ökologischen und ökonomischen Einsparpotenziale
Aus Effizienzgründen sollte zuerst von bereits im Unternehmen vorhandenen Daten ausgegangen werden und diese dann sukzessive um neu zu erfassende Zahlen erweitert werden. Die größten ökologischen und ökonomischen Einsparpotenziale liegen für KMU´s in einer zielgerichteten Auswahl von Umweltleistungskennzahlen.Die ermittelten Umweltkennzahlen können sowohl mit den Kennzahlen der Vorläuferperioden (Zeitreihenvergleich) als mit den Kennzahlen anderer Unternehmenseinheiten oder Betriebe (Betriebsvergleich) verglichen werden. Durch den Vergleich eigener Kennzahlen sowohl mit branchenzugehörigen als auch branchenfremden Unternehmen können eigene Stärken bzw. Schwächen erkannt und verdeutlicht werden (Benchmarking). D.h. Umweltkennzahlen sollen insbesondere auch für das Aufspüren von einsparungsträchtigen Outputs, d.h. für nach bestimmten Gewässerbelastungen zu unterscheidende Abwasser, nach Abfallfraktionen zu unterscheidende Abfälle oder nach bestimmten Schadstoffen zu unterscheidende Abluft eingesetzt werden. Dabei geht es darum, welche Stoff- und Energieströme die einzelnen Teilbetriebe jeweils verlassen, d.h. die wichtigsten Ziels sind Identifizierung der Hauptemissions- und Abfallquellen, Verringerung von Abfall Abluft/Abwasser) strömen und -kosten, Optimierung der Produkt-Umwelteigenschaften sowie Reduzierung lokaler Umweltauswirkungen. Vgl. auch aus planerischer Sicht Jörg Becker: Wissensbilanz und Geschäftsplanung, ISBN 978-3-8370-7564-9.
Umweltkennzahlen können auf verschiedene Bereiche, Werke oder Standorte bezogen werden und lassen sich deshalb nach Unternehmenskennzahlen, Standortkennzahlen oder Prozesskennzahlen unterscheiden. Prozesskennzahlen sind für die Erfassung der wesentlichen Verbrauchsquellen von Ressourcen sowie die Hauptverursacher von Emissionen wichtig. Sie werden auf unteren Organisationsebenen gebildet und sind somit insbesondere als Planungs-, Steuerungs- und Kontrollinstrumente geeignet. Dagegen sind Standort- und Unternehmenskennzahlen vor allem für die allgemeine Erfolgskontrolle des Umweltmanagements über einen längeren Zeitraum hinweg wichtig. Vgl. aus ganzheitlicher Sicht u.a. Jörg Becker: Die Vermessung der Standorte – Arbeitsbuch, ISBN 978-3-8370-6724-8. Vgl. aus allgemeiner strategischer Sicht u.a. Jörg Becker: Strategischer Potential-Check des Standortes – Ausloten von Standortperspektiven, ISBN 978-3-8370-4978-7.
Der Aufwand für eigene Erhebungen solcher Zustandskennzahlen rechnet sich meistens nur dann, wenn das Unternehmen selbst an seinem Standort der Hauptverursacher eines Umweltproblems ist (z.B. Lärmbelästigungen durch einen Flughafen, Wasserverschmutzung durch einen großen Direkteinleiter u.a.). In anderen Fällen ist häufig auch der Rückgriff auf Informationen und Messwerte der regionalen Behörden möglich, um deren direkte Auswirkungen auf regionaler Ebene kontrollieren und Entlastungen oder Verbesserungen aufzeigen zu können. Vgl. aus umfassender Planungssicht u.a. Jörg Becker: Standortindikatoren I. – Performance-Pegelstände vor Ort, Sensoren am Standortpuls, ISBN 978-3-8391-1823-8 oder Jörg Becker: Standortanalyse aus dem Indikatoren-Cockpit – Erkundung der Indikator-Landschaft, ISBN 978-3-8423-1858-8.
Jörg Becker
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