Kinder als Sicherheitslücke
Das Internet ist ein gefährlicher Ort voller Viren, Trojaner und Hacker. Das weiß jeder aufgeklärte Erwachsene und schützt seinen Rechner entsprechend mit zahllosen Programmen. Aber auch die besten Programme können versagen, wenn man sich die schädliche Software direkt per Mausklick auf den Computer holt.
Darum ist immer Vorsicht geboten, wenn man E-Mails mit unbekanntem Absender öffnet oder Dateien mit fragwürdigem Hintergrund aus dem Netz lädt. Soweit, so bekannt. Aber für die Kinder, die immer mehr Zeit an den Rechnern ihrer Eltern verbringen, ist das Internet nicht dieser gefährliche Ort. Er ist ein Ort voller bunter Bilder, lauter Videos und zahlloser lustiger Spiele. Da wird alles angeklickt was blinkt, flimmert oder piept. Genau dies machen sich auch findige Hacker zunutze.
Besonders Spieleseiten werden gern mit Schadsoftware hinterlegt und bewusst darauf getrimmt, auf Kinder möglichst attraktiv zu wirken. Erst Ende des vergangenen Jahres wurde ein Skandal bekannt, in dem von einem Sicherheitsunternehmen eine Reihe von Spielen als Schadprogramme entlarvt wurden, die direkt für Vorschulkinder entworfen wurden. Die Hacker setzen hier auf den umstand, das Kinder nicht den Unterschied erkennen können, ob sie jetzt ein lustiges Spiel spielen, oder ein gefährliches Programm herunterladen, das die Kontodaten der Eltern ausspäht. Das jüngste Beispiel findet sich in einem buntern Dress Up Spiel, dem bereits eine fünfstellige Zahl an Anwendern zum Opfer gefallen ist.
Auf der Oberfläche handelt es sich bei dem Spiel um einen harmlosen Zeitvertreib, bei dem man eine Figur mit wenigen Klicks mit schrillen Klamotten einkleiden kann. Die Figur erinnert dabei stark an die Pop-Ikone Lady Gaga. Diese war mit ihrem Mega-Hit „Poker Face" vor allem bei Kindern ein riesiger Erfolg und so werden diese besonders von dem gefährlichem Spiel angezogen. Mit dem Spiel war aber auch ein bösartiger Trojaner verbunden, der beim Spielen den Rechner infizieren konnte.
So setzen immer mehr Eltern auf die Aufklärung ihrer Kinder. Auch müssen die Rechner von Kindern mindestens ebenso sorgsam geschützt werden, wie die von Erwachsenen. Nur so kann das Risiko eingeschränkt werden und den Kindern ein sicherer Zugang ins Internet gewährleistet werden.
Lena Koch