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Kein neuer Boom in Sicht! Wirtschaftsflaute geht weiter...

Autor: taprofi | Erstellt am: 28.06.2009 | Gelesen: 661
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Die Weltwirtschaft ist angeschlagen, die Probleme sind vielschichtig

Schwache Wachstumsperspektiven
Schwache Wachstumsperspektiven
Die Finanzkrise hinterlässt ihre Spuren. Es wird Jahre dauern bis die negativen Auswirkungen abebben. Eine Rückkehr zu den Wachstumsraten vor der Finanzkrise wird es vorerst nicht geben.

1) Hohe Verschuldung der Konsumenten

Die Finanzkrise ist insbesondere aufgrund exzessiver Fremdkapitalaufnahme entstanden. Private Wirtschaftssubjekte haben übermäßig Kapital geliehen und verliehen. Insbesondere US-Haushalte konsumierten zu viel und stehen vor massiven Schuldenbergen. Ein nachhaltiger Abbau dieser Schulden findet nicht statt.

Der Boom führte zu einer Blasenbildungen, in erster Linie Immobilienblasen. Die Blasen sind geplatzt, zuerst in den USA aber auch anderen Ländern und müssen über geringeren Konsum aufgefangen werden. Im Falle des US-Verbrauchers besteht eine hohe Verschuldung und niedrige Sparquote.

Gleichzeitig mussten US-Verbraucher aufgrund des Verfalls bei den Häuserpreisen sowie sinkenden Einkommen einen signifikanten Wohlfahrtsverlust hinnehmen. Da 70% des US-Bruttoninlandsproduktes aus der Konsumkomponente besteht, wird es sich im Falle einer gesamtwirtschaftlichen Erholung tendenziell eher um eine schwache Erholung handeln.

2) Geschwächtes Finanzsystem
Das Finanzsystem ist nachhaltig angeschlagen und es wird Jahre dauern, um es vollständig zu reparieren. In den USA geht es sich nicht in erster Linie um die Frage, ob eine Bank insolvent ist oder nicht. Vielmehr belasten Probleme im Schattenbankensystem. Hierunter fallen Finanzintermediäre wie Hypothekendienstleister, Geldmarktfonds, Private Equity etc.

Die Verbriefungsfunktion, welche Finanzintermediäre im Laufe der Blasenbildung ausgeübt haben um die Transformation von Ersparnis in Investitionen zu ermöglichen, ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Es wird Jahre dauern, um die Löcher im Finanzsystem zu stopfen, nicht nur in den USA auch in Großbritannien, Deutschland, Spanien und anderen Teilen von Europa. Außerdem gibt das Engagement westeuropäischer Banken in Osteuropa Anlass zur Besorgnis, da sich in Osteuropa aktuell eine Finanzkrise entwickelt und droht sich auszuweiten

Es wird dauern das Kreditwachstum wieder herzustellen. Banken mit mangelhaften Vermögensgegenständen, welche risikoscheu sind und aus ihrer Sicht oft keine kreditwürdige Schuldner antreffen, begrenzen das Kreditwachstum oder umgekehrt sorgen für eine Kreditklemme. Haushalte können sich nur begrenzt Geld leihen, um langlebige Güter oder Immobilien zu finanzieren. Dies gilt auch für Investitionen von Unternehmen.

3) Niedrige Unternehmensgewinne
Auf Unternehmensseite existieren viele Firmen, die stark verschuldet sind und Übernahmen mit zu viel Fremdkapital finanziert haben. Das zur Finanzierung der Übernahme erforderliche Fremdkapital war im Vergleich zu dem erwarteten Gewinn des zu übernehmenden Unternehmens oft um ein Vielfaches zu hoch (z.B. Schaeffler - Continental, Porsche - VW).

Unternehmen werden mit langsamem Wirtschaftswachstum in den entwickelten Volkswirtschaften USA, Europa und Japan konfrontiert. Dies bedeutet in erster Linie niedriges Gewinnwachstum. Unternehmen haben es schwer höhere Preise durchzusetzen, aufgrund von kurz bis mittelfristiger deflationärer Tendenzen. Bei niedrigen Gewinnwachstum und stagnierenden Preisen, verkleinern sich die Gewinnmargen.

Wenn Unternehmen nicht zu erhöhter Rentabilität zurückkehren können, sind Unternehmenssausgaben für Investitionen und zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen gehemmt und belasten das gesamtwirtschaftliche Wachstum.

4) Globale Ungleichgewichte
Die so genannten Defizitländer, die mehr ausgegeben haben wie eingenommen (z.B. USA, Großbritannien etc.) kürzen ihre Konsumausgaben und reduzieren ausländischen Importe, was zu einer Verringerung ihrer Leistungsbilanzdefizite führt. Wenn die Leistungsbilanzdefizite der Defizitländer sinken, fallen gleichzeitig die Leistungsbilanzüberschüsse der Überschussländer (z.B. China, Japan, Deutschland, Südkorea, Taiwan etc.).

Aufgrund von strukturellen Gründen sparen die Überschussländer jedoch nicht weniger, d.h. sie konsumieren nicht mehr. Die entstandene Lücke aufgrund geringerer Konsumausgaben der Defizitländer wird somit nicht geschlossen. Es entsteht eine globale Nachfragelücke. Dies wird die Erholung der Weltwirtschaft verzögern.

Schlussfolgerung
Eine schnelle Rückkehr zu robustem Wirtschaftswachstum in den USA, Europa und Japan ist mittelfristig unwahrscheinlich.

Christian Tübben
 
 
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