Kinderverkehrstraining Kiddi-Car
Die Zahl der verunglückten Kinder im Straßenverkehr steigt leider weiterhin an. Laut des Statistischen Bundesamts verunglückten 2010 um 16 Prozent mehr Kinder auf Deutschlands Straßen als 2009. Das Üben des täglichen Schulwegs ist eine der besten Präventivmaßnahmen gegen Unfälle. Eine Verkehrserziehung, die von Eltern viel Verständnis erfordert, denn
Kinder „gehen" im Straßenverkehr anders.
Zunächst nehmen Grundschulkinder den Straßenverkehr anders wahr als Erwachsene es tun. Durch ein engeres Blickfeld ist ihre Sicht nach rechts und links bereits aufgrund ihres Alters eingeschränkt. Über parkende Autos können sie nicht rüber schauen. Geräusche können sie schlecht orten. Naht das heranfahrende Auto von links? Ist das Motorengeräusch weit entfernt? Kinder wissen es nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Kleinen meinen, dass sie von allen anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden, nur weil sie selbst sie sehen.
Kinder bewegen sich im Straßenverkehr anders. Ein Kind, das aufmerksam und im gleichmäßigen Schritttempo über den Bürgersteig spaziert, ist die große Ausnahme. Kinder rennen, bummeln, heben Dinge vom Boden auf und verträumen sich. Wahrgenommen wird, was aktuell die meiste Aufmerksamkeit erfordert. Ist es der Hund auf der anderen Straßenseite? Der Freund, der plötzlich um die Ecke geht? Der Blick auf die Uhr, die signalisiert, man kommt zu spät? Kinder reagieren spontan und unüberlegt.
Und obwohl Kinder sich so anders verhalten als Erwachsene, können sie gut auf den Umgang mit dem Straßenverkehr vorbereitet werden! Es ist letztendlich das regelmäßige Üben, das bereits zu dem erhöhten Plus an Sicherheit führt. Vorweg zählt hierzu gleich die Auswahl des besten Schulwegs. Denn: Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste! Optimal sind Wege, die an Kreuzungen oder Überquerungen durch Ampeln oder Schülerlotsen gesichert sind. Des Weiteren ist es die selbst gemachte Erfahrung, anfangs zusammen mit den Eltern, die zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr führt. Weißt Du noch, als uns das Auto hier einfach den Weg abschnitt? Als der Fahrer uns die Vorfahrt nahm? Das Beobachten von eigenen Fehlern und Fehler der anderen sowie das dicke Lob für das richtige Verhalten führen zu mehr Sicherheit! Doch auch wenn der Schulweg eigentlich fest steht, stellt sich nach Schulbeginn die Frage, ob die Freunde denselben Schulweg benutzen? Denn mit der Zeit wählen Kinder vorzugsweise ihre eigenen Wege, die nicht mit der Auswahl der Eltern übereinstimmen müssen. Deshalb gilt: Auch nach ein paar Wochen ruhig mal wieder von der Schule abholen und zusammen nach Hause gehen.
Auch in Punkto ruhigem und überlegtem Handeln im Straßenverkehr können Eltern einiges tun: Hektik und Eile führen zu kopflosem Verhalten der Kleinen. Rechtzeitiges Aufstehen in der Früh hingegen, lässt viel Zeit um in die Schule zu kommen. Dasselbe gilt für den Nachhauseweg. Ohne Zeitdruckt lässt sich eine Straße sicherer überqueren.
Doch vor allem führen das Wissen von Verkehrsregeln und das Kennen der wichtigsten Schilder zu einem vernünftigen Verhalten auf den Straßen. Was anfangs mit Hilfe von Büchern gut erklärt werden kann, sollte später im Straßenverkehr spielerisch geübt werden. Wer kennt die meisten Verkehrsschilder? Wer weiß, wie man sich an einem Zebrastreifen angemessen verhält, wenn kein Schülerlotse am Rande steht? Zusätzlich bieten einige Gemeinden, die Polizei vor Ort oder private Unternehmen spezielle Kinderverkehrstrainings an. So erfahren beispielsweise Kinder in der Region München bei
Kiddi-Car (in Fürstenfeldbruck) mit motorisierten Kinderautos und Quads was sicherer Straßenverkehr heißt. Kinderverkehrstraining kann spannend gestaltet sein!
Bis Kinder sich im Straßenverkehr sicher bewegen, ist es ein langer Weg, der viel Übung erfordert. Doch Kinder aus lauter Sorge, deshalb mit dem Auto zur Schule zu fahren, ist keine Alternative. Kinder lernen durch Erfahrung, eigene Erfahrung. Auch wenn es schwer fällt, die Kleinen ihre ersten selbstständigen Wege ziehen zu lassen.
Ehrenfried Kubitza