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Know-How-Schutz für die österreichische Wirtschaft

Autor: HSteiner | Erstellt am: 15.09.2011 | Gelesen: 406
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: rateArateArateArateArateA
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(Online-Artikel.de) - FH Campus Wien thematisiert Schutz vor Wirtschafts- und Industriespionage

Hannes Steiner
Hannes Steiner

Mit der Präsentation des Handbuch Know-How-Schutz für die österreichische Wirtschaft, wurde am Montag, 13. September 2011 ein Projekt des Fachbereichs Risiko- und Sicherheitsmanagement der FH Campus Wien erfolgreich abgeschlossen. Projektpartner waren das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, die Industriellenvereinigung und die Wirtschaftskammer Österreich. Das steigende Bewusstsein, dass Wirtschafts- und Industriespionage zu einen der wesentlichsten Gefährdungspunkte der wirtschaftlichen Existenz eines Unternehmens zu zählen ist, zeigte das rege Interesse der Sicherheits- und Unternehmensverantwortlichen, die der Einladung zur Buchpräsentation gefolgt sind.

Die Notwendigkeit des Know-How- Schutzes konnte im Rahmen dieses Projektes zum ersten Mal mit Zahlen und Fakten dargestellt werden. Ein geschätzter jährlicher Gesamtschaden von ca. 880 Millionen zeigt auf, dass eine intensive Auseinandersetzung mit Wirtschafts- und Industriespionage von den Verantwortlichen der österreichischen Wirtschaft dringend erforderlich ist. Um sich effektiv gegen Wirtschafts- und Industriespionage schützen zu können, ist es notwendig zu wissen, woher die Gefahren drohen, wie man sich dagegen schützen kann und wer einem helfen kann, falls man „Opfer" wurde.

FH-Prof. Dr. Heinz Schmidt, Rektor der Fachhochschule Campus Wien, eröffnete den Abend mit eigenen Erfahrungen aus dem Bereich Know-How-Abfluss in der Wirtschaft. Jahrzehntelange Tätigkeiten in einem großen internationalen Konzern haben ihm gezeigt, wie wichtig es ist, wichtige konzern- bzw. firmeninterne Informationen gezielt an die richtigen Adressaten zu bringen. Ein Gespräch in der Kommunikationspause bei Tagungen, Diskusionen bei Veranstaltungen ist immer wieder dazu genutzt worden, mehr Know-How zu erfahren als es eigentlich vom Gegenüber gewollt wurde. Das Projekt des Fachbereiches Risiko- und Sicherheitsmanagements in Kooperation mit dem Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, der Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer war der erste Schritt, die Schäden an die österreichische Wirtschaft mit Daten und Fakten zu belegen und der Beginn, mittels des Handbuches, eine mögliche Sensibilisierung unter den Unternehmensverantwortlichen bezugnehmend auf Know-How-Abfluss zu erreichen.

BVT-Direktor Mag. Peter Gridling vertrat die aufgrund aktueller Termine verhinderte FBM Mag. Johanna Mikl-Leitner in der Diskussion und bedankte sich eingangs für die gute und professionelle Zusammenarbeit im Projekt. Mit der Durchführung einer Studie zu Wirtschafts- und Industriespionage konnten zum ersten Mal erstaunliche Daten und Fakten erhoben werden: 31% aller befragten Unternehmen in Österreich waren schon mindestens ein Mal Opfer von Wirtschaft- und Industriespionage, besonders erschreckend war die Tatsache, dass nahezu die Hälfte der Vorfälle durch ehemalige Mitarbeiter entstanden sind.

Neben den Daten aus der Studie zeigte sich aber auch, dass das Bewusstsein bei österreichischen Unternehmen zum Thema unkontrollierter Know-How-Abfluss noch zu wenig ausgeprägt ist. Dass der Schutz der sensiblen Unternehmensinformationen die Basis aller wirtschaftlichen Bemühungen eines Unternehmens sein muss, kann anhand dieses Projektes mit Daten und Fakten belegt werden und somit eine Sensibilisierung auf den Know-How-Schutz bei den Unternehmensverantwortlichen geschaffen werden. Prävention ist eines der wesentlichsten Methoden um das Risiko, Opfer einer Wirtschafts- und Industriespionage zu werden, um einiges zu minimieren.

Das heute Handbuch und die auf der Expertenplattform www.sicherheitsportal.eu zur Verfügung stehende Schulung zur Sensibilisierung für den Know-How-Schutz im Unternehmen, soll den Verantwortlichen und den MitarbeiterInnen einen verständlichen Weg zur Prävention im Bereich Informationssicherheit ermöglichen.

FH-Prof. DI Martin Langer, Fachbereichsleiter des Fachbereichs Risiko- und Sicherheitsmanagement, verdeutlichte mit einer Geschichte aus dem 18. Jahrhundert, wo auf Basis von Industriespionage eine bis heute wichtige, österreichische Manufaktur gegründet wurde, dass das Thema Wirtschafts- und Industriespionage keine Erfindung von heute ist, sondern, dieses schon sehr lange eine Methode zur Entwicklung eigener Unternehmen verwendet wird. Was sich jedoch verändert hat ist die Geschwindigkeit, wie an Daten und Informationen herangekommen werden kann. Die Angriffspunkte jedes Unternehmens wurden um einen wesentlichen Teil erhöht. Neben dem Sozial Engineering und dem physischen Diebstahl, welcher seit Jahrhunderten eine effiziente Möglichkeit war an Unternehmensgeheimnisse zu kommen, sind in den letzten Jahrzehnten die Möglichkeiten von Cyberkriminalität oder Datendiebstahl dazu gekommen. Alleine die Tatsache, dass man auf einem USB-Stick mit 10 Gigabyte nahezu vier Mio. Seiten Informationen in kurzer Zeit abspeichern kann, lässt die Wichtigkeit über Sensibilisierung gegenüber Know-How-Schutz im Unternehmen aufzeigen.

Ziel des Projektes Wirtschafts- und Industriespionage und in weiterer Folge die Erstellung des Handbuches „Know-How-Schutz für die österreichische Wirtschaft" war es, diese Risikogefährdung den Unternehmens- und Sicherheitsverantwortlichen mit Daten und Fakten begreifbar zu machen. Aufzuzeigen wo ihm Unternehmen das größte Gefahrpotential für Know-How-Abfluss liegt und welche Präventionsmaßnahmen am effektivsten wären, um das Risiko auf den kleinstmöglichen Faktor zu minimieren. Die im Handbuch vorgeschlagenen Präventionsmaßnahmen sind so dargestellt und konzipiert, dass es auch Klein- und Mittelbetriebe ohne großen zusätzlichen finanziellen Aufwand umsetzen können. Dieser Aspekt auf KMUs einzugehen, war im Projekt einer der wesentlichsten Teile. Die österreichische Wirtschaft besteht aus 95% Klein- und Mittelbetrieben, die den größten Teil des österreichischen Know-Hows besitzen. Mit der Umsetzung des Projekts Wirtschafts- und Industriespionage und der Präsentation des Handbuches konnten die ersten Schritte zur Sensibilisierung, Bewusstseinsbildung und Prävention gegen Wirtschafts- und Industriespionage eingeleitet werden.

ExpertInnentalk zu unternehmensspezifischen Risiken

Mit viel Interesse nutzten die BesucherInnen die Möglichkeit genutzt, unternehmensspezifische Risiken im Bereich Wirtschafts- und Industriespionage zu erfragen. Kernpunkte der an die Experten gerichteten Fragen umfassten in erster Linie den IT-Bereich. Einerseits konnte aufgezeigt werden, dass rechtliche Möglichkeiten bezugnehmend auf Cyber-Kriminalität mit der zurzeit geltenden Rechtslage nur ungenügend erfasst werden kann, das Social Engineering mittels Netzwerken wie Facebook, Xing usw. nur schwer überprüfbar ist und in diesem Bereich eine starke Sensibilisierung der Mitarbeiter notwendig ist, um den dadurch entstehenden unkontrollierten Know-How-Abfluss in den Griff zu bekommen.

Neues Buch zum Know-How-Schutz für die österreichische Wirtschaft – ab sofort kostenlos verfügbar unter www.sicherheitsportal.eu

Hannes Steiner
 
 
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