Silber Philharmoniker
Spiegel Online hatte letzte Woche berichtet, daß immer mehr Schwarzgeldtransporteure mit Münzen des Typs Silber-Philharmoniker von Österreich nach Deutschland kommen. Dies ist eine Ente. Begründet wurde der angeblich illegale Schwarzgeldtransfer mit dem niedrigen Nennwert der Silber-Philharmoniker-Münzen (1,5 Euro), einem aber tatsächlich viel höheren Marktwert (ca. 12-14 Euro) pro Münze.
Der Artikel, der anschliessend in zahlreichen Medien Niederschlag gefunden hat, ist selten schlecht recherchiert, wir stellen daher wie folgt richtig:
- Gem. EU-Zollvorschriften sind bereits jetzt bei innergemeinschaftlichem Grenzübertritt auf Nachfrage (!) Werte über 10.000 Euro zu melden. Auch dann, wenn diese in Edelmetallen mitgeführt werden. Einfaches Nachschlagen auf den entsprechenden Zoll-Seiten hätte dies ergeben, siehe z.B.: www.zoll.de/..
- Sind in Österreich Silbermünzen mit 20% MwSt belegt, in Deutschland dahingegen mit 7%. Der vorgeschobene deutsche Anleger, der in Österreich kauft und dies nach Deutschland exportiert, würde also 13% mehr in Österreich zahlen als in Deutschland.
- Es gibt ohnehin kaum noch innergemeinschaftliche Zollkontrollen. Die Grenzen sind weitgehend unbesetzt. Da die Meldepflicht nur bei Nachfrage von Zollbeamten besteht, stellt sich die Frage, wo hier jemand fragen sollte.
- Um 100.000 Euro in Wiener Philharmonikern aus Österreich zu importieren, müsste man rund 8300 Münzen a 31,1 Gramm in sein Auto laden, was in Summe über 250 kg ausmachen würde. Den tieferliegenden Kofferraum würde jede Zufallskontrolle sofort bemerken.
Ein gehäuftes Auftreten solcher Fälle ist bei noch keinem deutschen Zollamt bekannt. Insoweit erlauben wir uns als deutsche Vertriebsstelle für Silber-Philharmoniker die Frage, was mit einer solchen Meldung seitens Spiegel-Online oder abschreibenden anderen Journalisten bezweckt werden soll, außer reiner Effekthascherei.
Richtig ist, daß Edelmetallanleger in ganz Europa und damit auch in Deutschland und Österreich seit Ausbruch der Finanzkrise verstärkt in Gold- und Silbermünzen investieren und damit eine Rekordnachfrage generieren. Dies hat aber nichts mit Grenzschmuggel oder Schwarzgeld zu tun. Die meisten Aufträge in Deutschland werden gem. einer Umfrage bei bekannten Edelmetallhändlern in Deutschland unbar und im Versand getätigt. Der vom Spiegel-Online-Journalist zitierte Schwarzgeldtransporteur aus Österreich dürfte entweder Fiktion oder ein seltener Exot sein.
Der Verfasser des Artikels ist Betreiber der deutschen Silber-Philharmoniker Vertriebsplattform
www.Silber-Philharmoniker.de