Bis zu 6,10 Prozent Zinsen p.a. aufs Tagesgeld bietet die isländische Kaupthing Bank Anlegern seit dem 1. Oktober dieses Jahres. Der Zinssatz gilt dabei für zwölf Monate Anlagedauer. Wer sein Geld nur sechs Monate anlegen will, bekommt immerhin auch stolze 5,90 Prozent p.a. auf sein Geld.
Allerdings sollte man bei all den attraktiven Zinsen die derzeitige Situation des isländischen Bankensystems nicht aus dem Auge verlieren. Erst zu Beginn dieser Woche musste die drittgrößte Geschäftsbank Islands, die Glitnir-Bank, verstaatlicht werden.
Von daher ist es aktuell nicht ratsam, mehr als die 20.887 Euro auf einem Konto der Kaupthing Bank anzulegen, für welche die gesetzliche Einlagensicherung Islands bürgt. Eventuell wäre auch der Verzicht auf ein paar Prozentpunkte an Zinsen und dafür die tägliche Verfügbarkeit des angelegten Geldes von Interessen, wie sie Anleger auf dem Tagesgeldangebot der Kaupthing Bank vorfinden (Details dazu siehe www.tagesgeld-vergleich.net/kaupthing-edge-tagesgeld.html).
Die aktuelle Zinsentwicklung zeigt eines jedoch sehr deutlich: die Banken in Europe sind auf die Einlagen von Privatkunden angewiesen, um sich zu refinanzieren und ihre Liquidität sicherzustellen. Solange die Situation noch ist, wie sie derzeit ist, wird sich auch an den hohen Zinssätzen auf Tages- und Festgelder nichts ändern und Anleger können dies zu ihren Gunsten nutzen.
Was insbesondere die Angebote isländischer Banken angeht, sind Experten zwiegespalten. Während die einen eine Anlage bis zur Grenze der gesetzlichen Einlagensicherung für gefahrlos erachten, warnen andere davor, dass selbst der Staat im schlimmsten Falle keine ausreichenden Sicherheiten für die Einlagen ausländischer Anleger bieten kann. Das liegt schlicht und ergreifend an der geringen Größe Islands. Alleine die beiden größten Geschäftsbanken, zu denen auch die Kaupthing Bank gehört, haben Kundeneinlagen und Verbindlichkeiten in ihren Büchern, welche das Bruttosozialprodukt Islands um das Mehrfache übersteigen.
Daniel Franke