Zentral- und Umland-Standorte
Im Mittelpunkt der standortübergreifenden Regionalentwicklung steht die Zukunftsfähigkeit zur Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Herausforderungen sowie zur nachhaltigen Positionierung. Auch im globalen Wettbewerb führt an einer regionalen Vernetzung kein Weg vorbei. Ohne engagierte Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung können die Herausforderungen nicht erfolgreich gemeistert werden.
Die Reform der Gewerbesteuer verleiht dem Thema Region einen höheren Stellenwert: mehr als bisher wird deutlich, dass Umlandkommunen so weit an Kontur gewonnen haben, dass sie für den zentralen Standort ernst zu nehmende Konkurrenten sind und sich damit die Stadt-Umland-Problematik weiter verschärft. Es geht um Beziehungen zwischen Kernstädten und Umlandgemeinden: große Städte entwickeln eine gute Standortqualität (die ihren Preis hat), die aber von Firmen im Umland kostenlos mit genutzt werden kann. Obwohl sich die meisten Unternehmen bei Standortentscheidungen nicht allein an der Höhe des Gewerbesteuer-Hebesatzes, sondern auch an der Qualität der lokalen Infrastruktur ausrichten, wird wohl ein stärkerer Wettbewerb um die Hebesätze geführt werden.
Beispiel-Entscheidungskriterien für die Standortwahl eines High-Tech-Unternehmens: Standortfaktoren haben einen wesentlichen Beitrag zu schnellem Wachstum geleistet. Die Verantwortlichen vor Ort haben dem Unternehmen ihre Unterstützung und einen schnellen Produktionsbeginn versprochen und Wort gehalten. Eine unbürokratische Genehmigungspraxis ist ein entscheidender Standortvorteil. Dazu wurden gutausgebildete, hochmotivierte Arbeitskräfte vor Ort gebraucht, die dazu noch an Schichtarbeit gewöhnt sind. Als weitere Standortvorteile wurden die gute infrastrukturelle Anbindung an Autobahn und Flughafen eingestuft. Weiter: Ausreichende Kapazitäten für weiteres Wachstum. Als Standortnachteile werden gesehen: Schlechtes Image der Region (Probleme für die Anwerbung von Wissenschaftlern und Managern).