Geschäftsführer der Werbeagentur Silberfalke: Christian Belzer und Johannes Goering (v.l.n.r.)
Früher gab es in der Werbung die Bereiche Print, Film und Radio mit all ihren Facetten. Die Zeiten der simplen Unterteilung sind vorbei. Das Internet ist ein wichtiger Bestandteil des Marketings geworden. Aktuelle Werbekampagnen sollen Kunden über mehrere Kanäle erreichen: Printanzeige in der Zeitung, Werbespot im TV und viral mit Hilfe von Youtube. Dazu kommen ständig neue Entwicklungen im Netz wie Social Web, Affiliate Marketing oder Suchmaschinenoptimierung. Es scheint unmöglich alle Bereiche und deren Fachbegriffe zu kennen.
Der erste Gedanke eines Unternehmers mag sein, dass eine große Agentur herangezogen werden muss, wenn möglichst viele Kanäle bedient werden sollen. Es geht auch anders: Kleine Agenturen haben in den vergangenen Jahren stark verflochtene Netzwerke gebildet.
Eine gute Design- oder Werbeagentur arbeitet also nicht mehr im Alleingang in seinem Tätigkeitsfeld, sondern führt Spezialisten aus allen Bereichen zusammen. So werden die Teams an die Projektgröße angepasst, um laufende Kosten zu minimieren. Die Agentur leitet die Projekte und kennt die passenden Fachleute für den Auftrag. Durch neue Aufgaben erweitern sich die Netzwerke und damit auch die Bandbreite an Leistungen.
Werbung ist kein Alleingang
Kleine Agenturen und spezialisierte Freiberufler arbeiten auf eigene Verantwortung. Damit ist die Motivation, gute Ergebnisse zu erzielen, sehr hoch. Schließlich will jeder Teilnehmer weiterhin von dem Netzwerk profitieren und seinen Platz nicht an einen Konkurrenten verlieren.
Die
Werbeagentur Silberfalke, eine junge Werbeagentur aus Bonn, hat sich beispielsweise das Ziel gesetzt, ein interdisziplinäres Netzwerk aufzubauen. Durch ein eng verwobenes und stetig wachsendes Netzwerk sollen so die breitgefächerten Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen bedient werden.
Werbeagenturen für KMUs oft sinnvoller als Inhouse-Lösungen
Kleine und mittlere Unternehmen haben oft keine eigene Marketingabteilung und setzen ihre Werbemaßnahmen daher intern um. Allerdings kennen viele Entscheider die neuen Werbekanäle nicht, mit denen Kunden effektiv, günstig und zielgerecht erreichbar sind. Trotzdem wird aus Kostengründen weiter intern am Marketing gearbeitet. Agenturen müssen hier harte Überzeugungsarbeit leisten, um dieser ineffektiven Routine entgegen zu wirken. Der Lohn kann ein neuer Langzeitkunde mit bis dahin schlummerndem Potential sein.
Schwierigkeiten mit kleinen Werbeagenturen
Trotz zahlreicher Vorteile gibt es auch Schwierigkeiten, die in Netzwerken auftreten können. So müssen Termine frühzeitig und verbindlich abgestimmt werden, da freie Mitarbeiter und kleine Agenturen oft in andere Projekte involviert sind. Flache Hierarchieebenen führen dazu, dass ein Projekt nicht optimal von oben nach unten geleitet wird und Zeit verloren gehen kann. Wenn allerdings ein offener und konstruktiver Umgang gewährleistet ist und erfolgreiches Zeitmanagement betrieben wird, stehen kleine Agenturen den Großen der Branche in nichts nach. Auf den Ebenen der Flexibilität und Effektivität haben kleine
Agenturen, die sich vitale Netzwerke aufgebaut haben, sogar manchmal die Nase vorn.
Johannes Goering