Bei einem
Tagesgeldkonto handelt es sich um ein verzinstes Konto. Im Gegensatz zum Sparbuch gibt es hier keine Kündigungsfristen, so dass der Kontoinhaber täglich über das Guthaben verfügen kann.
Üblicherweise erfolgt die Verzinsung bei dieser Anlageform pro Jahr, die Auszahlung der Zinsen kann von Bank zu Bank jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich erfolgen. Die Vorteile eines Tagesgeldkontos liegen klar auf der Hand: das Guthaben ist schnell verfügbar und die Verzinsung ist im Vergleich zum Sparbuch sehr gut. Einziger Nachteil ist, dass der Zinssatz auch ohne Ankündigung durch die Bank herabgesetzt werden kann. Generell sind derartige Konten nicht für den Zahlungsverkehr gedacht – Überweisungen und Lastschriften sind nicht möglich, es können nur Einzahlungen vorgenommen werden. Für die Einzahlung ist ein so genanntes Referenzkonto notwendig. In der Regel ist dies das Girokonto des Kontoinhabers.
Vor dem Jahr 2000 spielte das
Konto Tagesgeld eine eher untergeordnete Rolle im Anlagebereich. Erst mit dem Börsencrash wurde das Vertrauen der privaten Anleger zerstört und in Deutschland begann ein regelrechter Run auf Tagesgeldkonten. Vor allem junge Anleger sind zunehmend von der Ungebundenheit und Flexibilität dieser Anlagemöglichkeit begeistert.
In der heutigen Zeit bieten immer mehr Banken Konten für Tagesgeld an. Die Verzinsung ist deutlich besser, als beim normalen Sparbuch, kann jedoch in Zeiten unsicherer Zinsentwicklungen auch fallen. Mittlerweile bieten die meisten Banken aus diesem Grund auch Konten mit einer Festverzinsung für drei oder zwölf Monate an. Es gibt inzwischen sogar Anbieter, die für die schnellere Verfügung über das Guthaben eine Karte für Bargeldabhebungen zur Verfügung stellen. Viele Anbieter bieten außerdem die Möglichkeit an, über Telefon die Auszahlung des Guthabens auf das angegebene Referenzkonto anzufordern.
Da die Angebote der Banken in Bezug auf Verzinsung, Mindesteinlagesumme oder auch Abrufmöglichkeit teilweise sehr unterschiedlich sind, empfiehlt es sich, mehrere Anbieter zu vergleichen, um auch das beste Angebot zu finden.
Vorsicht ist hier vor allem bei Direktbanken geboten. Diese bieten unter dem Begriff „Tagesgeld" oft moderne Sparbücher an, die zwar auch hohe Zinsen einbringen und über deren Guthaben in einem gewissen Rahmen verfügt werden kann. Soll die Verfügung über diesen Rahmen hinausgehen, muss dies dem Kreditinstitut meist drei Monate im Voraus mitgeteilt werden – somit ergibt sich eine Art Kündigungsfrist für den Kontoinhaber.
Online-Vergleiche sind bei der Wahl eines Tagesgeldkontos besonders hilfreich, da so ohne großen Zeitaufwand viele verschiedene Anbieter miteinander verglichen werden können.