Ki.Ka.-Skandal könnte Einfluss auf GEZ-Gebühren nehmen
Der Kinder Kanal – oder kurz Ki.Ka. – ist in Erfurt ansässig und versorgt von dort das Land mit Kindergerechter Unterhaltung. Allen voran das Maskottchen Bernd das Brot, das bekanntlich nicht nur die jüngsten, sondern auch die ältesten in der Familie zum lachen bringt. Aber hinter der lustig-mürrischen Fassade des grummelligen Kastenbrotes brodelte in der jüngeren Vergangenheit ein Skandal, den man als den wohl größten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ansieht.
Denn der Manager des Ki.Kas soll in den zurückliegenden zwei Jahren insgesamt etwa 8,2 Millionen Euro veruntreut und lange Zeit hat niemand etwas gemerkt. Das Geld stammte aus den Gebühren, die für die Gestaltung des Programms an den Sender gingen und das könnte eine Einfluss auf die GEZ-Gebühren nehmen.
Der Gedanke dahinter ist relativ einfach: wenn der Manager des Senders in zwei Jahren 8,2 Millionen Euro in das Erfurter Casino tragen konnte – dort landete nämlich das veruntreute Geld – statt es in das Programm des Senders zu stecken und man das dem mürrischen Bernd dem Brot gar nicht anmerkte, dann ist wohl das Budget vom Ki.Ka. bei weitem zu großzügig bemessen. Oder wie es Heinz Fischer-Heidlberger als Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten ausdrückte: „Wenn wir sehen, dass Gelder in die Spielbank fließen, dann heißt das für uns, Ki.Ka hat offenbar zu viel Geld und niemand merkt, dass dem Sender dieses Geld fehlt."
Ausschlaggebend ist dies auch deshalb, weil die Bearbeitung des GEZ-Beitrag sich in Zukunft ändern wird. Statt pro Gerät, werden die Deutsche nun pro Haushalt durch die GEZ zur Kasse gebeten. Diese neue Regelung soll ab 2013 umgesetzt werden und deshalb ist man aktuell damit berechnet, den Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sender zu ermitteln. „ Diese 8,2 Millionen Euro sind ein Posten" sagt Heinz Fischer-Heidlberger über die besagten veruntreuten Gelder des ehemaligen Ki.Ka.-Managers, „der in die Rechnung für den zukünftigen Rundfunk-Beitrag einfließen wird."
Franziska Steiner