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Konsequenzen des Ganztagsunterrichts für den Schulalltag

Autor: ArneFrentzel | Erstellt am: 21.01.2010 | Gelesen: 911
Kategorie: Babys - Kinder & Erziehung | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Weniger Freizeit zwingt zur Integrierung von klassischen Hausaufgaben in den Regelunterricht

Sitzen macht krank
Sitzen macht krank
Schule hat sich im letzten Jahrzehnt sehr verändert. Nicht nur, dass schulische Anforderungen sich gewandelt haben, auch gesellschaftliche Veränderungen haben zu einer strukturellen Umgestaltung an Schulen selbst geführt. Anders als früher wird an ­Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen heute in der Regel ganztags unterrichtet.

Die Schüler der Primar- und Sekundarstufe I sind heute deshalb viel länger in der Schule, als noch vor 10 oder 15 Jahren. Im Regelfall endet die Pflichtschule derzeit erst um 16.00. Entsprechend weniger Zeit verbringen Schulkinder zu Hause. Diese geringere Zeit wiederum hat auch Konsequenzen für den Schulalltag selbst.

Ganztagsunterricht ist nicht gleich Ganztagsunterricht. Zurzeit gibt es noch keine einheitlichen Regelungen. Nicht einmal in ein und demselben Bundesland wird einheitlich verfahren. Meist ist es jedoch so, dass bis zur Mittagspause sechs Stunden Unterricht in den Fächern erteilt wird. Nach einer etwa einstündigen Mittagspause beginnt das Nachmittagsprogramm, das sich, abhängig von der Schulgröße, aus Arbeitsgemeinschaften zusammensetzt, die sich aus den Schulfächern ableiten. So können Vertiefungskurse wie auch Unterstützungskurse vor allem aus dem sprachlichen sowie mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig, ebenso wie Sportkurse und Hausaufgabenbetreuungskurse gewählt werden. An Tessiner Schulen (Südschweiz), die bereits nach der vierten Stunde Mittagspause haben, findet nachmittags Regelunterricht statt.

Als der Unterricht definitiv mittags um 13.30 beendet war, gab es Faustformeln, wie viel Hausaufgaben für die einzelnen Jahrgangsstufen erlaubt waren. Dass diese Vereinfachungen keine Gültigkeit mehr besitzen, versteht sich von selbst. Man würde der Gesellschaft sicherlich einen Bärendienst leisten, wenn notwendige Ruhezeiten als auch das Ausüben von Sport in der Freizeit nur noch eingeschränkt möglich wären. Der Bewegungsdrang der Schüler darf unter keinen Umständen eingeengt werden.

Die weniger zur Verfügung stehende Zeit für Hausaufgaben zwingt jedoch zu einer Umstrukturierung des Unterrichts. Zum einen muss der Umfang der Hausaufgaben deutlich reduziert werden, zum anderen müssen klassische Hausaufgaben ein Bestandteil des heutigen Schulunterrichts sein.
Das Lernen von Vokabeln im Fremdsprachenunterricht hat man früher alleinig den Schülern als Hausaufgaben überlassen. Heute jedoch sollte das regelmäßige Vokaltraining auch ein fester Bestandteil des Schulunterrichts sein. Das kann bei drei Wochenstunden so aussehen, dass man an einem festen Tag in der Woche 10 Minuten nutzt, um eine Seite des Vokabelheftes einzustudieren. Fünf Minuten sollten für das anschließende Abfragen einkalkuliert werden. Nebenbei schärft man hiermit auch noch die Konzentrationsfähigkeit. Dergleichen bieten sich viele Möglichkeiten, auch in anderen Fächern, klassische Hausaufgaben in den Regelunterricht einzubauen.

Generell kann man sagen, dass die täglichen Hausaufgaben für Ganztagsschüler der Sekundarstufe I den Bereich von einer Stunde nicht mehr überschreiten sollten, denn das Mehr an Schule darf nicht auf Kosten der Bewegung gehen.

In der modernen Sitz-Gesellschaft klagen immer mehr Menschen über die Folgen von Bewegungsmangel. Auch in Zukunft wird daher gelten: mens sana in corpore sano. Oder einfacher ausgedrückt: Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Noch sind wir Menschen auf unseren Körper angewiesen. Die Schulen tragen auch in dieser Hinsicht eine besondere Verantwortung und müssen dem Rechnung tragen.

ArneFrentzel
 
 
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