Wechseljahre des Mannes
Die Begriffe Klimakterium und Menopause werden häufig miteinander verwechselt. Das Wort Klimakterium kommt vom Griechischen „klimakter" und bedeutet die oberste Querleiste einer Leiter. Das Wort Menopause stammt ebenfalls aus dem Griechischen und verbindet die zwei Begriffe
„men" = Monat und
„pauein" = beendigen. Weil Männer nicht menstruieren, können sie Natur gegebener weise auch keine Menopause haben. Somit ist es falsch von einer männlichen Menopause zu sprechen. In mancher Fachliteratur sind Begriffe wie Andropause und Viropause anzutreffen, auch dies ist nicht korrekt.
Die Fortpflanzungsfunktion endet beim Mann nicht abrupt, sondern lässt allmählich nach. Deshalb kann die Zeugungsfähigkeit bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Männer machen etwa ab der Lebensmitte einsetzende körperliche und psychische Veränderungen durch, an die sie sich gewöhnen müssen. Diese Umstellungsphase vom jungen zum älteren Mann lässt sich durchaus mit den weiblichen Wechseljahren vergleichen. Zutreffend dafür sind die Begriffe „Wechseljahre des Mannes" oder „Klimakterium virile". Es gibt zwar Männer, die sich in dieser Umstellungsphase befinden und keinesfalls zugeben wollen, dass so etwas wie Wechseljahre beim Mann überhaupt vorkommt. Allerdings scheint ein gewisses Umdenken stattzufinden.
Insbesondere seit der Einführung der
Potenzmittel. Spätestens seit dem man in einer Versandapotheke
Potenzmittel käuflich erwerben kann, trauen sich Männer in den Wechseljahren auch ihre Probleme anzusprechen und bereden offen Themen wie Erektionsprobleme und Impotenz. Dies zeigen die Ergebnisse einer durchgeführten Erhebung zum Thema „Hormontief des alternden Mannes". Befragt wurden 992 Männer im Alter zwischen 40 und 70 Jahren. Immerhin 72% waren der Meinung, dass es ein solches Hormontief gibt, während nur 11% dies bestritten. Bemerkenswerterweise fühlten sich aber 68% schlecht darüber informiert und bloß 6% wurden je von ihrem Arzt darauf aufmerksam gemacht.
Die
Wechseljahre des Mannes beginnen in der Regel zwischen 40 und 50 mit physiologischen und insbesondere hormonellen Veränderungen. Erste Anzeichen können aber schon Mitte 30 oder auch erst nach dem 50. Lebensjahr auftreten. Die Stoffwechselleistungen der Geschlechtsdrüsen nehmen ab, die Produktion von männlichen Geschlechtshormonen und von Samenzellen wird allmählich reduziert. Als Reaktion darauf schüttet die Hypophyse mehr Gonadotropine in die Blutbahn aus. An diese hormonellen Veränderungen muss sich der Körper des Mannes gewöhnen, denn sie beeinflussen sein Verhalten sehr tief greifend. Das Entscheidende dabei sind aber nicht die körperlichen Veränderungen an sich, sondern die Art und Weise, wie sie erlebt und verarbeitet werden. Es handelt sich um ein komplexes psychophysiologisches Geschehen, das große Ähnlichkeiten damit aufweist, wie Frauen ihre Wechseljahre erleben. Die männlichen Wechseljahre können bis 15 Jahre oder länger andauern.