Knochenschmuck Maori
Das Bone Carving, also das Knochenschnitzen, ist eine sehr alte Kunstform der Schmuckherstellung. Tief verwurzelt ist diese Kunst in der Kultur der Neuseeländischen Ureinwohner, den Maori. Sie schnitzten ihren Schmuck aus den Knochen von Walen, die an ihren Stränden gestrandet und verendet waren. Noch heute bewahrt das Volk der Maori ihre Tradition in diesem Schmuck, auch Carvings genannt. Allerdings wird in der Neuzeit meistens der Knochen von Rindern benutzt, sonst wäre auch der riesige Bedarf an Souvenirs für Touristen nicht zu decken. Aber auch viele europäische Geschäfte und Online Shops bieten den nachgearbeiteten Maorischmuck heute aus Knochen von Rindern oder Wasserbüffeln an.
Nach einigem Tragen nimmt der Knochenschmuck einen schönen Farbton, der an Honig erinnert, an. Die Maori bilden dann mit dem Carving eine Einheit.
Bei den Maori sind die verschiedenen Carvings von symbolträchtiger Bedeutung, sie beruhen alle auf ihrer Kultur und ihren Legenden.
Das bekannteste Symbol ist "Hei Matau", der Haken. Einer alten Sage der nach, fischte der Stammvater der Maori, namens Maui, die Nordinsel Neuseelands aus dem Ozean, mit einem Angelhaken. Hei Matau steht bei den Maori für die Reise übers Wasser, für Friede, Stärke und Wohlstand.
"Koru" symbolisiert Neuanfang, Wachstum, Harmonie und Zukunft. Koru stellt ein Farnblatt dar, welches grade aufgeht.
"Twist" sieht aus wie eine übernander gekreuzte Acht und steht für Freundschaft und ewig dauernde Liebe.
Das für die Maori wichtigste Carving ist "Manaia", ein menschlicher Körper, mit dem Kopf eines Vogels. Meist hat dieses Symbol drei Finger, die für Geburt, Leben und Tod stehen. Manchmal hat Manaia noch einen vierten Finger, der für das Leben nach dem Tode steht.
Diese verschiedenen Bedeutungen machen den Schmuck auch für Europäer so attraktiv, außerdem sieht er einfach schön aus.
Sid Kroker