipl.Kfm. Jörg Becker (www.beckinfo.de)