Echnaton als Sphinx, Museum August Kestner
Auf tradierter Formensprache basierend, erscheinen Katharina Lichtenscheidts Werke abstrakt allein durch die Art und Weise ihres Entstehungsprozesses: Sie bezieht den Zufall bewusst kalkulierend mit ein. Dennoch suggerieren sie Figürliches und Landschaftliches zugleich. Die Malerin beginnt ihre überwiegend großformatigen Arbeiten in Acryl- und mit Farbpigmenten nach aufwändiger Grundierung mit großer, weit ausholender Geste, und verdichtet den Malgrund fortschreitend mit verschiedenen Techniken Schicht für Schicht. Zum Abschluss geht sie ins Detail, setzt mit Kohle, Kreide oder Stift konzentrierte Zäsuren und Markierungen.
In ihrem Stil lässt sich im Laufe der Jahre – wie bei der Galerie Depelmann, die Lichtenscheidt seit 1998 vertritt, erkennbar – eine Entwicklung hin zu strengeren, geometrischen Strukturen beobachten, die den Fluss von Form und Fläche begrenzen. Dabei spielt der Kreis zunehmend eine größere Rolle.
Um die Arbeiten der Künstlerin in ihrer vollen Wirkung zu erfassen, erfordert es ein längeres Hineinsehen, ein Sich-Hindurchsehen durch Schichten und Horizonte. Besonders augenscheinlich wird dieses Vordringen vom Makro- in den Mikrokosmos bei der Konzentration auf das kleine Format (20x20 cm). Eine Bündelung des Seherlebnisses erscheint hier gleichsam als konzentrierter Zoom eines Überblickes zwischen Leerstelle und Verdichtung, zwischen Höhung und Tiefen, zwischen Opalem und Opaken.
Katharina Lichtenscheidt wurde 1963 in Wuppertal geboren. 1984 bis 1989 studierte sie freie Malerei an der „Pyramide", der Freien Kunstschule in Düsseldorf. 1996 erhielt sie den Kunstpreis euregio rhein-maas-nord. Seitdem folgten viele Einzel- und Gruppenausstellungen.
Die Ausstellung wird am 10. Oktober 2010, um 11 Uhr, eröffnet. Am 18. November 2010, um 19 Uhr, findet eine Finissage mit kleinem Rahmenprogramm statt.
Ausstellungsort: Galerie Depelmann, Walsroder Str. 305, Langenhagen
Öffnungszeiten: Montag – Samstag 10.30 – 18.30 Uhr
Ausstellungsdauer: bis 20. November 2010