Selbst Deutsche haben damit Probleme
Wer kann sich nicht an die endlos langen Unterrichtsstunden erinnern. 45 Minuten vollste Konzentration, stillsitzen auf einem Stuhl. Nicht wenige Schüler, gerade der Grund- und der Sekundarstufe I sind damit heute überfordert. Sie sind nicht mehr in der Lage die Konzentration zu halten und beginnen sich und damit auch andere abzulenken.Sinnvoll ist es daher den Unterrichtsrhythmus zu ändern. Man kann eine Stillarbeitsphase einschieben, eine Partnerarbeit oder eben auch ein kleines Spiel durchführen, wenn es aus dem Unterrichtszusammenhang stammt. Spiele des Spielens wegen sind dagegen zu vermeiden. Das folgende Beispiel stammt aus dem Deutsch als Fremdsprachenunterricht (DaF) einer 7.Klasse. Muttersprache ist Italienisch. Im Italienischen werden, wie in vielen anderen Sprachen auch, Substantive nicht dekliniert. Den Deutschlernern fällt es daher mitunter sehr schwer einen Unterschied zum Beispiel zwischen einem
Subjekt (Nominativ) und einem
Akkusativobjekt zu erkennen. Selbst in der Muttersprache Italienisch werden die Fälle häufig erst in der 8.Klasse behandelt, wie z.B. im Tessin (Schweiz).
Nachdem man also zumindest theoretisch auch mit Hilfe eines Tafelbildes geklärt hat, wo die Unterschiede liegen, kann man zum besseren Verständnis, bzw. zur Vertiefung des Unterrichtsthemas
Nominativ und Akkusativ, einem Schüler einen Schulgegenstand zuwerfen und in der Klasse fragen,
WER diesen Gegenstand jetzt hat. Die Antwort ist das Subjekt, ein Schüler. Mit Hilfe verschiedener Gegenstände sollte man das Spielchen ruhig zwei bis drei Minuten durchführen.
Darauf folgend kann man ähnlich vorgehen beim ergänzenden Akkusativobjekt. Die Frage heißt hier:
WAS hat Schüler X?
Dieses einfache Spielchen stellt die Person oder den Besitzer einer Sache als Subjekt (Nominativ) heraus, die Sache des Subjektes als Akkusativobjekt. Zudem haben die Schüler Spaß mit dem Fangen und Werfen der Gegenstände.
Bewusst sollte in einer ersten Phase darauf verzichtet werden, eine Person als ein Objekt und eine Sache als ein Subjekt darzustellen. Im Prinzip ist es möglich, sich für viele Bereiche simple Spielchen auszudenken und in unterschiedlichen Unterrichtsphasen einzusetzen. Man sollte jedoch auf den gezielten Einsatz achten, da ansonsten die Fokussierung der Lerner, gemeint sind Kinder im Alter zwischen 11-13 Jahren, zu sehr aufs Spielen gelegt wird.
von Arne Frentzel
www.arnefrentzel.de.tl